Sommer-Sonnenwende

Ge­denk­tag
Am heu­ti­gen 21. Juni er­reicht die Sonne um 11.13 Uhr ih­ren höchs­ten Punkt im Jahr. Es ist Som­mer-Son­nen­wende, Mitt­som­mer. „Einst wurde die Som­mer­sonn­wende, ähn­lich wie die Win­ter­sonn­wende, volle zwölf Tage lang ge­fei­ert“, er­klärt der Kul­tur­anthro­po­loge Wolf-Die­ter Storl. Der Brauch, über die Asche des Sonn­wend­feu­ers zu sprin­gen, er­klärt er, ma­che nicht nur Spaß, son­dern „rei­nigt auch die Seele, putzt al­les weg, was sich da als Un­gu­tes an­ge­sam­melt oder als Über­flüs­si­ges in der Aura fest­ge­setzt hatte“.

Aus Lett­land be­rich­tet er zu­dem, dass vor dem Fest Blu­men ge­sam­melt wer­den, als Sym­bol für ei­gene Wün­sche, die man spä­ter ins Sonn­wend­feuer wirft. Ein an­de­rer Brauch ist der, dass junge Frauen in die­ser Nacht Blu­men sam­meln soll­ten, um sie un­ter ihr Kopf­kis­sen zu le­gen, da­mit ih­nen ihr Zu­künf­ti­ger im Traum er­scheint.

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Hebammen sind unverzichtbar

Ge­denk­tag
„Für mich ist wich­tig, dass bei der Ge­burt je­mand da­bei ist, der mich und meine Ge­schichte kennt“, sagt eine schwan­gere Frau, „wo ich weiß: Es ist je­mand für mich da. Nicht für die Ge­burt. Son­dern für mich.“ Dies ist ein Zi­tat aus dem Doku-Film „Heb­am­men – Auf die Welt kom­men“ von Leila Kühni, der heute an­läss­lich des In­ter­na­tio­na­len Heb­am­men­tags in der Schweiz Pre­miere hat.

Diese Aus­sage bringt auf den Punkt, warum Heb­am­men für Frauen un­ver­zicht­bar sind. Die Re­gis­seu­rin hat selbst ein Kind ge­bo­ren und emp­fand es als „Pri­vi­leg, ein so ge­wal­ti­ges Er­leb­nis wie eine Ge­burt er­le­ben zu dür­fen“. Doch er­fuhr sie, dass an­dere Frauen auch eher trau­ma­ti­sche Er­fah­run­gen rund um die Ge­burt mach­ten, wie sie in ei­nem per­sön­li­chen State­ment zum Film er­klärt. Der Trai­ler ver­mit­telt ei­nen ers­ten Ein­druck des­sen, was, wie sie sagt, „aus­schließ­lich zum Frau­sein ge­hört“.

„Heb­am­men sind un­ver­zicht­bar“ wei­ter­le­sen

„Hört sich gut an“

Ge­denk­tag
Das Motto des heu­ti­gen „Tags ge­gen Lärm“ lau­tet: „Hört sich gut an.“ Des­halb sei hier ein Zi­tat des fran­zö­si­schen Phi­lo­so­phen Blaise Pas­cal an­ge­führt: „Al­les Un­glück der Men­schen ent­steht durch ihre Un­fä­hig­keit, in Ruhe in ei­nem Raum zu ver­wei­len.“

Eine sol­che „Stille mit uns ganz al­lein“ ist nach An­sicht der ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­lo­gin Dr. Anne Wil­son Schaef ein grund­le­gend mensch­li­ches Be­dürf­nis, kein Lu­xus, son­dern ab­so­lute Not­wen­dig­keit. Gleich­wohl werde sie zu sel­ten prak­ti­ziert, denn: „Wann hast du das letzte Mal ver­sucht, ganz al­lein still in ei­nem Raum zu sit­zen – ohne Fern­se­her, ohne Ra­dio, ohne Te­le­fon?“

Man müsse, meint sie, da­für gar keine be­son­dere Tech­nik an­wen­den. Es rei­che, ein­fach da­zu­sit­zen, und in die­sem Al­lein­sein zu­sam­men mit der Stille ab­zu­war­ten, was sie uns mit­tei­len wolle. Na­tür­lich kön­nen wir sie nur dann hö­ren, wenn wir das Ge­dan­ken­ka­rus­sell im Kopf aus­blen­den. Sie emp­fiehlt: „Pro­biere es mal aus, dei­nem Be­dürf­nis für eine sol­che Zeit der Stille nach­zu­ge­ben – selbst wenn du meinst, dass du sie gar nicht brauchst.“

Kriegspropaganda überwinden

Ge­denk­tag
Heute ist „In­ter­na­tio­na­ler Tag der Part­ner­städte“. Der letzte Sonn­tag im April wurde 1963 erst­mals für diese Form prak­ti­zier­ter Völ­ker­ver­stän­di­gung aus­ge­ru­fen. Ihr Ziel ist die Aus­söh­nung und der Frie­den zwi­schen Men­schen, die sich einst im Krieg ge­gen­über­stan­den. In Schorn­dorf be­steht bei­spiels­weise die Part­ner­schaft mit dem fran­zö­si­schen Tulle seit 1969. Auf diese Weise ha­ben die Men­schen bei­der Städte er­folg­reich die Pa­ro­len aus dem Krieg über­wun­den und statt­des­sen freund­schaft­li­che Bande über Gren­zen hin­weg ge­knüpft. Frie­den und Völ­ker­ver­stän­di­gung er­schei­nen in­zwi­schen ganz nor­mal. Dies ist ein Er­folg, den man nicht ge­ring schät­zen sollte. Im­mer­hin wur­den un­sere fran­zö­si­schen Nach­barn frü­her per Kriegs­pro­pa­ganda als „Erz­feind“ be­zeich­net.

Wie das da­mals war, kann man im „Schorn­dor­fer An­zei­ger vom 6. De­zem­ber 1918 nach­le­sen: Der 1. Welt­krieg war be­en­det, und in Schorn­dorf häng­ten die Men­schen vol­ler Freude an al­len Häu­sern Fah­nen aus den Fens­tern. Die Zei­tung schreibt dazu: „Un­glaub­lich aber wahr ist es, daß an ei­nem hie­si­gen Haus un­ter den De­ko­ra­ti­ons­fähn­chen sich auch ein blau-weiß-ro­tes (fran­zö­si­sche Tri­ko­lore) be­fun­den hat.“ Auf of­fen­bar sehr ent­rüs­tete Kri­tik hin wurde es dann wie­der ent­fernt.

„Kriegs­pro­pa­ganda über­win­den“ wei­ter­le­sen

Wie Denkmalschutz betrieben wird

An­sicht Meie­rei mit ge­plan­tem An­bau (Ent­wurf: a+b freie ar­chi­tek­ten)

Ge­denk­tag
Heute vor 40 Jah­ren wurde der 18. April zum In­ter­na­tio­na­len Denk­mal­tag er­klärt. Nur ein Jahr spä­ter, näm­lich 1983, ließ der da­ma­lige OB Hanke die Schorn­dor­fer Alt­stadt als Ge­samt­an­lage un­ter Denk­mal­schutz stel­len. Ihr Er­schei­nungs­bild, das durch (nach-)mittelalterliche Bau­sub­stanz in­ner­halb der frü­he­ren Stadt­mauer ge­prägt ist, wurde da­mals per Ver­ord­nung als schüt­zens­wert er­klärt, ins­be­son­dere die gie­bel­stän­di­gen Fach­werk­häu­ser. Das Meierei­ge­bäude am Ar­chiv­platz, in dem die neue Stadt­bü­che­rei ent­ste­hen soll, war be­reits 1928 ins Lan­des­ver­zeich­nis würt­tem­ber­gi­scher Bau­denk­male ein­ge­tra­gen wor­den.

Warum der dort ge­plante An­bau aus Be­ton durch­aus mit ei­nem sol­chen Denk­mal­schutz ver­ein­bar sei, er­klärte vor vier Jah­ren To­bias Panke, zu­stän­di­ger Ge­biets­re­fe­rent für Schorn­dorf, auf An­frage so: Denk­mal­pflege be­deute „im All­ge­mei­nen“ nicht, „Neu­bau­ten zu ver­hin­dern, Re­kon­struk­tio­nen zu be­für­wor­ten oder Blend­ar­chi­tek­tur zu för­dern“. Son­dern: Die Auf­gabe des Denk­mal­amts sei, „Be­ein­träch­ti­gun­gen des Denk­mals ab­zu­weh­ren und ge­gen­über an­de­ren öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ab­zu­wä­gen“.

„Wie Denk­mal­schutz be­trie­ben wird“ wei­ter­le­sen

Was Pflanzen uns schenken

Ge­denk­tag
“Halte ein­mal kurz inne und stell Dir eine Welt ohne Pflan­zen vor …”, sagt Ma­rion Owen. Ge­nau! Aus die­sem Grund hat sie am 13. April vor 24 Jah­ren den „In­ter­na­tio­na­len Tag zur Wert­schät­zung der Pflanze“ ins Le­ben ge­ru­fen. Sie ist Gärt­ne­rin und lebt in Alaska.

In ih­rem Blog zi­tiert die Um­welt­ak­ti­vis­tin un­ter an­de­rem den Arzt Dee­pak Cho­pra: „Sich in der Na­tur auf­hal­ten, gibt uns ei­nen Ein­blick in die har­mo­ni­schen Wech­sel­be­zie­hun­gen al­ler Ele­mente und Kräfte des Le­bens und ver­mit­telt uns ein Ge­fühl der Ei­nig­keit mit al­lem, was lebt.“ Man sollte sich auch im­mer mal wie­der be­wusst ma­chen, dass un­sere ge­samte Er­näh­rung auf Pflan­zen ba­siert – selbst über das Fleisch von Tie­ren, die letzt­end­lich dar­auf an­ge­wie­sen sind.

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Verloren gegangener Naturschatz

Die Uh­land­straße im Ok­to­ber 2011

Ge­denk­tag
Zu dem auf heute vor­ver­leg­ten Tag des Bau­mes ge­den­ken wir der 22 Lin­den in der Uh­land­straße, die vor neun Jah­ren dem Stra­ßen­bau zum Op­fer fie­len. Bis zu 80 Jahre alt wa­ren sie, so ge­nannte „vi­tale Groß­bäume“, drei von ih­nen et­was ma­rode. Trotz hef­ti­ger Dis­kus­sio­nen in der Bür­ger­schaft konn­ten in der Ge­mein­de­rats­sit­zung laut Pro­to­koll (ab Seite 7) 13 Rä­tIn­nen, die die­sen Na­tur­schatz er­hal­ten woll­ten, ihre rest­li­chen 18 Kol­le­gIn­nen nicht vom Wunsch nach Fäl­lung der Lin­den ab­brin­gen.

Die Uh­land­straße heute
„Ver­lo­ren ge­gan­ge­ner Na­tur­schatz“ wei­ter­le­sen

Das Privileg der Frauen

Anne Wil­son Schaef

Ge­denk­tag
Zum heu­ti­gen Welt­frau­en­tag soll Dr. Anne Wil­son Schaef zu Wort kom­men. Als „in­ter­na­tio­nal an­er­kannte spi­ri­tu­elle Leh­re­rin, Hei­le­rin und Äl­teste der in­dia­ni­schen Che­ro­kee“ wird sie von ih­rer deut­schen Über­set­ze­rin, der in Adel­berg le­bende Ils­erose Vol­l­enwei­der be­schrie­ben. Vor 40 Jah­ren sorgte Schaef mit ih­rem Buch „Weib­li­che Wirk­lich­keit“ für Auf­se­hen. Es ist eine scharf­sich­tige Ana­lyse des­sen, was es heißt, als Frau in un­se­rer „west­li­chen“ Ge­sell­schaft zu le­ben.

Die Ant­wort auf die Frage, wie wir alle auf eine bes­sere Art mit­ein­an­der, mit uns selbst und mit un­se­rem Pla­ne­ten um­ge­hen könn­ten, hat Anne Wil­sons Schaef in ih­rem Buch „Ein neues Pa­ra­digma le­ben“ ge­lie­fert, das im Vol­l­enwei­der Ver­lag vor drei Jah­ren auf Deutsch er­schien.

In täg­li­chen Im­pul­sen be­han­delt sie darin The­men wie Re­spekt, Ehr­lich­keit, Prä­senz, den Um­gang mit der Na­tur so­wie die Chance, et­was ler­nen zu dür­fen, aber auch die „Ver­lo­ckung, Op­fer zu sein“, und dass un­ser Le­ben ein Pro­zess ist, wes­halb wir ei­ner Il­lu­sion er­lie­gen, wenn wir an­neh­men, dass wir es kon­trol­lie­ren könn­ten. Hier ein Text­aus­zug:

„Das Pri­vi­leg der Frauen“ wei­ter­le­sen

Paula Haushahn

Foto: Fa­mi­lie Haus­hahn

Ge­denk­tag
Heute vor 123 Jah­ren kam Paula Haus­hahn zur Welt. Sie war Schorn­dorfs erste Lo­kal­jour­na­lis­tin. 1888 hatte ihr Va­ter, der Buch­dru­cke­rei­be­sit­zer Adolf Haus­hahn, die de­mo­kra­ti­sche Zei­tung „Schorn­dor­fer Volks­blatt“ ge­grün­det, für das sie Be­richte ver­fasste und als An­zei­gen­lei­te­rin fun­gierte.

Als Haus­hahns Ver­lag samt Buch­dru­cke­rei im Jahr 1940 von der NS-Presse über­nom­men wurde, musste sie ih­ren Le­bens­un­ter­halt ge­zwun­ge­ner­ma­ßen beim „Schorn­dor­fer Kreis­blatt“ ver­die­nen. Be­acht­lich ist, dass sie dort dem Ver­lags­lei­ter Vik­tor Ma­thio­szek, der nach ih­ren Aus­sa­gen ein „ty­pi­scher Nazi mit dem gol­de­nen Par­tei­ab­zei­chen“ war, in der Ge­schäfts­stelle Haus­ver­bot er­teilte, und ihn schließ­lich aus sei­nem Amt ver­trieb. Und dies, ob­wohl der Schrift­lei­ter der Zei­tung, Dr. Böh­mer, „nie ge­wagt hat, ihm die Türe zu wei­sen, auch wenn er ihn noch so be­lei­digt und ge­quält hat“.

„Paula Haus­hahn“ wei­ter­le­sen
schoblatt.de