Frei vom Zwang zu töten, oder doch nicht?

Ge­denk­tag«
Heute vor 78 Jah­ren, am 22. April 1948, be­schloss der Land­tag in Stutt­gart das Ge­setz „Nie­mand darf zum Kriegs­dienst ge­zwun­gen wer­den“.

Es diente kurz dar­auf als Vor­lage für Ar­ti­kel 4, Ab­satz 3 des Grund­ge­set­zes: „Nie­mand darf ge­gen sein Ge­wis­sen zum Kriegs­dienst mit der Waffe ge­zwun­gen wer­den.“

In­itia­to­rin war Anna Haag aus Alt­hütte. Die über­zeugte Pa­zi­fis­tin hatte gute Gründe. Da­mals, kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg, sah sie in den La­za­ret­ten „Men­schen­wracks“, die „le­ben­dig be­gra­ben sind“, da sie nur noch „Über­bleib­sel jun­ger, schö­ner Men­schen“ wa­ren: „ohne Ge­sich­ter, ohne Rü­cken“ oder „mensch­li­che Rümpfe ohne Arme und ohne Beine“. Dies al­les „mit dem le­ben­di­gen Be­wusst­sein, das sie zwingt, in je­der Mi­nute ihre Qual wahr­neh­men zu kön­nen“.

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Rachel Carson: Sie bewirkte das DDT-Verbot

Ra­chel Carson

Ge­denk­tag«
Ih­rem be­mer­kens­wert mu­ti­gem En­ga­ge­ment ver­dan­ken wir es, dass das Gift „DDT“ 1972 in Deutsch­land ver­bo­ten wurde: Ra­chel Carson. Heute vor 62 Jah­ren, am 14. April 1964, starb sie.

Ihre Be­ob­ach­tung, dass Vö­gel nach dem Be­sprü­hen von Bäu­men mit DDT tot von den Äs­ten fie­len und an­dere Vö­gel Eier leg­ten, de­ren Scha­len zu dünn wa­ren, be­schrieb diese ame­ri­ka­ni­sche Bio­lo­gin in ih­rem Buch „Si­lent Spring“: ei­nen stum­men Früh­ling, weil ohne Vo­gel­ge­zwit­scher und ‑ge­sang.

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„Schau mal: eine Bäuerin!“

© Film­per­len

Ge­denk­tag«
„Ja. So se­hen die heut­zu­tage aus“. Dies ist ein Kurz­dia­log aus dem Spiel­film „Milch ins Feuer“. In der All­mende Stet­ten wird das preis­ge­krönte Werk aus An­lass des Welt­frau­en­tags heute so­wie zum „UNO-Jahr der Frauen in der Land­wirt­schaft“ ge­zeigt. Be­ginn ist um 16 Uhr, der Ein­tritt be­trägt 6 Euro.

Die Re­gis­seu­rin Jus­tine Bauer aus Crails­heim wird da­bei per­sön­lich an­we­send sein. Dass es ihr wich­tig ist, au­then­tisch starke Frauen zu zei­gen, kann frau im Trai­ler se­hen.

„Schwa­che weib­li­che Film­fi­gu­ren wer­den von Män­nern ge­schrie­ben“, sagt sie. In ih­rem Film, der als Ab­schluss­ar­beit an der Kunst­hoch­schule für Me­dien in Köln die Note „Eins plus“ er­hielt, kom­men Män­ner so gut wie nicht vor. Und wenn, dann re­den sie, wie ein Re­zen­sent meint, dümm­li­ches Zeug.

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Eberhard im Bart: geliebt und Antisemit

Ge­denk­tag«
Vo­ri­gen Mitt­woch ver­gli­chen die „Grü­nen“ bei ih­rem po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch den noch am­tie­ren­den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Kret­sch­mann mit ihm: Eber­hard im Bart, der heute vor 530 Jah­ren, am 25. Fe­bruar 1496 starb, kurz nach­dem Würt­tem­berg zum Her­zog­tum er­ho­ben wor­den war.

Der Graf wurde als 12-Jäh­ri­ger Lan­des­fürst, nach­dem sein Va­ter mit 38 Jah­ren an der Pest ge­stor­ben war. Eber­hard schaffte 1482 die Wie­der­ver­ei­ni­gung Würt­tem­bergs, das sich nach ei­nem Streit im Fürs­ten­haus zu­vor in zwei Teile auf­ge­split­tert hatte.

Im Al­ter von 23 Jah­ren un­ter­nahm er eine Pil­ger­reise nach Je­ru­sa­lem, auf der er ge­lobte, sich sei­nen Bart fortan nicht mehr schnei­den zu las­sen – wo­her sein Name rührt.

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Lina Holland: Eine Schulleiterin in China

Ge­denk­tag«
Heute vor 77 Jah­ren, am 23. Ja­nuar 1949, starb Lina Hol­land in Schorn­dorf. Sie war die erste Lei­te­rin der 1914 in Pe­king ge­grün­de­ten „Deut­schen Schule“.

Von ih­rem Va­ter, dem Haupt­mann Hol­land, er­zählte man sich vor über 100 Jah­ren in Schorn­dorf, dass er, als der „La­chen­ban­tel“ ein­mal die Ab­ort­grube am Haus des Haupt­manns leerte, die­sen be­schimpft habe: „Sie, Mann, das stinkt ja fürch­ter­lich!“ Wor­auf­hin der An­ge­spro­chene nur stroh­tro­cken ent­geg­nete: „Herr Haupt­mann, von mir isch nix der­bei.“

Lina Hol­land kam am 26. April 1867 in Lud­wigs­burg, wo Jo­seph Hol­land im 3. In­fan­te­rie-Re­gi­ment diente, als seine Erst­ge­bo­rene zur Welt.

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Lasst uns neugierig bleiben!

Neu­jahrs­gruß«
„Nie wie­der Krieg!“ mahnte Kä­the Koll­witz schon im Jahr 1924 mit ei­ner ih­rer be­kann­tes­ten Zeich­nun­gen: dem Schwur ei­nes jun­gen Man­nes.

„Nie wie­der Krieg!“ sag­ten die Men­schen vor fast 80 Jah­ren, die die Schre­cken und Lei­den des­sel­ben am ei­ge­nen Leib er­fah­ren hat­ten: durch den Ver­lust lie­ber An­ge­hö­ri­ger, der Hei­mat, der zer­bomb­ten Woh­nung oder auch ein­zel­ner Glied­ma­ßen an der Front.

„Nie wie­der – je­den­falls nicht gleich“ re­la­ti­vierte der Dich­ter Gün­ter Ku­n­ert aber dann be­reits 1949 in sei­nem Ge­dicht „Über ei­nige Da­von­ge­kom­mene“.

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Wie der Weihnachtsbaum nach Russland kam

Ge­denk­tag«
Dass auch in die­sem Jahr eine rie­sen­gro­ßer Tanne den Ro­ten Platz in Mos­kau zur Ad­vents­zeit ziert, geht auf eine Frau aus Deutsch­land zu­rück. Als diese im Jahr 1817 nach Russ­land hei­ra­tete, brachte sie den weih­nacht­li­chen Brauch aus ih­rer al­ten Hei­mat mit. Und die­ser eta­blierte sich dort schnell.

Ihr Name ist Char­lotte. Sie war die Toch­ter der preu­ßi­schen Kö­ni­gin Luise. In Russ­land kon­ver­tierte sie zur or­tho­do­xen Kir­che und ging als Za­rin Alex­an­dra Fjo­do­rowna in die Ge­schichts­bü­cher ein.

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Kameraden, Krieg und Korruption

Kom­men­tar«
Heute er­schallt es wie­der auf dem Al­ten Fried­hof, wie all­jähr­lich zum Volks­trau­er­tag: das Hohe Lied der Män­ner­freund­schaft, wie sie nur im Krieg mög­lich ist – und just dort so jäh be­en­det wird.

Der Text von „Ich hatt‘ ei­nen Ka­me­ra­den“ stammt üb­ri­gens von dem Tü­bin­ger Dich­ter Lud­wig Uh­land, ver­tont hat ihn Fried­rich Sil­cher aus Schnait.

„Den kom­men­den Ge­schlech­tern zur Mah­nung“ wurde nach dem Ers­ten Welt­krieg auf dem Al­ten Fried­hof in Schorn­dorf eine Ge­denk­stelle ein­ge­rich­tet. Dort fin­det heute ab 11.30 Uhr eine Ver­an­stal­tung mit Re­den, Mu­sik und Kranz­nie­der­le­gung statt.

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Dr. Helene Stöcker: Es liegt an uns

Ge­denk­tag«
Heute vor 156 Jah­ren kam He­lene Stö­cker zur Welt. Als Mit­glied im „Bund der Kriegs­dienst­geg­ner“ un­ter­schrieb sie den Satz: „Der Krieg ist ein Ver­bre­chen an der Mensch­heit“ und ge­lobte: „Ich bin da­her ent­schlos­sen, keine Art von Krieg zu un­ter­stüt­zen.“

Über die Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin Ber­tha von Sutt­ner ist He­lene Stö­cker Pa­zi­fis­tin ge­wor­den, ge­nauer: über de­ren Ro­man „Die Waf­fen nie­der!“, der 1889 er­schie­nen war und in 15 Spra­chen über­setzt wurde.

Stö­cker nahm am Frau­en­frie­dens­kon­gress 1915 in Den Haag teil, de­ren 1.136 Teil­neh­me­rin­nen aus 12 Na­tio­nen ein Ende des Ers­ten Welt­kriegs for­der­ten. Zu­dem en­ga­gierte sie sich für Frau­en­rechte.

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