Gedenktag
„Christus, der Retter, ist da“, klingt es im bekannten Weihnachtslied. Eine große Sehnsucht der Menschen steckt in diesen Worten. Denn groß sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen: finanziell, ökologisch, gesellschaftlich, ethisch.
Leider ist das Leben kein Hollywood-Western, in dem ein Retter mit unbestechlichem Herzen und stahlblauen Augen die Stadt von der Schurken-Bande befreit. Andererseits: Selbst wenn dieser Retter käme, wären am Ende doch wieder 70 Prozent der Bevölkerung unzufrieden, weil er zwar eine große Kernforderung erfüllt hat, aber in vielem anderen ihren Erwartungen nicht perfekt entspricht.
Die Lösung dieses Problems besteht darin, dass es keine Lösung gibt, zumindest nicht die eine einzige. Wenn wir uns von diesem Kindheitstraum verabschieden, wäre schon viel gewonnen. Weil wir uns dann nicht mehr von falschen Versprechungen betören lassen. Weil wir wissen, dass die meisten derer, die uns irgendeine Rettung versprechen, sich selbst in die Tasche lügen. Oft hoffen sie, ein glücklicher Zufall kommt ihnen zu Hilfe – so wie notorische Glücksspieler, die sich stets aufs Neue einreden, dass es beim nächsten Mal garantiert mit dem Geldsegen klappt.
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