Was auf den Tisch kommt…

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In der Ge­mein­de­rats­de­batte um den Mu­se­ums­stand­ort vo­rige Wo­che drohte OB Hornikel den Grü­nen, die eine Ver­ta­gung der Ent­schei­dung be­an­tragt hat­ten, mit der dra­ko­ni­schen Kon­se­quenz: „Euer An­trag stellt ein Mu­seum in Schorn­dorf in Frage.“

Wenn je­mand ganz un­ver­mit­telt ein der­art ri­gi­des Ver­hal­ten an den Tag legt, deu­ten Psy­cho­lo­gen dies oft als Wie­der­ho­lung des­sen, was der­je­nige als Kind selbst er­lit­ten hat. In die­sem Falle eine Er­fah­rung à la: „Ge­ges­sen, wird, was auf den Tisch kommt! Wenn dir das nicht passt, dann geht’s heute ohne Abend­brot ins Bett!“

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Museums-Umzug an Busbahnhof beschlossen

Mit 20 Ja-Stim­men hat der Ge­mein­de­rat am Don­ners­tag den Um­zug des Stadt­mu­se­ums aus der ehe­ma­li­gen La­tein­schule am Kirch­platz in das frü­here Kauf­haus Frech am Bus­bahn­hof be­schlos­sen – mit­hin eine Hal­bie­rung der Aus­stel­lungs­flä­che. Er­öff­nungs­ter­min: frü­hes­tens 2029.

Ge­schlos­sen für die­sen Plan stimm­ten die Frak­tio­nen von AfD, SPD und FDP/​FW – letz­tere laut de­ren Vor­sit­zen­dem Jung­in­ger aus­drück­lich ob­wohl „die Stadt we­der das Geld für die Miete noch für den Um­zug hat“.

Ge­gen den Plan vo­tier­ten 8 Rats­mit­glie­der: von den Grü­nen Frie­de­rike Köst­lin, Joe Sa­ling, Kath­rin Hüb­ner und To­bias Schmid so­wie von der CDU Klaus Do­bler, Thors­ten Lei­ter, Mat­thias Mül­ler-Eiß­feldt und Ingo Som­brutzki. Grü­nen-Rä­tin Si­mone Hö­fer ent­hielt sich.

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BürgerInnen wollen ihr Museum retten

S. Sa­ge­stan (Lan­des­stelle für Mu­seen), K. Konz und F. Oes­terle (Ver­wal­tung), H. Diet­rich (Hei­mat­ver­ein), Mu­se­ums­lei­te­rin Berg­ler, Ar­chi­tekt Stamm­ler und OB Hornikel stell­ten sich den Fra­gen der zahl­reich ge­kom­me­nen Bür­ger­schaft.

Zu Be­ginn des Info-Abends zum Ver­kauf des Mu­se­ums­ge­bäu­des am Mon­tag in just dem­sel­ben: der al­ten La­tein­schule, sprach OB Hornikel in wohl­ge­setz­ten Wor­ten da­von, dass das Thema Mu­seum „emo­tio­nal ist“ und der Um­gang mit dem „his­to­ri­schen Erbe“ der Bür­ger­schaft „nicht egal“ sei.

Gut zwei Stun­den spä­ter wusste er dann auch, wie sich dies in der Rea­li­tät an­fühlt: Das Mu­seum zu ver­kau­fen ist, als ob man die ei­gene Groß­mutter ver­kau­fen sollte. Dies wurde ihm von den rund 100 en­ga­gier­ten Bür­ge­rIn­nen im rap­pel­vol­len Mu­se­ums-Saal ein­drück­lich ver­mit­telt: Das geht gar nicht!

Gleich­zei­tig wurde spür­bar, was es heißt, dass das Wis­sen um die ei­gene Ge­schichte Wur­zeln schafft. Durch ihre Ver­bun­den­heit mit dem his­to­ri­schen Ge­bäude strahl­ten die­je­ni­gen, die sich in der Dis­kus­sion zu Wort mel­de­ten, die Ge­wiss­heit aus, dass den Zah­len und Pro­gno­sen aus dem Rat­haus mit Vor­sicht zu be­geg­nen ist.

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Die Jahreslosung für 2025

„Gott spricht: Siehe, ich ma­che al­les neu!“ Die­sen Satz aus dem Bi­bel­teil „Of­fen­ba­rung“, auch „Apo­ka­lypse“ ge­nannt, hat die „Öku­me­ni­schen Ar­beits­ge­mein­schaft für Bi­bel­le­sen“ vor drei Jah­ren zur dies­jäh­ri­gen Lo­sung ge­wählt.

An­ge­sichts von Zu­stän­den in der Po­li­tik, die zu­neh­mend von Par­tei­en­filz, Ei­gen­nutz und man­geln­dem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein ge­prägt sind, kann man ver­ste­hen, dass Ste­fa­nie Bah­lin­ger, die diese Lo­sung seit 2009 auf ihre un­ver­wech­sel­bare Weise op­tisch um­setzt, sagt: „Das ist wie­der mal eine Jah­res­lo­sung nach mei­nem Ge­schmack.“

Er­neue­rung wün­schen sich 71 bis 82 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land, wie eine ak­tu­elle Um­frage er­gibt: Nur 22 Pro­zent sind mit der Re­gie­rung zu­frie­den. Frei­lich ge­hen die Vor­stel­lun­gen da­von, wie eine gute Er­neue­rung aus­sieht, weit aus­ein­an­der, schon al­lein un­ter den Wäh­le­rIn­nen der ver­schie­de­nen Par­teien.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 3)

Im Sep­tem­ber er­fuh­ren wird, dass Sit­zungs­vor­la­gen für den Ge­mein­de­rat in­zwi­schen mit Hilfe so­ge­nann­ter „Künst­li­cher In­tel­li­genz“ an­ge­fer­tigt wer­den.

Das er­in­nert uns daran, dass Schorn­dorf sich vor we­ni­gen Jah­ren als Mo­dell­kom­mune für das Ex­pe­ri­ment „Smart City“ be­wor­ben hat, aber lei­der (oder zum Glück?) für die­ses För­der­pro­gramm nicht aus­ge­wählt wurde.

Mit den Wor­ten „Wir las­sen uns nicht ein­re­den, dass Krieg nor­mal ist“ wurde im glei­chen Mo­nat zu ei­ner gro­ßen Frie­dens­kund­ge­bung in Stutt­gart am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ auf­ge­ru­fen. Denn: „Ein hoch­ge­rüs­te­tes Deutsch­land hat nie Frie­den ge­bracht“.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 2)

In der Tra­di­tion von Pa­zi­fis­tin­nen wie Frida Per­len und He­lene Stö­cker set­zen sich ak­tu­ell ver­mehrt wie­der Frauen für den Frie­den ein. Und wie jene da­mals wer­den auch sie heute be­schimpft. Das er­lebte im Mai Eva-Ma­ria Gi­deon, die ehe­ma­lige Schorn­dor­fe­rin, als sie in Schwä­bisch Gmünd eine Rede zu 80 Jahre Kriegs­ende hielt.

Ihr Wunsch, aus die­sem Krieg zu ler­nen, wurde in der dor­ti­gen Lo­kal­zei­tung ver­zerrt wie­der­ge­ge­ben, wes­halb wir ihre Rede mit dem Ti­tel „Wie schön wäre es“ als Gast­bei­trag im Wort­laut ver­öf­fent­lich­ten.

Dar­auf­hin er­reichte uns ein Le­ser­brief von Do­ro­thea Nie­wienda, die von herz­er­grei­fen­den Ver­söh­nungs­sze­nen bei ih­rer Reise nach Russ­land be­rich­tete, bei der Men­schen bei­der Na­tio­nen an dor­ti­gen Ge­denk­stät­ten und Sol­da­ten­fried­hö­fen ge­mein­sam trau­er­ten.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 1)

Bür­ger­meis­ter Eng­lert legte die­ses Jahr dem Ge­mein­de­rat ei­nen nicht aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor. Den die­ser be­schloss. Und den die Auf­sichts­be­hörde nicht ge­neh­migte. So dass man nach­ar­bei­ten musste. Aber der Reihe nach.

So wie das vor­he­rige Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung en­dete, be­gann das neue Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung. Wer im Ja­nuar den On­line-Fra­ge­bo­gen zur Stadt­ent­wick­lung aus­füllte, be­kam am Ende statt ei­ner po­si­ti­ven Be­stä­ti­gung und/​oder ei­nem Dank die Mel­dung: „Oops, das hätte nicht pas­sie­ren dür­fen.“ Die Stadt be­teu­ert, dass die An­ga­ben den­noch in die Ana­lyse ein­ge­flos­sen seien.

Im Hin­blick auf die vor­ge­zo­gene Bun­des­tags­wahl machte sich die hie­sige Frie­dens­in­itia­tive Sor­gen, weil „Verteidigungs“-Minister Pis­to­rius die Be­völ­ke­rung dazu auf­rief, „kriegs­tüch­tig“ zu wer­den. Die „Nach­Denk­Sei­ten“ brand­mark­ten dies üb­ri­gens als „Goeb­bels-Sprech“, weil es stark an­ge­lehnt ist an die Wort­wahl des NS-Pro­pa­ganda-Mi­nis­ters Goeb­bels.

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Kein Extremismus in Schorndorf

In Schorn­dorf gibt es kei­nen Ex­tre­mis­mus in Par­teien. So lau­tet der „vor­läu­fige Be­fund“, den der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Rolf Fran­ken­ber­ger am Frei­tag­abend bei der „De­mo­kra­tie­kon­fe­renz“ vor­stellte. Er forscht an der Uni Tü­bin­gen zu „po­li­ti­scher Kul­tur und Le­bens­wel­ten“ so­wie „ex­trem rech­ten Ideo­lo­gien und de­ren Ver­all­täg­li­chung“.

Er er­klärte den rund 40 Teil­neh­me­rIn­nen im hie­si­gen Rat­haus, dass auch hin­sicht­lich der de­mo­kra­ti­schen Teil­habe die Lage in Schorn­dorf „ei­gent­lich gut“ und „noch halb­wegs in­takt“ sei, denn „da ist noch Dia­log“. Dies hät­ten zu­min­dest die 13 Per­so­nen mit „Ein­blick“, die sein Team in­ter­viewt habe, so ge­äu­ßert.

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Der OB warnt vor Missbrauch von Macht

Ober­bür­ger­meis­ter Bernd Hornikel er­klärte in sei­ner Rede zum Volks­trau­er­tag, dass die Vor­stel­lung, Krieg sei le­dig­lich die „Fort­set­zung der Po­li­tik mit an­de­ren Mit­teln“ auf „ekla­tante Weise“ ver­harm­lose, was Krieg tat­säch­lich an un­fass­ba­rem Leid über die Men­schen bringt.

Des­we­gen plä­diert er da­für, „Kon­flikte nicht mehr mit Waf­fen, son­dern mit Wor­ten zu lö­sen“. Er apel­lierte: „Je­der von uns kann den Dia­log su­chen“ und: „Frie­den be­ginnt dort, wo Men­schen ein­an­der ver­ste­hen wol­len, statt sich zu be­kämp­fen.“ 

Hier das Ma­nu­skript der ge­sam­ten Rede:

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