Protest im Schaufenster

Ge­gen die Po­li­tik der Re­gie­rung be­gin­nen Schorn­dorfs Ge­wer­be­trei­bende jetzt mit Pla­ka­ten zu pro­tes­tie­ren.

So hat etwa die Tra­di­ti­ons­gast­stätte „Har­mo­nie“ in ih­ren Fens­tern ein Zi­tat von Fern­seh­koch Stef­fen Hens­s­ler aus­ge­hängt: „Das Ein­zige was mir dazu ein­fällt, ist po­li­ti­sche Hilf­lo­sig­keit.“ Zu­dem wird dort die Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin des Bun­des­ver­bands der Sys­tem­gas­tro­no­mie, An­drea Be­le­gante, an­ge­führt: „Bei den Be­schlüs­sen zur Schlie­ßung von Re­stau­rants kann von ziel­füh­rend, ver­hält­nis­mä­ßig oder nach­voll­zieh­bar ab­so­lut keine Rede sein. Un­sere Bran­che wird er­neut in ei­nen Lock­down ge­schickt, ob­wohl un­sere Re­stau­rants keine In­fek­ti­ons­trei­ber sind und un­ter strengs­ten, be­hörd­lich ge­neh­mig­ten Hy­gie­nekon­zep­ten ar­bei­ten.“

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Kein „Gehorsamsverhältnis zur Regierung“

„Querdenken“-Initiator Mi­chael Ball­weg kurz vor sei­nem Auf­tritt im Ge­spräch auf dem Schorn­dor­fer Markt­platz

Mi­chael Ball­weg sprach ges­tern als Über­ra­schungs­gast auf der Kund­ge­bung der ört­li­chen Quer­den­ken-Gruppe in Schorn­dorf. „Als ich am 18.4.2020 meine erste De­mons­tra­tion auf dem Schloss­platz in Stutt­gart durch­ge­führt habe, ist kei­ner mei­ner Freunde mit­ge­kom­men“, er­zählte er. „Alle ha­ben ge­sagt: Das ist in 4 Wo­chen wie­der vor­bei und du machst dir zu viele Ge­dan­ken. – Jetzt, knapp 9 Mo­nate spä­ter le­ben wir im­mer noch im Lock­down, die Maß­nah­men wer­den im­mer här­ter, und es ist kein Ende in Sicht.“

Er zi­tierte den ehe­ma­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Gus­tav Hei­ne­mann: „Die Grund­lage der De­mo­kra­tie ist die Volks­sou­ve­rä­ni­tät und nicht die Herr­schafts­ge­walt ei­nes ob­rig­keit­li­chen Staa­tes. Nicht der Bür­ger steht im Ge­hor­sams­ver­hält­nis zur Re­gie­rung, son­dern die Re­gie­rung ist dem Bür­ger im Rah­men der Ge­setze ver­ant­wort­lich für ihr Han­deln.“ Und der Bür­ger habe „das Recht und die Pflicht, die Re­gie­rung zur Ord­nung zu ru­fen, wenn er glaubt, dass sie de­mo­kra­ti­sche Rechte miss­ach­tet“.

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Zwölf Emmas, kein Kevin

Wie be­reits im Jahr 2019, war auch 2020 „Emma“ der am häu­figs­ten ge­wählte Vor­name für neu­ge­bo­rene Mäd­chen in Schorn­dorf. Bei den Jun­gen löste „Luca“ den Spit­zen­rei­ter „Da­vid“ vom Vor­jahr ab.
Ins­ge­samt ka­men 2020 in Schorn­dorf 648 Kin­der zur Welt, im Jahr zu­vor wa­ren es 701 ge­we­sen.

Die Rang­folge der be­lieb­tes­ten Vor­na­men bei Mäd­chen sieht so aus:
Emma (12-mal), Lea (6‑mal); je 5‑mal: Ella, Ida, Luisa; je 4‑mal: Elisa, Frida, Hanna, Leo­nie, Lina, Ma­rie, Sara, So­phie; je 3‑mal: Ame­lie, Elina, Emi­lia, Lara, Lena, Lia, Mila, Nora, Paula, So­phia; je 2‑mal: Ali­cia, Alina, Char­lotte, Emi­lie, Ena, Finja, Ju­lia.

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Ein „neues Aufblühen ersprießlicher Arbeit“

Zu Sil­ves­ter 1919 ha­ben Schrift­lei­tung und Ver­lag des „Schorn­dor­fer An­zei­gers“ fol­gen­den Neu­jahrs­gruß ent­bo­ten:

„Dunk­ler als zu ir­gend ei­ner Zeit liegt dies­mal das neue Jahr vor uns und ban­gen­den Her­zens und sor­gen­vol­len Bli­ckes schauen wir der Zu­kunft ent­ge­gen. Ist drau­ßen auch des Krie­ges wilde Flamme er­lo­schen, so glimmt doch die haßer­füllte Rach­gier der Geg­ner noch un­ter der Asche fort, be­reit, auf den lei­ses­ten Wind­hauch wie­der em­por­zu­lo­dern.

Wohl wird von al­len Sei­ten das Ta­gen ei­nes neuen deut­schen Mor­gens, ei­nes Mor­gens der ‚Frei­heit‘ und des ‚Rechts‘ an­ge­kün­digt, doch scheint seine Däm­me­rung zur Vor­sicht zu mah­nen und eine allzu ro­sige Er­schei­nung nicht an­zu­deu­ten.

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„Frauen sichtbar machen!“

Die Frau­en­geschichts­werk­statt (FGW) Schorn­dorf hat jetzt eine ei­gene Home­page. Der Haupt­grund da­für: Frauen und ihre Ge­schichte sol­len auf diese Weise sicht­bar ge­macht wer­den.

Die Liste „Söhne und Töch­ter Schorn­dorfs“ auf der In­ter­net­seite der Stadt um­fasste vor fünf Jah­ren 44 Män­ner und nur 2 Frauen. Im neuen „Per­so­nen­le­xi­kon“ auf der FGW-Home­page sind nun 33 Na­men von Frauen auf­ge­lis­tet, die hier ge­bo­ren wur­den, hier leb­ten oder ihre letzte Ruhe fan­den. Un­ter ih­nen sind jene 13 Schorn­dor­fe­rin­nen, die be­reits vom Frau­en­stadt­rund­gang her be­kannt sind, wie etwa Dr. Ilse Beiss­wan­ger, die Würt­tem­bergs erste Rich­te­rin war, oder die Stif­te­rin des Pfarr­töch­ter­heims, Ma­rie Schmid. Aber auch Per­so­nen, de­ren Er­for­schung noch ganz am An­fang steht, sind da auf­ge­führt: bei­spiels­weise Anna Eber­hard, die rüh­rige Grün­de­rin des land­wirt­schaft­li­chen Haus­frau­en­ver­eins 1916, die auch po­li­tisch ak­tiv war, oder die Schrift­stel­le­rin Hanna Chris­tal­ler, die hier ge­bo­ren wurde.

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Weihnachtsgedanken vor gut 100 Jahren

Zu Be­ginn des vo­ri­gen Jahr­hun­derts er­lebte Eu­ropa eine ähn­lich be­drückte Weih­nachts­zeit wie wir heute. Da­mals wa­ren die Na­tio­nen in ei­nen un­sin­ni­gen Krieg ge­zo­gen, den sie nicht ge­win­nen konn­ten.
Am 24. De­zem­ber 1919 schrieb der ge­bür­tige Ess­lin­ger Ge­org Hein­rich von Planck in sei­ner Funk­tion als Prä­lat von Ulm im „Schorn­dor­fer An­zei­ger“ dies:

„Weih­nach­ten ist wie­der ge­kom­men. Ob wir uns da­vor ge­fürch­tet, ob wir uns dar­auf ge­freut – es ist da, und wir ver­neh­men wie­der  das Wort aus En­gels­mund: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Er­den und den Men­schen ein Wohl­ge­fal­len!

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„Wo würden wir Jesus heute finden?“

Zwei his­to­ri­sche Er­eig­nisse stan­den im Mit­tel­punkt der Weih­nachts-Frie­dens-Demo, ver­an­stal­tet von der In­itia­tive „El­tern für Auf­klä­rung und Frei­heit“ ges­tern Abend auf dem Markt­platz: die Ge­burt Christi so­wie der Auf­stand der „Schorn­dor­fer Wei­ber“ anno 1688.

„Ihr Wei­ber von Schorn­dorf seid Ihr hier?“ rief An­drea W. ins Mi­kro­phon, was aus der Menge der ca. 150 An­we­sen­den mit kla­rem „Ja!“ be­ant­wor­tet wurde. Die Red­ne­rin er­in­nerte daran, wie im De­zem­ber vor 332 Jah­ren an glei­cher Stelle, di­rekt vor dem Rat­haus, mu­tige Frauen da­für sorg­ten, dass Schorn­dorf nicht für fran­zö­si­sche Trup­pen zur Plün­de­rung frei­ge­ge­ben wurde.

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Mit Kerzen und genügend Abstand

Mehr als 400 Men­schen nah­men ges­tern Abend an der De­mons­tra­tion von Quer­den­ken-718 teil. Um 17 Uhr zo­gen sie mit Laut­spre­cher­wa­gen, Trom­meln und Pla­ka­ten über eine Stunde lang eine große Runde um den Stadt­kern, skan­dier­ten da­bei „Frie­den!“ und „Frei­heit“ so­wie „Schließt Euch an!“.
Bei der an­schlie­ßen­den Kund­ge­bung füll­ten sie den ge­sam­ten Markt­platz – un­ter Wah­rung der ge­for­der­ten Ab­stands­re­geln. Ei­nige von ih­nen hiel­ten Ker­zen in der Hand. Am Mi­kro­fon spra­chen un­ter an­de­rem der Gas­tro­nom Ste­fan Schmidt über seine Er­fah­run­gen im Lock­down so­wie der Impf­kri­ti­ker Hans-Ul­rich Tolzin, In­itia­tor des „Netz­werks für un­ab­hän­gige Impf­auf­klä­rung“.

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Solidarität statt Profite in der Pflege

Für die Pflege auf die Straße“ lau­tete das Motto der Kund­ge­bung vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) und Ver.di, zu der heute rund 50 Men­schen auf dem Obe­ren Markt­platz er­schie­nen.

„Nach Aus­bruch der Pan­de­mie wurde schnell klar, wie un­vor­be­rei­tet das Ge­sund­heits­sys­tem war“, sagte dort Sa­bine Die­ner, Be­triebs­rä­tin der Rems-Murr-Kli­ni­ken. Ob­wohl die Re­gie­rung dies be­reits seit 2012 ge­wusst habe, „wurde das Ge­sund­heits­sys­tem seit­her pri­va­ti­siert und aus­ge­schlach­tet“. Die Folge: Es habe nicht ge­nug Schutz­klei­dung ge­ge­ben: „Wir wur­den in die­sen Krieg ge­schickt ohne aus­rei­chende Waf­fen. Wir ha­ben uns wie Ka­no­nen­fut­ter ge­fühlt.

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