Künkelinpreis für Ärztin Dr. Lisa Federle

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Der Bar­bara-Kün­ke­lin-Preis 2023 soll der 59-jäh­ri­gen Ärz­tin Lisa Fe­derle aus Tü­bin­gen ver­lie­hen wer­den, wie die Jury jetzt be­kannt­gab. Zu Fe­der­les öf­fent­li­chem So­zial-En­ga­ge­ment zählt un­ter an­de­rem, dass sie im Jahr 2015 be­gann, mit ih­rer Arzt­pra­xis in ei­nem Wohn­mo­bil Flücht­linge me­di­zi­nisch zu ver­sor­gen. Spä­ter wurde dar­aus eine mo­bile Test­sta­tion.

Als Impf­ärz­tin habe sie, wie sie be­rich­tet, ihre Pa­ti­en­tIn­nen stets vorab über mög­li­che Ne­ben­wir­kun­gen auf­ge­klärt. In­zwi­schen setzt sich Dr. Lisa Fe­derle da­für ein, dass die Mel­dung von schwe­ren Impf­schä­den an das Paul-Ehr­lich-In­sti­tut nicht mit ei­nem Rie­sen­auf­wand ver­bun­den ist. Bis­lang brau­che man über eine Stunde, um das For­mu­lar aus­zu­fül­len, be­rich­tet sie, was viele Ärzte ab­schre­cke, da diese „für so et­was keine Zeit ha­ben“. Ihre For­de­rung: „So et­was muss un­kom­pli­ziert ge­hen.“

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OB sieht sich mit harter Realität konfrontiert

Sein ers­tes Halb­jahr als Ober­bür­ger­meis­ter habe er sich an­ders vor­ge­stellt, be­kannte Bernd Hornikel am Don­ners­tag in sei­ner Haus­halts­rede. Statt Schorn­dorf mit sei­nen Ideen zu be­glü­cken, wie etwa Was­ser­spiele auf dem Un­te­ren Markt­platz, muss er die Steu­er­gel­der der Ein­woh­ne­rIn­nen jetzt für Pflicht­auf­ga­ben, al­lem voran die Un­ter­brin­gung von Flücht­lin­gen, ver­wen­den.

Er wollte „ge­stal­ten“, nicht den Man­gel ver­wal­ten. Als ge­lern­ter Ju­rist wollte er eine ei­gene Ab­tei­lung mit Ju­ris­ten im Rat­haus eta­blie­ren. Er wollte Klima‑, Um­welt- und Na­tur­schutz, Ar­bei­ten und Woh­nen, Pflege „und vie­les mehr“ in ei­nem Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept „vor­aus­schau­end den­ken“.

Seine Amts­zeit habe er da­her bis­lang als „sehr frus­trie­rend“ er­lebt: Pro­bleme schie­nen sich vor ihm „auf­zu­tür­men“ und „las­sen uns manch­mal so­gar rat­los zu­rück“. Er be­schäf­tige sich „ge­fühlt 12 Stun­den am Tag mit der Flücht­lings­krise, die an­de­ren 12 Stun­den mit der En­er­gie­krise“.

Aber dann sage er sich: „Wir dür­fen nicht in die­sen Ge­füh­len ver­har­ren. Es ist un­sere Auf­gabe, die Stadt durch diese Kri­sen zu ma­nö­vrie­ren.“ Die „mul­ti­plen Pro­bleme der Zeit“ könn­ten jetzt „nur als Ge­samt­ge­sell­schaft ge­löst“ wer­den.

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Mit weißen Westen Aufsehen erregt

Zwei­ein­halb Wo­chen, nach­dem kri­ti­sche Un­ter­neh­me­rIn­nen in Win­ter­bach be­schlos­sen hat­ten, sich ak­tiv ge­gen die zer­stö­re­ri­sche Po­li­tik der Re­gie­rung zu weh­ren, tra­ten rund 250 von ih­nen vo­ri­gen Sonn­tag in Stutt­gart bei ei­ner De­mons­tra­tion in Er­schei­nung.

Mit wei­ßen Wes­ten und Pla­ka­ten, auf de­nen sie den Re­gie­ren­den die „Rote Karte“ zeig­ten, wur­den sie abends in den Nach­rich­ten des SWR-Fern­se­hens (ab Mi­nute 4:55) ei­gens er­wähnt. Ins­ge­samt seien 300 sol­cher Wes­ten be­sorgt wor­den, be­rich­tet In­itia­tor Cé­sar Ar­ri­bas. Im Laufe des Um­zugs hät­ten auch noch die rest­li­chen da­von be­geis­terte Ab­neh­mer ge­fun­den.

Am Mitt­woch hat sich die Gruppe nun of­fi­zi­ell den Na­men „Weiß­wes­ten“ ge­ge­ben. Eine Home­page werde ge­rade er­stellt. Er­klär­tes Ziel ist, die An­sich­ten und Er­war­tun­gen aus der Be­völ­ke­rung öf­fent­lich zu ma­chen: „Bei uns gibt es nicht links, Mitte, rechts, son­dern die Mei­nung von Bür­gern.“
Das nächste Tref­fen ist für Mitt­woch, 9. No­vem­ber, ge­plant.

Gesucht: Frauen, die Tabus brechen

Die Jury des Bar­bara-Kün­ke­lin-Prei­ses bit­tet um Vor­schläge, wem die mit 5.000 Euro do­tierte Aus­zeich­nung im März 2023 ver­lie­hen wer­den soll. Ge­sucht wer­den laut Pres­se­mit­tei­lung Frauen, die sich „mu­tig und un­er­schro­cken für das Wohl ih­rer Mit­men­schen ein­set­zen“, die da­bei auch „Ta­bus bre­chen und Vor­bil­der sind“. So wie Bar­bara Kün­ke­lin, die der Le­gende nach 1688 An­füh­re­rin der his­to­risch ver­brief­ten „Schorn­dor­fer Wei­ber“ war, die die Stadt vor der Plün­de­rung durch fran­zö­si­sche Sol­da­ten be­wahrt ha­ben.

Seit 1984 wird der Bar­bara-Kün­ke­lin-Preis alle zwei Jahre ver­ge­ben, und zwar im­mer am Sonn­tag nach Kün­ke­l­ins Ge­burts­tag im März. Erste Preis­trä­ge­rin war Ka­tha­rina Ad­ler, die sich tat­kräf­tig da­für ein­setzte, die Land­schaft im All­gäu vor Zer­stö­rung zu be­wah­ren. So half sie un­ter an­de­rem, die Groß­pro­jekte Au­to­bahn Lin­dau-Kemp­ten und die Groß­kies­grube im Na­tur­schutz­ge­biet Eis­to­bel zu ver­hin­dern.

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Literaturnobelpreis für Annie Ernaux

An­nie Er­naux „ist eine kleine, fra­gile Frau, die aber ei­nen wun­der­ba­ren Schalk im Na­cken hat, und die sich vor nichts und nie­man­den fürch­tet.“ Sie zu tref­fen sei „als dürfte man Pippi Lang­strumpf ken­nen­ler­nen“, er­klärte Li­te­ra­tur­kri­ti­ker De­nis Scheck am Don­ners­tag ge­gen­über der Ta­ges­schau, be­fragt zu ih­rer Aus­zeich­nung.

Die 82-jäh­rige Fran­zö­sin ist erst die 17. Frau, de­ren Schaf­fen mit dem Li­te­ra­tur­no­bel­preis ge­wür­digt wird – ge­gen­über ins­ge­samt 101 Män­nern, de­nen er seit 1901 be­reits ver­lie­hen wurde.

An­nie Er­naux be­schreibt in ih­ren Bü­chern ei­gene Er­fah­run­gen, in de­nen sich an­dere Frauen aber auch des­halb wie­der­fin­den, weil ihr Stil sehr plas­tisch und leicht zu le­sen ist. So be­ginnt sie ih­ren Ro­man „Er­in­ne­run­gen ei­nes Mäd­chens“ fol­gen­der­ma­ßen: „Es gibt Men­schen, die über­wäl­tigt wer­den von der Ge­gen­wart an­de­rer, von ih­rer Art zu spre­chen, die Beine über­ein­an­der­zu­schla­gen, eine Zi­ga­rette an­zu­zün­den. Die ge­bannt sind von ih­rer Prä­senz. Ei­nes Ta­ges, viel­mehr ei­nes Nachts, wer­den sie mit­ge­ris­sen vom Be­geh­ren und Wil­len ei­nes an­de­ren, ei­nes Ein­zi­gen. Was sie zu sein glau­ben, ver­schwin­det. Sie lö­sen sich auf und se­hen ein Ab­bild ih­rer selbst han­deln, ge­hor­chen, er­fasst vom un­be­kann­ten Wil­len des An­de­ren. Er ist ih­nen im­mer ein Stück vor­aus. Sie ho­len ihn nie ein.“

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Von wegen „Energie sparen“

Um En­er­gie zu spa­ren, kün­digte die Stadt­ver­wal­tung im Juli an, das Warm­was­ser in ih­ren Ge­bäu­den ab­zu­stel­len. Doch kom­mu­nale Müh­len mah­len lang­sam. Brü­hend heiß fließt es zwei­ein­halb Mo­nate spä­ter im­mer noch aus dem Was­ser­hahn der öf­fent­li­chen Toi­lette im Rat­haus. Wie wir fest­ge­stellt ha­ben, zeigt das Ther­mo­me­ter deut­lich über 50 Grad. Die Raum­tem­pe­ra­tur be­trägt dort über 21 Grad.

Wasch­be­cken im Rat­haus-WC

Auch bei der Um­set­zung der ver­spro­che­nen Ein­spa­rung von Strom hat sich noch nichts ge­tan. Der Kirch­turm wird nachts im­mer noch an­ge­strahlt. Die Rat­haus­fens­ter sind nach wie vor be­leuch­tet.
Schorn­dorfs Ge­schäfts­leute hin­ge­gen knip­sen in ih­ren Schau­fens­tern vor Mit­ter­nacht das Licht be­reits aus, wie zum Bei­spiel in der Palm-Straße Op­tik Lamm, Schuh Mo­ser, Re­form­haus Ka­liss und Kauf­haus Ban­tel.

„Rote Karte“ für die Regierung

Rund 70 Män­ner und Frauen tra­fen sich am Mitt­woch in Win­ter­bach, um ge­mein­sam zu be­ra­ten, wie der zer­stö­re­ri­sche Kurs der ak­tu­el­len Re­gie­rung ge­stoppt wer­den kann. Nach leb­haf­tem Mei­nungs­aus­tausch in kon­struk­ti­ver At­mo­sphäre be­schlos­sen sie, ih­rem Pro­test öf­fent­lich Aus­druck zu ver­lei­hen, und zwar mit wei­ßen Wes­ten und ro­ten Pla­ka­ten, auf de­nen steht: „Rote Karte – Ihr re­giert uns ka­putt“.

Un­ter­neh­mer Ce­sar Ar­ri­bas, der die Zu­sam­men­kunft in­iti­iert hat, er­hielt, wie er sagte, be­reits im Vor­feld der­art viel po­si­tive Re­so­nanz, so dass er über­zeugt ist: „80 Pro­zent der Leute den­ken wie wir.“ Ers­ter Ein­satz des Stra­ßen­pro­tests soll am 16. Ok­to­ber in Stutt­gart sein, wo un­ter dem Motto „Ba­den-Würt­tem­berg steht auf“ ab 12.30 Uhr ein Demo-Zug vom Cannstat­ter Wa­sen zum SWR ge­plant ist. Red­ner bei der Ab­schluss­kund­ge­bung auf dem Schloss­platz sind der Un­ter­neh­mer Dr. Wolf­gang Kocha­nek und der ehe­ma­lige CDU-Po­li­ti­ker Dr. Jür­gen To­den­hö­fer.

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Wer beleuchtet den Kirchturm?

„Die Be­leuch­tung des Kirch­turms ist Sa­che der Kir­chen­ge­meinde“, teilte die Rat­haus-Pres­se­stelle auf An­frage mit. Um En­er­gie zu spa­ren, wür­den sei­tens der Stadt le­dig­lich Stra­ßen­be­leuch­tun­gen re­du­ziert und die Fin­nen­bahn am Sport­park ab­ge­schal­tet. Die De­ka­nin der evan­ge­li­schen Kir­che, Dr. Ju­liane Baur, hin­ge­gen sagt, sie gehe da­von aus, dass die Kirch­turm­be­leuch­tung an die Stra­ßen­la­ter­nen ge­kop­pelt ist. Da­her habe es sie auch ver­wun­dert, als sie von ih­rem Som­mer­ur­laub zu­rück­kam und der Kirch­turm im­mer noch an­ge­strahlt war.

Eine er­neute An­frage im Rat­haus führte nach drei Ta­gen zu der Aus­kunft von Pres­se­spre­che­rin Clau­dia Lös­ler: „Die Be­leuch­tung der Stadt­kir­che läuft zur Hälfte über den Strom­ver­tei­ler der Stadt und zur Hälfte über den der Kir­che. Die Hälfte, die über die Stadt läuft, wird in Kürze ab­ge­schal­tet.“ De­ka­nin Baur ver­mu­tet, dass Lös­ler mit der an­de­ren Hälfte die Weih­nachts­be­leuch­tung meint, die in den Hän­den der Kir­che liege. Zur Klä­rung des The­mas habe sie vor, mit der Stadt­ver­wal­tung „zeit­nah ins Ge­spräch zu kom­men“.

Im Üb­ri­gen ist die Be­leuch­tung so­gar ver­bo­ten. Seit zwei Jah­ren. Im Juli 2020 be­schloss dies der Land­tag Ba­den-Würt­tem­bergs im neuen Na­tur­schutz­ge­setz – als Re­ak­tion auf das Volks­be­geh­ren „Ret­tet die Bie­nen“.

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„Peinliche Folgsamkeit“ ablegen

Det­lef Be­une er­klärt ak­tu­ell auf der Home­page der Schorn­dor­fer Frie­dens­in­itia­tive, warum er von der Re­gie­rung „das Ende des Wirt­schafts­krie­ges, der Hoch­rüs­tung und des Zu­stroms von im­mer mehr Waf­fen in Kriegs­ge­biete“ for­dert. „This war is not our war“ lau­tet die Über­schrift („Die­ser Krieg ist nicht un­ser Krieg“).

„Ge­rade in der ak­tu­el­len Si­tua­tion wäre es ex­trem wich­tig, den Weg der mitt­ler­weile schon pein­li­chen Folg­sam­keit ge­gen­über Wa­shing­ton zu ver­las­sen“, schreibt Be­une, um „end­lich da­mit an­zu­fan­gen, eine Po­li­tik im In­ter­esse der ei­ge­nen Be­völ­ke­rung vor­an­zu­trei­ben.“ Die er­folg­rei­che Ent­span­nungs­po­li­tik von Willy Brandt und Egon Bahr zeige, dass dies in der Pra­xis mög­lich sei.

Wich­tig ist Be­une, den An­griff Russ­lands auf die Ukraine ins Ver­hält­nis zu set­zen mit ebenso völ­ker­rechts­wid­ri­gen Krie­gen der NATO, wie etwa 1999 auf Ser­bien, 2001 auf Af­gha­ni­stan, 2003 auf den Irak oder 2011 auf Li­byen – ohne dass es da Sank­tio­nen ge­ge­ben habe. Denn „diese Dop­pel­mo­ral un­se­rer Re­gie­rung är­gert mich wirk­lich. Die­ses Nar­ra­tiv, dass wir die Gu­ten sind. Und die rus­si­sche Re­gie­rung und ins­be­son­dere Pu­tin, das sind die Bö­sen.“

„„Pein­li­che Folg­sam­keit“ ab­le­gen“ wei­ter­le­sen
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