Jahresrückblick 2024 (Teil 2)

Im Hin­blick auf die be­vor­ste­hende Ge­mein­de­rats­wahl frag­ten wir im Mai die dort an­tre­ten­den sechs Lis­ten un­ter an­de­rem, wo sie beim städ­ti­schen Haus­halt spa­ren wol­len. Die CDU will die Stabs­stelle Kli­ma­schutz per­so­nell re­du­zie­ren, da an­dere Kreis­städte un­se­rer Größe ja auch mit zwei statt fünf Per­so­nen aus­kä­men.

Die SPD möchte „auch un­an­ge­nehme The­men in Be­tracht zie­hen“, wie etwa die Park­ge­büh­ren an­he­ben, wäh­rend die FDP/​FW-Frak­tion eher „zah­lungs­kräf­tige Ge­wer­be­steu­er­zah­ler nach Schorn­dorf lo­cken“ will. Hin­ge­gen er­klärte die AfD: „Schorn­dorf hat kein Einnahmen‑, son­dern ein Aus­ga­ben­pro­blem“, vor al­lem mit kost­spie­lige „Leucht­turm­pro­jek­ten“.

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Jahresrückblick 2024 (Teil 1)

Die Anti-AfD-Demo Ende Ja­nuar war für Frie­de­rike Köst­lin, die Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Grü­nen, der Hö­he­punkt des Jah­res 2024, denn da „gin­gen rund 3.000 Men­schen für un­sere frei­heit­li­che de­mo­kra­ti­sche Grund­ord­nung auf die Straße und zeig­ten Flagge“. Was sie in „Schorn­dorf ak­tu­ell“ mit ei­nem „Danke!“ ho­no­rierte. Weil: „Es gibt ein gu­tes Ge­fühl, dass in Kri­sen­si­tua­tio­nen Ge­mein­schaft und So­li­da­ri­tät funk­tio­nie­ren.“

Dass auch OB Hornikel an die­ser Demo teil­nahm, war im Vor­feld kon­tro­vers dis­ku­tiert wor­den. Dies sei nicht ver­ein­bar mit sei­ner Neu­tra­li­täts­pflicht als Stadt­ober­haupt, hieß es. Er, sei­ner­seits von Be­ruf Ju­rist, er­klärte hin­ge­gen, dass er dort nicht in sei­ner Amts­funk­tion, son­dern als Pri­vat­mensch auf­trete. Die Glosse „Eine Demo in ei­nem klei­nen Dorf“ ist ei­ner der meist­ge­le­se­nen Bei­träge in die­sem Jahr im „schoblatt“.

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Grace Kellys Ahnen sind aus Schorndorf

Grace Kelly 1955 mit Os­car (Foto: UCLA Li­brary)

Die ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin und spä­tere Fürs­tin Gra­cia Pa­tri­cia von Mo­naco hat ei­nen ge­bür­ti­gen Schorn­dor­fer als Ahn­her­ren. Denn ihre Mut­ter Mar­ga­ret ist eine ge­bo­rene Ma­jer. Vor­fahre Ge­org Fried­rich Ma­jer kam 1695 in Schorn­dorf zur Welt und starb 1765 in Stutt­gart. Mehr noch: Er ist der Bau­meis­ter des hie­si­gen Rat­hau­ses, das von 1726 bis 1730 er­stellt wurde.

Ver­hei­ra­tet war er mit Chris­tina Eu­f­ro­sine Lang, ei­ner Pfar­rers­toch­ter aus Al­din­gen. Sein Sohn Jo­hann Chris­tian hatte ab 1783 das Amt des Rek­tors an der Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen inne, sein En­kel Gus­tav wurde dort Ober­jus­tiz­rat, der Ur­en­kel Karl war dann Guts­be­sit­zer auf Schloss Helms­dorf bei Im­menstaad am Bo­den­see.

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Wie sparen andere Städte?

Schorn­dorfs Stadt­haus­halt droht zu schei­tern, nach­dem der Ge­mein­de­rat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung die ein­ge­plante Er­hö­hung der Grund­steuer ver­wei­gert hat, da sich AfD- so­wie Teile der CDU- und der FDP/FW-Frak­tion ih­ren Wahl­ver­spre­chen ver­pflich­tet füh­len.

Wenn im Rat­haus von „Spa­ren“ die Rede ist, meint man dort meis­tens nicht das, was eine schwä­bi­sche Haus­frau dar­un­ter ver­steht. Statt näm­lich Ver­zicht­ba­res zu strei­chen, sucht man statt­des­sen Mög­lich­kei­ten, um den Bür­ge­rIn­nen nur noch tie­fer in die Ta­sche zu grei­fen.

Des­halb ha­ben wir uns auf die Su­che ge­macht, wo und wie an­dere Kom­mu­nen in ih­rem Haus­halt tat­säch­lich Kos­ten ein­spa­ren wol­len.

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Stadträte gegen Grundsteuer-Erhöhung

Ge­rald Jung­in­ger, Pe­ter Schwan und Jo­chen Schä­fer be­an­tra­gen im Ge­mein­de­rat of­fi­zi­ell, die Grund­steuer-Re­form nicht da­für zu nut­zen, zu­sätz­li­ches Geld in die Schorn­dor­fer Stadt­kasse zu spü­len. Diese drei Stadt­räte der FDP/FW-Frak­tion plä­die­ren da­her in ih­rem An­trag, dass der Ge­mein­de­rat ei­nen He­be­satz von 216 für die Grund­steuer B be­schlie­ßen möge.

Denn ihre Frak­tion sei mit der „kla­ren Aus­sage im Ge­mein­de­rats­wahl­kampf an­ge­tre­ten“, die Grund­steu­er­re­form „er­geb­nis­neu­tral“ um­zu­set­zen, so dass in der Summe am Ende den Grund­be­sit­ze­rIn­nen nicht mehr Geld als vor­her ab­ge­nom­men werde.

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Trans-Frauen drohen Feministin mit Mord

„Wir wol­len Euch tot se­hen“, schrei­ben Trans-Ak­ti­vis­tIn­nen der auf der fran­zö­si­schen In­ter­net-Seite „Pa​ris​-Lutte​.info“. Die Mord­dro­hung rich­tet sich ge­gen die Fe­mi­nis­tin Mar­gue­rite Stern und ihre Freun­din Dora Mou­tot, die ge­mein­sam ein Buch mit dem Ti­tel „Trans­ma­nia“ ver­öf­fent­licht ha­ben.

Darin kri­ti­sie­ren, wie das Ma­ga­zin Emma schreibt, die bei­den „wohl­ge­merkt: nicht die Trans­se­xua­li­tät an sich“, son­dern eine „Trans-Ideo­lo­gie“, die „schon viel Un­heil an­ge­rich­tet hat“ durch Ge­schlechts­rol­len-Ir­ri­ta­tio­nen, Hor­mon-Be­hand­lun­gen und ver­stüm­melnde Ope­ra­tio­nen.

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Grünen-Stadtrat Schmid zufriedengestellt

Mit 27 Ja-Stim­men ge­neh­migte der Ge­mein­de­rat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung der Ver­wal­tung Mehr­kos­ten von 1,9 Mil­lio­nen Euro für die neue Bü­che­rei. Mit Nein stimm­ten die AfD-Räte Lars Haise und Da­niel Schmidt, CDU-Frau Kirs­ten Katz und Mat­thias Not­h­durft (Bür­ger­stimme).

Neu-Stadt­rat To­bias Schmid (Grüne), der im Tech­ni­schen Aus­schuss noch ge­gen den An­trag ge­stimmt hatte und – wie seine Frak­ti­ons­vor­sit­zende Frie­de­rike Köst­lin schon im Juli – die Ein­ho­lung ei­ner zwei­ten Mei­nung be­züg­lich der Holz­schä­den an der Meie­rei be­gehrte, er­klärte nun in der Sit­zung, er werde die Mehr­kos­ten „to­tal mit­tra­gen“. Die Höhe der an­ge­setz­ten Kos­ten, die er zu­vor noch kri­ti­siert hatte, wa­ren für ihn nun kein Thema mehr.

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„Ich möchte mein Leben zurückhaben“

Der Va­ter ei­nes Kin­des, das in der Kita „Wies­lauf­käp­sele“ an­ge­mel­det ist, wo es seit Mo­na­ten keine ver­läss­li­che Be­treu­ung gibt, kri­ti­sierte in der Bür­ger­fra­ge­stunde, dass die Stadt hier ih­rer Für­sor­ge­pflicht nicht nach­komme.

„Un­ser Le­ben wird von die­ser Kita be­stimmt“, sagte er, es kreise tag­täg­lich um die exis­ten­ti­elle Frage, ob von der Kita für den nächs­ten Tag eine Ab­sage kommt und ein El­tern­teil nicht zur Ar­beit ge­hen kann: „Ich möchte mein Le­ben zu­rück­ha­ben.“ Ein zwei­ter Va­ter gab zu be­den­ken: „Wir sind Fach­kräfte, wir feh­len euch!“

Die Ner­ven lä­gen blank bei 21 be­trof­fe­nen Fa­mi­lien. Drei Müt­tern sei be­reits ge­kün­digt wor­den, weil sie zu oft da­heim blei­ben muss­ten we­gen solch ei­ner kurz­fris­ti­gen Ab­sage der Kita. Als Bür­ger­meis­ter Eng­lert mit ei­nem Lä­cheln meinte, dass er das Pro­blem „mensch­lich ver­stehe“, fühlte sich der Va­ter nicht ernst­ge­nom­men und schob nach: „Es ist wirk­lich an­stren­gend.“

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Bücherei-Mehrkosten lebhaft diskutiert

Mehr­kos­ten von 1,9 Mil­lio­nen Euro durch Ab­bruch samt Neu­auf­bau der Holz­kon­struk­tion am Meie­rei-Ge­bäude sollte der Tech­ni­sche Aus­schuss (TA) auf An­trag der Ver­wal­tung in sei­ner jüngs­ten Sit­zung be­wil­li­gen. Ver­wor­fen wor­den war von der Rat­haus­spitze die Al­ter­na­tive „Aus­tausch der schad­haf­ten Höl­zer“, da diese mit ver­an­schlag­ten 2,9 Mil­lio­nen Euro um 1 Mil­lion Euro noch teu­rer käme.

Die ge­nann­ten Kos­ten wur­den von Stadt­rat To­bias Schmid (Grüne) an­ge­zwei­felt. Und so be­kam der An­trag die denk­bar knappste Zu­stim­mung, wor­auf­hin Bür­ger­meis­ter Eng­lert arg­wöhnte, dass der Ge­mein­de­rat ihm „ei­nen Fuß stel­len“ wolle für seine Pläne, und OB Hornikel gar mit recht­li­chen Schrit­ten drohte, falls das Gre­mium in sei­ner Sit­zung am 25. Sep­tem­ber nicht dem Wunsch der Ver­wal­tung folge.

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