Thorsten Englert beim Montagsspaziergang

Beim jüngs­ten Mon­tags­spa­zier­gang wa­ren in Schorn­dorf laut Po­li­zei „ge­schätzt 380 Leute“, laut Be­tei­lig­ten 500 Men­schen in der Stadt un­ter­wegs. Nach Aus­kunft von Stadt­rat Lars Haise hatte Thors­ten Eng­lert, der Erste Bür­ger­meis­ter, am Vor­mit­tag im Äl­tes­ten­rat er­klärt, dass er die All­ge­mein­ver­ord­nung vom 24. De­zem­ber 2021 und da­mit das Ver­bot sol­cher Spa­zier­gänge auf­ge­ho­ben habe. Als Grund da­für habe er ge­nannt, dass ein ähn­li­ches Ver­bot in Bad Mer­gen­theim vom Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart am 12. Ja­nuar ge­kippt wurde.

In sei­ner Be­grün­dung schreibt das Ge­richt, „dass die All­ge­mein­ver­fü­gung al­ler Vor­aus­sicht nach des­halb rechts­wid­rig sei, weil das prä­ven­tive Ver­samm­lungs­ver­bot nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben der Ver­samm­lungs­frei­heit ge­nüge“. Au­ßer­dem stelle ein Ver­stoß ge­gen die An­mel­de­pflicht „noch keine un­mit­tel­bare Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Si­cher­heit dar“. Und: „Schließ­lich werde durch die All­ge­mein­ver­fü­gung auch die Ver­samm­lungs­frei­heit von Ver­samm­lungs­teil­neh­mern be­schränkt, die nicht die Ab­sicht hät­ten, ge­walt­tä­tig zu wer­den.“

Thors­ten Eng­lert selbst ging am Abend am Ende des Zugs mit. Auch Bernd Hornikel, der ge­wählte Ober­bür­ger­meis­ter, ver­schaffte sich dort ei­nen Ein­druck von der Ver­samm­lung. Des­glei­chen wa­ren die Land­tags­ab­ge­ord­nete Pe­tra Häff­ner (Grüne) und der Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Jür­gen Braun (AfD) da­bei. Auf An­frage, wie das ak­tu­elle Stadt­ober­haupt die Ge­scheh­nisse ein­schätzt, schickte die städ­ti­sche Pres­se­stelle eine Pres­se­mit­tei­lung zur Auf­he­bung des Spa­zier­gang-Ver­bots mit dem Hin­weis „Herr Eng­lert wird sich nicht wei­ter dazu äu­ßern.“

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Die Jahreslosung für 2022

„Je­sus Chris­tus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht ab­wei­sen“, so lau­tet die Jah­res­lo­sung für 2022. An­ge­sichts herr­schen­der Hy­gie­never­ord­nun­gen stellt dies eine große Her­aus­for­de­rung für die Kir­che dar. Doch wurde der Jah­res­spruch be­reits vor 3 Jahre fest­ge­legt, wie auf der Home­page des Ver­lags am Birn­bach steht. Dort kann man auch das von Ste­fa­nie Bah­lin­ger ge­stal­tete Mo­tiv her­un­ter­la­den.

Pas­send zu die­ser Lo­sung lie­fert der Theo­loge Dr. Eu­gen Dre­wer­mann eine Neu­jahrs­an­spra­che mit dem Ti­tel „Auf­ein­an­der zu­ge­hen in Zei­ten der Spal­tung“. Sein An­satz: Je­sus hat sich über die zu sei­ner Zeit gel­ten­den Rein­heits­vor­schrif­ten hin­weg­setzt und Aus­sät­zige be­rührt (Mk 1,41).

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Lina und Emil sind am beliebtesten

Laut Sta­tis­tik des Schorn­dor­fer Stan­des­amts wurde im ver­gan­ge­nen Jahr der Name „Lina“ am häu­figs­ten für neu­ge­bo­rene Mäd­chen ge­wählt. In den bei­den Jah­ren zu­vor war es „Emma“ ge­we­sen. Die­ser Name ist in­zwi­schen auf Rang 7 „ab­ge­stie­gen“, kam statt 12-mal nur noch 4‑mal in der Liste vor. Bei den Jun­gen hat „Emil“ den Spit­zen­rei­ter von 2020, „Luca“, ab­ge­löst. Die­ser wurde statt 9‑mal jetzt nur noch zwei­mal ver­ge­ben.

2021 ka­men in Schorn­dorf ins­ge­samt 677 Kin­der zur Welt. Das sind 29 mehr als im Vor­jahr. Die Rang­folge der be­lieb­tes­ten Vor­na­men bei Mäd­chen sieht so aus:
Lina (8‑mal), Ella und Emi­lia (je 7‑mal), Lea, Ma­rie und Mila (je 5‑mal). Je 4‑mal: Emma, Merle, Mia, Nora, Paula und So­phie; je 3‑mal: Ame­lie, Anna, Clara, Elena, He­len, Isa­bella, Lena, Lilly, Ma­lia, Ma­ria, Me­lina, Nele, Ronja und Sara. Je 2‑mal: Alisa, An­to­nia, Aria, Edda, Finja, Fiona, Frida, Frieda, Han­nah, Ju­lia, Lara, Leni, Leo­nie, Leya, Lia, Liana, Lotta, Lu­ana, Luisa, Lynn, Maila, Ma­lin, Neyla, Romy, So­phia, Va­len­tina und Vic­to­ria.

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200 Menschen beim „Montagsspaziergang“

Seit An­fang De­zem­ber ge­hen in ganz Deutsch­land bei so­ge­nann­ten „Mon­tags­spa­zier­gän­gen“ Men­schen auf die Straße. Auch in Schorn­dorf be­kom­men diese im­mer mehr Zu­lauf: ge­star­tet mit zehn Per­so­nen, wur­den vo­rige Wo­che an die 70 Teil­neh­me­rIn­nen ge­zählt, und vor­ges­tern be­tei­lig­ten sich über 200 Per­so­nen, die – teils mit Ker­zen in den Hän­den und Weih­nachts­lie­der sin­gend – im Stadt­zen­trum un­ter­wegs wa­ren. Die Mehr­zahl von ih­nen sind Frauen. Sie sind tre­ten ein für das fried­li­che Mit­ein­an­der in der Ge­sell­schaft, für eine freie Impf­ent­schei­dung und den Er­halt der Grund­rechte.

Die „Nach­Denk­Sei­ten“ schrei­ben ak­tu­ell in ei­nem Bei­trag un­ter der Über­schrift „Der Geist ist aus der Fla­sche“, dass die­ser „Fei­er­abend­spa­zier­gang ge­gen die Co­rona-Maß­nah­men­po­li­tik in­ner­halb we­ni­ger Wo­chen zu ei­ner be­acht­li­chen Be­we­gung“ her­an­ge­wach­sen sei. Sie ver­wei­sen darin auf die In­ter­net­seite von „Mün­chen steht auf“. Dort wer­den als kon­krete Ziele ge­nannt: ne­ben der Ab­leh­nung ei­nes „di­rek­ten oder in­di­rek­ten Impf­zwangs“ die For­de­rung, dass Kran­ken­schwes­tern und –pfle­gern „eine hohe Be­rufs­rück­kehr­pau­schale, so­wie Ver­dopp­lung der Ge­häl­ter“ ge­zahlt werde so­wie der „so­for­tige Stopp des Bet­ten­ab­baus in den Kran­ken­häu­sern“.

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Entgleisung im Gemeinderat

Die an­geb­lich schlechte Stim­mung im Ge­mein­de­rat tauchte im­mer wie­der als Thema im OB-Wahl­kampf auf. In der jüngs­ten Sit­zung des Tech­ni­schen Aus­schus­ses fragte Frie­de­rike Köst­lin da­her ihre Rats­kol­le­gIn­nen, wie sie selbst den Um­gangs­ton in­ner­halb die­ses Gre­mi­ums emp­fin­den.

Es sei an die­ser Stelle daran er­in­nert, dass un­ser ge­we­se­ner OB nach 100 Ta­gen im Amt die ein­mü­tige Ver­ab­schie­dung des Etats als Zei­chen für das gute Ver­hält­nis zwi­schen ihm und dem Ge­mein­de­rat ge­wer­tet hatte. Ei­nige Jahre spä­ter, als die­ses Gre­mium nicht den von ihm fa­vo­ri­sier­ten Thors­ten Eng­lert son­dern Ed­gar Hem­me­rich zum Ers­ten Bür­ger­meis­ter wählte, be­kam er ei­nen Wut­an­fall, der noch lange da­nach Ge­sprächs­stoff in der Stadt war.

Von ei­ner wei­te­ren Ent­glei­sung im Ge­mein­de­rat be­rich­tet nun Lars Haise (AfD) auf Köst­lins Frage „Ist der Ge­mein­de­rat in Schorn­dorf wirk­lich so zer­strit­ten? Hier sein Text im Wort­laut:

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Der Mann, der nicht Schultes werden durfte

Ein ku­rio­ser und ver­mut­lich ein­ma­li­ger Vor­gang in der Schorn­dor­fer Stadt­ge­schichte spielte sich bei der Schult­hei­ßen-Wahl im April 1903 ab. Hein­rich Beiß­wan­ger, der be­reits 5 Jahre Schul­tes in Ge­rad­stet­ten war und sich be­wor­ben hatte, er­hielt mit 56 Pro­zent der Stim­men die ein­deu­tige Mehr­heit bei ei­ner Wahl­be­tei­li­gung von 94 Pro­zent.

Doch der Ge­mein­de­rat er­hob Ein­spruch. Er er­klärte, dass er und „eine große An­zahl von Bür­gern“ diese Wahl „als ei­nen gro­ßen Feh­ler für die Stadt“ an­sä­hen. Zu­sam­men mit dem Bür­ger­aus­schuss an­non­cierte er im „Schorn­dor­fer An­zei­ger“, es gehe da­bei nicht darum, „un­se­ren Wil­len der Wäh­ler­schaft zum Trotz durch­zu­set­zen“, son­dern: „Nach  un­se­rer fes­ten Über­zeu­gung wird Herrn Beiß­wan­ger an­ge­sichts sei­ner gro­ßen und ein­fluß­rei­chen Ver­wandt­schaft eine un­par­tei­ische Amts­füh­rung un­mög­lich sein.“ Der 36-Jäh­rige hatte näm­lich Au­guste Riehle ge­hei­ra­tet, die die Toch­ter vom Be­sit­zer der Lö­wen­braue­rei in Schorn­dorf war. Das erst­ge­bo­rene Kind der bei­den, Ilse, hatte erst drei Mo­nate vor der Wahl das Licht der Welt er­blickt.

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Warum Vorlesen so wichtig ist

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Zum gest­ri­gen bun­des­wei­ten Vor­le­se­tag hat un­sere Stadt­bü­che­rei am Vor­mit­tag ein An­ge­bot für eine Schul­klasse ge­macht. Es gebe co­ro­nabe­dingt sol­che Ak­tio­nen der­zeit nur für ge­schlos­sene Grup­pen, statt wie bis­her für Kin­der, die ein­fach in die Bi­blio­thek kom­men, er­klärte de­ren Lei­te­rin Ma­ri­anne Sei­del.

Die Be­deu­tung des Vor­le­se­tags fasst Dr. Jörg F. Maas, der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der „Stif­tung Le­sen“, so zu­sam­men: „Mit ih­ren gu­ten Ideen und star­ken Netz­wer­ken mo­bi­li­sie­ren und in­spi­rie­ren die Ge­mein­den viele Men­schen vor Ort zum Vor­le­sen. Ihre Un­ter­stüt­zung ist wich­tig, um ein öf­fent­lich­keits­wirk­sa­mes Zei­chen für die Be­deu­tung von Bil­dung zu set­zen.“

Die „Stif­tung Le­sen“ nennt 10 Gründe, warum Vor­le­sen so wich­tig ist: Es för­dere die Kon­zen­tra­tion, ver­grö­ßere den Wort­schatz, es ma­che Lust auf Le­sen und fit für die Schule. In ei­ner ak­tu­el­len Stu­die hat die Stif­tung er­mit­telt, dass in 91 Pro­zent der un­ter­such­ten Ki­tas die Kin­der min­des­tens ein­mal am Tag Im­pulse durch Ge­schich­ten er­hiel­ten. Dies sei des­halb so wich­tig, weil es vie­len Kin­dern zu Hause an aus­rei­chen­den Vor­lese-Im­pulse fehle.

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Aldinger: Unsere Stadt braucht mehr Mut

Die Di­plom-Fi­nanz­wir­tin Bri­gitte Al­din­ger tritt auch in der 2. Runde der Ober­bür­ger­meis­ter­wahl am 28. No­vem­ber an. Nach dem Rück­zug von Dörte Schnit­zer ist sie die ein­zige ver­blie­bene Frau im Be­wer­bungs­feld.

Hier ihre Pres­se­mit­tei­lung dazu im Wort­laut:

„Ich habe mich nach reif­li­cher Über­le­gung ent­schlos­sen, meine Kan­di­da­tur zur OB-Wahl auf­recht­zu­er­hal­ten. Was un­sere Stadt braucht ist: mehr Mut, Stand­fes­tig­keit und we­ni­ger Angst.

Mit Er­schre­cken habe ich ge­le­sen, dass An­dreas Schnei­der im Ge­mein­de­rat nicht ge­gen die Er­hö­hung der Ge­büh­ren für die Kin­der­be­treu­ung ge­stimmt hat, weil er nicht in das „rechte Eck ge­stellt“ wer­den will. Es darf nicht sein, dass Ent­schei­dun­gen nicht ge­trof­fen bzw. ab­ge­lehnt wer­den, weil man kein „Rech­ter“ sein möchte. Es geht doch um das Wohl der Bür­ger, der Men­schen, die in Schorn­dorf le­ben. In die­sem Bei­spiel geht es auch noch um Kin­der, Fa­mi­lien, Al­lein­er­zie­hende, die von den stei­gen­den Kos­ten wie Strom, Le­bens­mit­tel, Ben­zin etc. be­son­ders stark be­las­tet wer­den.

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Soviel Demokratie wie nie

Bei der heu­ti­gen Wahl ei­nes neuen Stadt­ober­haupts be­steht so viel De­mo­kra­tie wie nie. Nicht nur, dass wir die Kan­di­da­ten in­zwi­schen durch Be­richte, In­ter­views und Vi­deos in­ten­siv be­gut­ach­ten konn­ten. Auch der Wahl­vor­gang an sich lässt uns eine zu­sätz­li­che Op­tion der Wil­lens­be­kun­dung, denn wir kön­nen selbst ei­nen Na­men nach un­se­ren ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen auf dem Wahl­zet­tel ein­tra­gen.

Wäh­rend un­sere Stimm­ab­gabe bei an­de­ren Wah­len durch jeg­li­che Ver­än­de­rung des Vor­drucks au­to­ma­tisch als „un­gül­tig“ ge­wer­tet wird, ist dies bei Bür­ger­meis­ter­wah­len aus­drück­lich er­laubt. In Alb­stadt ist auf diese Weise im Jahr 2015 Klaus Kon­zel­mann Ober­bür­ger­meis­ter ge­wor­den: Er stand nicht auf dem Stimm­zet­tel. Die­ser Fall ist höchst un­ge­wöhn­lich, im­mer­hin ist Alb­stadt et­was grö­ßer als Schorn­dorf, hat rund 44.000 Ein­woh­ner und so­mit 35.090 Wahl­be­rech­tigte. Der „Schwarz­wäl­der Bote“ be­rich­tete dar­über.

„So­viel De­mo­kra­tie wie nie“ wei­ter­le­sen
schoblatt.de