Effektiver mit dem Rechen

Le­ser­brief
Der Herbst naht und mit ihm trei­ben die Laub­blä­ser wie­der ihr Un­we­sen. Die Stadt Schorn­dorf setzt diese ent­setz­li­chen Teile über­all ein.
Wir wis­sen, dass In­sek­ten, Lar­ven im Bo­den so­wie die hu­mose Schicht ab­ge­saugt wer­den, zer­häck­selt durch den enor­men Sog. Auch nicht un­er­heb­lich: eine Stunde am Stück ein Höl­len­lärm ana­log ei­nem Press­luft­ham­mer.
Letz­ten Herbst be­ob­ach­tete ich 4 Mann, die 1 Stunde lang im Ein­satz wa­ren. Man bläst im Krin­gel. Ich selbst habe zum Re­chen ge­grif­fen und war in 10 Mi­nu­ten fer­tig. Da ha­ben sie ge­schaut! 
Kann man die­sen Un­sinn end­lich ab­stel­len?!

Hanna Elke Buck, Ober­ber­ken

Nicht in falscher Sicherheit wiegen

Le­ser­brief
Heute Abend legt Thors­ten Eng­lert dem Ge­mein­de­rat den Fi­nanz­zwi­schen­be­richt zum städ­ti­schen Haus­halt 2022 vor. Darin steht: „Der ge­setz­lich vor­ge­schrie­bene Haus­halts­aus­gleich wird mit ei­nem pro­gnos­ti­zier­ten Er­geb­nis von ‑2,2 Mio. Euro deut­lich ver­fehlt.“ Durch „Mehr­erträge bei den Steu­ern und Zu­wei­sun­gen“ hoffe man im Rat­haus je­doch, „zu­min­dest die Kre­dit­til­gun­gen aus ei­ge­ner Kraft“ be­zah­len zu kön­nen.

In sei­ner Haus­halts­rede Ende vo­ri­gen Jah­res machte Eng­lert noch Land- und Bun­des­re­gie­rung für die „Alt­schul­den der Kom­mu­nen“ ver­ant­wort­lich, weil sie der Stadt Pflicht­auf­ga­ben zu­wei­sen, aber kein Geld da­für. Da­mals rech­nete er noch nicht da­mit, dass In­fla­tion und En­er­gie­preis-An­stieg ihm zu­sätz­li­che Pro­bleme brin­gen wür­den. Hans-Tho­mas Laube hat dazu ei­nen Le­ser­brief ver­fasst:

„Herr Eng­lert sagte in sei­ner Haus­halts­rede, die Lan­des­re­gie­rung sei schuld an Schorn­dorfs ho­hem Schul­den­stand. Weil sie Auf­ga­ben vor­schreibe wie Ki­tas, Sprach­för­de­rung und Schul­so­zi­al­ar­beit. Sollte die Stadt nicht selbst ein In­ter­esse daran ha­ben?!

„Nicht in fal­scher Si­cher­heit wie­gen“ wei­ter­le­sen

Mein Freund, der Baum…

Le­ser­brief
Bei uns im Orts­teil Ober­ber­ken kann je­der ma­chen was er will, so­lange das, was er ka­putt macht, ihm ge­hört. So war es im Mai. Da zog in der idyl­li­schen Un­te­ren Straße di­rekt im Fle­cken ein neuer Ei­gen­tü­mer ein. Als Ers­tes fing er an, ei­nen 100-jäh­ri­gen Nuss­baum zu fäl­len mit ei­nem Stamm­um­fang von 80–100 Zen­ti­me­tern. Als wir – seit 30 Jah­ren in die­sem Gässle an­säs­sig – ihn sehr hef­tig an­gin­gen, was er denn um Got­tes­wil­len da vor­habe, be­schimpfte er uns.

Das nächste, was er dann machte: Er fällte eine 100-jäh­rige Esche, die von un­ten bis kurz vor die Krone dicht mit Efeu be­wach­sen war und als Schlaf­stätte für min­des­tens 30 Spat­zen diente. Als ich an­kam, war der Baum schon weg. Wir ha­ben seit die­ser Fäll-Ak­tion 50 Pro­zent we­ni­ger Vö­gel im Gar­ten, ein­fach so. Mir wurde dann von ei­nem Nach­barn er­klärt, dass der Neu­bür­ger das dürfe, weil das Grund­stück ihm ge­höre und er “da­mit ma­chen könne, was er wolle”. Er hat nicht nur den Vö­geln eine Heim­statt weg­ge­sägt, er hat auch al­len Nach­barn ei­nen le­ben­di­gen schö­nen Baum weg­ge­nom­men. Jetzt glot­zen wir auf kahle Haus­wände.

„Mein Freund, der Baum…“ wei­ter­le­sen

Pro Amtszeit-Jahr fast 10 Mio. Euro Schulden

Le­ser­brief
Zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen hat Mat­thias Klop­fer in Schorn­dorf in 15 Jah­ren viel be­wegt. Doch zu wel­chem Preis? Im Schnitt hat er der Stadt pro Jahr sei­ner Amts­zeit fast 10 Mio. Euro Schul­den be­schert. Also das Ge­gen­teil sei­nes Ver­spre­chens zum Dienst­an­tritt 2006, die Schul­den­last zu sen­ken. Viele Pres­tige-Pro­jekte wa­ren da­bei, die für die Stadt nun hohe Fol­ge­kos­ten be­deu­ten. Doch da­mit hat Kö­nig Klop­fer jetzt nichts mehr zu tun.

Sein(e) Nach­fol­ge­rIn wird die Suppe aus­löf­feln müs­sen und durch un­ver­meid­lich an­ste­hende Spar­be­schlüsse an al­len Ecken und En­den von der Bür­ger­schaft Op­fer und Ein­schrän­kun­gen ver­lan­gen müs­sen. Da­bei ist die Liste der Rück­stände bei Sa­nie­run­gen von Stra­ßen und Ge­bäu­den un­end­lich lang. Pflicht­auf­ga­ben, die im­mer zu­rück­ge­stellt wur­den, um lie­ber mit Pi­lot­pro­jek­ten zu glän­zen. Schade, denn Klop­fers Vor­gän­ger hat ge­nau dar­auf ge­ach­tet, dass sa­niert wurde, und da­bei im­mer ei­nen so­li­den Haus­halt be­stä­tigt.

Dass al­lein der Ei­gen­be­trieb Stadt­werke in­zwi­schen über 42 Mil­lio­nen Euro Schul­den auf sei­nem Konto hat, ist auch dem teu­ren Neu­bau zu­zu­schrei­ben. Es bleibt zu hof­fen, dass die neuen Ge­schäfts­füh­rer die Stadt­werke auf Kurs brin­gen und da­mit für ge­nü­gend Was­ser un­term Kiel, sprich ab­ge­führte Ge­winne für das Flagg­schiff Bä­der­be­triebe, sor­gen, um de­ren jähr­li­ches De­fi­zit auf­zu­fan­gen. Was das im Falle des Nicht­ge­lin­gens be­deu­tet, kann sich jede(r) selbst aus­ma­len.

Kirs­ten Katz, Hau­bers­bronn

Luther auch streichen?

Le­ser­brief
Die Dis­kus­sion über Herrn Lämmle finde ich in­ter­es­sant. Auch, dass in Stei­nenberg der Schul­name ge­än­dert wurde. Sollte man nicht dann auch alle Mar­tin-Lu­ther-Stra­ßen und ‑Ge­bäude um­be­nen­nen? Schließ­lich hatte Lu­ther an­ti­se­mi­ti­sche An­sich­ten ge­gen­über Ju­den und „spe­zi­elle“ An­sich­ten ge­gen­über Be­hin­der­ten. 

Soll­ten wir dann nicht kor­rekt sein und alle Na­men strei­chen? Wer ist/​war vol­ler Liebe? Nie­mand. Was wäre, wenn je­der Mensch alle Ge­dan­ken und al­les was er mal tat/​nicht tat of­fen­le­gen würde? Nichts Gu­tes würde da­bei her­aus kom­men. Bei nie­mand. 

Kei­ner ist aus sich her­aus ge­recht. Des­halb brau­chen wir alle die Ret­tung durch Gott. Egal, wie toll wir äu­ßer­lich er­schei­nen. Steht es uns zu, an­dere Men­schen zu rich­ten so wie es uns ge­rade ge­schicht­lich rein­passt? Wenn wir ge­recht sein wol­len, dann dürfte es nur noch Stra­ßen­na­men ge­ben, die nach Blu­men und Tie­ren be­nannt wer­den soll­ten. Dann müsste je­der Name ver­schwin­den.

Kath­rin Fi­scher, Schorn­dorf

Ketzerische Gedanken

Le­ser­brief
Un­ter obi­gem Ti­tel hat Mi­chael Go­mol­zig, Schul­lei­ter im Ru­he­stand und für die CDU Mit­glied des Kreis­tags, nach­fol­gen­den Le­ser­brief ver­fasst und an seine Lo­kal­zei­tung ge­schickt.
Diese lehnte ei­nen Ab­druck ab mit der Be­grün­dung: Seine Aus­sage, die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen näh­men die Ver­let­zung der Grund­rechte durch Co­rona-Maß­nah­men bil­li­gend in Kauf, ent­sprä­che nicht der Wahr­heit: „Das scheint wohl eher Ihre Mei­nung zu sein, in­so­fern ent­spricht die­ser Brief nicht un­se­ren Le­ser­brief­re­geln.“

Go­mol­zig ist ent­setzt, dass die pure Äu­ße­rung (s)einer Mei­nung, also die Mei­nungs­frei­heit, nicht mehr mit den Re­geln für Le­ser­briefe dort kon­form sein soll. Ihm schwant Un­heil für Deutsch­land, und er fürch­tet um die De­mo­kra­tie.

Hier der Wort­laut des Le­ser­briefs:
„Die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen pro­kla­mie­ren zu Co­ro­na­zei­ten stän­dig, dass Ge­sund­heit über al­les gehe und die Ret­tung von Men­schen­le­ben jede Maß­nahme recht­fer­tige – in­klu­sive Ver­let­zun­gen von Grund­rech­ten.
Nun ha­ben wir 2020 fast 33.000 To­des­fälle we­gen oder im Zu­sam­men­hang mit Co­rona zu ver­zeich­nen, was un­ge­fähr 3% al­ler in Deutsch­land Ver­stor­be­nen aus­macht.

„Ket­ze­ri­sche Ge­dan­ken“ wei­ter­le­sen
schoblatt.de