„Happy Birthday“ Grundgesetz

Schü­ler­ar­bei­ten im Rat­haus­foyer zu Men­schen­würde und ‑rech­ten

Zum „Ge­burts­tag“ des Grund­ge­set­zes am 23. Mai ha­ben Schorn­dor­fer Schü­le­rIn­nen Kunst­werke an­ge­fer­tigt, die sich mit dem Thema Grund- und Men­schen­rechte aus­ein­an­der­set­zen. Bis 31. Mai sind sie im Foyer des Rat­hau­ses aus­ge­stellt.

Die Ju­gend­li­chen folg­ten da­mit dem Auf­ruf von Bun­des­prä­si­dent Stein­meier, den „Eh­ren­tag“ zu wür­di­gen, mit des­sen Ab­lauf anno 1949 das Grund­ge­setz um Mit­ter­nacht in Kraft trat. Es war ein vor­läu­fi­ges Kon­strukt, weil die DDR-Ge­biete da­mals noch nicht da­zu­ge­hör­ten.

Der Ar­ti­kel 146 des Grund­ge­setz­tes sah des­halb seine ei­gene Selb­st­ab­schaf­fung vor – und tut es im­mer noch, näm­lich „an dem Tage, an dem eine Ver­fas­sung in Kraft tritt, die von dem deut­schen Volke in freier Ent­schei­dung be­schlos­sen wor­den ist“.

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„…dann wenigstens diesen schönen Platz“

Mit 17 zu 10 Stim­men hat der Ge­mein­de­rat be­schlos­sen, den Ar­chiv­platz in ei­nen Park um­zu­wan­deln. Kos­ten: 2,5 Mil­lio­nen Euro. Ge­schlos­sen da­ge­gen stimmte die CDU.

De­ren Frak­ti­ons­chef Her­mann Beu­tel er­klärte: Durch ge­plante Strei­chun­gen im so­zia­len Be­reich, wie etwa der Fa­mi­li­en­pass, bei gleich­zei­ti­ger Er­hö­hung von Ge­büh­ren gebe es sehr viel, „was wir den Bür­gern zu­mu­ten“. Da­her dürfe der Ge­mein­de­rat nicht Geld aus­ge­ben für „Dinge, die zwar schön wä­ren, aber nicht un­be­dingt not­wen­dig“ sind.

Grü­nen-Stadt­rä­tin Si­mone Hö­fer kam zum ge­gen­tei­li­gen Schluss. Ja, be­kannte sie, die Liste an Zu­mu­tun­gen für die Ein­woh­ner­schaft sei lang, aber „dann ge­ben wir den Leu­ten we­nigs­tens die­sen schö­nen Platz.“

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Was auf den Tisch kommt…

Kom­men­tar«
In der Ge­mein­de­rats­de­batte um den Mu­se­ums­stand­ort vo­rige Wo­che drohte OB Hornikel den Grü­nen, die eine Ver­ta­gung der Ent­schei­dung be­an­tragt hat­ten, mit der dra­ko­ni­schen Kon­se­quenz: „Euer An­trag stellt ein Mu­seum in Schorn­dorf in Frage.“

Wenn je­mand ganz un­ver­mit­telt ein der­art ri­gi­des Ver­hal­ten an den Tag legt, deu­ten Psy­cho­lo­gen dies oft als Wie­der­ho­lung des­sen, was der­je­nige als Kind selbst er­lit­ten hat. In die­sem Falle eine Er­fah­rung à la: „Ge­ges­sen, wird, was auf den Tisch kommt! Wenn dir das nicht passt, dann geht’s heute ohne Abend­brot ins Bett!“

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Museums-Umzug an Busbahnhof beschlossen

Mit 20 Ja-Stim­men hat der Ge­mein­de­rat am Don­ners­tag den Um­zug des Stadt­mu­se­ums aus der ehe­ma­li­gen La­tein­schule am Kirch­platz in das frü­here Kauf­haus Frech am Bus­bahn­hof be­schlos­sen – mit­hin eine Hal­bie­rung der Aus­stel­lungs­flä­che. Er­öff­nungs­ter­min: frü­hes­tens 2029.

Ge­schlos­sen für die­sen Plan stimm­ten die Frak­tio­nen von AfD, SPD und FDP/​FW – letz­tere laut de­ren Vor­sit­zen­dem Jung­in­ger aus­drück­lich ob­wohl „die Stadt we­der das Geld für die Miete noch für den Um­zug hat“.

Ge­gen den Plan vo­tier­ten 8 Rats­mit­glie­der: von den Grü­nen Frie­de­rike Köst­lin, Joe Sa­ling, Kath­rin Hüb­ner und To­bias Schmid so­wie von der CDU Klaus Do­bler, Thors­ten Lei­ter, Mat­thias Mül­ler-Eiß­feldt und Ingo Som­brutzki. Grü­nen-Rä­tin Si­mone Hö­fer ent­hielt sich.

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BürgerInnen wollen ihr Museum retten

S. Sa­ge­stan (Lan­des­stelle für Mu­seen), K. Konz und F. Oes­terle (Ver­wal­tung), H. Diet­rich (Hei­mat­ver­ein), Mu­se­ums­lei­te­rin Berg­ler, Ar­chi­tekt Stamm­ler und OB Hornikel stell­ten sich den Fra­gen der zahl­reich ge­kom­me­nen Bür­ger­schaft.

Zu Be­ginn des Info-Abends zum Ver­kauf des Mu­se­ums­ge­bäu­des am Mon­tag in just dem­sel­ben: der al­ten La­tein­schule, sprach OB Hornikel in wohl­ge­setz­ten Wor­ten da­von, dass das Thema Mu­seum „emo­tio­nal ist“ und der Um­gang mit dem „his­to­ri­schen Erbe“ der Bür­ger­schaft „nicht egal“ sei.

Gut zwei Stun­den spä­ter wusste er dann auch, wie sich dies in der Rea­li­tät an­fühlt: Das Mu­seum zu ver­kau­fen ist, als ob man die ei­gene Groß­mutter ver­kau­fen sollte. Dies wurde ihm von den rund 100 en­ga­gier­ten Bür­ge­rIn­nen im rap­pel­vol­len Mu­se­ums-Saal ein­drück­lich ver­mit­telt: Das geht gar nicht!

Gleich­zei­tig wurde spür­bar, was es heißt, dass das Wis­sen um die ei­gene Ge­schichte Wur­zeln schafft. Durch ihre Ver­bun­den­heit mit dem his­to­ri­schen Ge­bäude strahl­ten die­je­ni­gen, die sich in der Dis­kus­sion zu Wort mel­de­ten, die Ge­wiss­heit aus, dass den Zah­len und Pro­gno­sen aus dem Rat­haus mit Vor­sicht zu be­geg­nen ist.

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Die Jahreslosung für 2025

„Gott spricht: Siehe, ich ma­che al­les neu!“ Die­sen Satz aus dem Bi­bel­teil „Of­fen­ba­rung“, auch „Apo­ka­lypse“ ge­nannt, hat die „Öku­me­ni­schen Ar­beits­ge­mein­schaft für Bi­bel­le­sen“ vor drei Jah­ren zur dies­jäh­ri­gen Lo­sung ge­wählt.

An­ge­sichts von Zu­stän­den in der Po­li­tik, die zu­neh­mend von Par­tei­en­filz, Ei­gen­nutz und man­geln­dem Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein ge­prägt sind, kann man ver­ste­hen, dass Ste­fa­nie Bah­lin­ger, die diese Lo­sung seit 2009 auf ihre un­ver­wech­sel­bare Weise op­tisch um­setzt, sagt: „Das ist wie­der mal eine Jah­res­lo­sung nach mei­nem Ge­schmack.“

Er­neue­rung wün­schen sich 71 bis 82 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land, wie eine ak­tu­elle Um­frage er­gibt: Nur 22 Pro­zent sind mit der Re­gie­rung zu­frie­den. Frei­lich ge­hen die Vor­stel­lun­gen da­von, wie eine gute Er­neue­rung aus­sieht, weit aus­ein­an­der, schon al­lein un­ter den Wäh­le­rIn­nen der ver­schie­de­nen Par­teien.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 3)

Im Sep­tem­ber er­fuh­ren wird, dass Sit­zungs­vor­la­gen für den Ge­mein­de­rat in­zwi­schen mit Hilfe so­ge­nann­ter „Künst­li­cher In­tel­li­genz“ an­ge­fer­tigt wer­den.

Das er­in­nert uns daran, dass Schorn­dorf sich vor we­ni­gen Jah­ren als Mo­dell­kom­mune für das Ex­pe­ri­ment „Smart City“ be­wor­ben hat, aber lei­der (oder zum Glück?) für die­ses För­der­pro­gramm nicht aus­ge­wählt wurde.

Mit den Wor­ten „Wir las­sen uns nicht ein­re­den, dass Krieg nor­mal ist“ wurde im glei­chen Mo­nat zu ei­ner gro­ßen Frie­dens­kund­ge­bung in Stutt­gart am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ auf­ge­ru­fen. Denn: „Ein hoch­ge­rüs­te­tes Deutsch­land hat nie Frie­den ge­bracht“.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 2)

In der Tra­di­tion von Pa­zi­fis­tin­nen wie Frida Per­len und He­lene Stö­cker set­zen sich ak­tu­ell ver­mehrt wie­der Frauen für den Frie­den ein. Und wie jene da­mals wer­den auch sie heute be­schimpft. Das er­lebte im Mai Eva-Ma­ria Gi­deon, die ehe­ma­lige Schorn­dor­fe­rin, als sie in Schwä­bisch Gmünd eine Rede zu 80 Jahre Kriegs­ende hielt.

Ihr Wunsch, aus die­sem Krieg zu ler­nen, wurde in der dor­ti­gen Lo­kal­zei­tung ver­zerrt wie­der­ge­ge­ben, wes­halb wir ihre Rede mit dem Ti­tel „Wie schön wäre es“ als Gast­bei­trag im Wort­laut ver­öf­fent­lich­ten.

Dar­auf­hin er­reichte uns ein Le­ser­brief von Do­ro­thea Nie­wienda, die von herz­er­grei­fen­den Ver­söh­nungs­sze­nen bei ih­rer Reise nach Russ­land be­rich­tete, bei der Men­schen bei­der Na­tio­nen an dor­ti­gen Ge­denk­stät­ten und Sol­da­ten­fried­hö­fen ge­mein­sam trau­er­ten.

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Jahresrückblick 2025 (Teil 1)

Bür­ger­meis­ter Eng­lert legte die­ses Jahr dem Ge­mein­de­rat ei­nen nicht aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor. Den die­ser be­schloss. Und den die Auf­sichts­be­hörde nicht ge­neh­migte. So dass man nach­ar­bei­ten musste. Aber der Reihe nach.

So wie das vor­he­rige Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung en­dete, be­gann das neue Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung. Wer im Ja­nuar den On­line-Fra­ge­bo­gen zur Stadt­ent­wick­lung aus­füllte, be­kam am Ende statt ei­ner po­si­ti­ven Be­stä­ti­gung und/​oder ei­nem Dank die Mel­dung: „Oops, das hätte nicht pas­sie­ren dür­fen.“ Die Stadt be­teu­ert, dass die An­ga­ben den­noch in die Ana­lyse ein­ge­flos­sen seien.

Im Hin­blick auf die vor­ge­zo­gene Bun­des­tags­wahl machte sich die hie­sige Frie­dens­in­itia­tive Sor­gen, weil „Verteidigungs“-Minister Pis­to­rius die Be­völ­ke­rung dazu auf­rief, „kriegs­tüch­tig“ zu wer­den. Die „Nach­Denk­Sei­ten“ brand­mark­ten dies üb­ri­gens als „Goeb­bels-Sprech“, weil es stark an­ge­lehnt ist an die Wort­wahl des NS-Pro­pa­ganda-Mi­nis­ters Goeb­bels.

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