Von wegen „Energie sparen“

Um En­er­gie zu spa­ren, kün­digte die Stadt­ver­wal­tung im Juli an, das Warm­was­ser in ih­ren Ge­bäu­den ab­zu­stel­len. Doch kom­mu­nale Müh­len mah­len lang­sam. Brü­hend heiß fließt es zwei­ein­halb Mo­nate spä­ter im­mer noch aus dem Was­ser­hahn der öf­fent­li­chen Toi­lette im Rat­haus. Wie wir fest­ge­stellt ha­ben, zeigt das Ther­mo­me­ter deut­lich über 50 Grad. Die Raum­tem­pe­ra­tur be­trägt dort über 21 Grad.

Wasch­be­cken im Rat­haus-WC

Auch bei der Um­set­zung der ver­spro­che­nen Ein­spa­rung von Strom hat sich noch nichts ge­tan. Der Kirch­turm wird nachts im­mer noch an­ge­strahlt. Die Rat­haus­fens­ter sind nach wie vor be­leuch­tet.
Schorn­dorfs Ge­schäfts­leute hin­ge­gen knip­sen in ih­ren Schau­fens­tern vor Mit­ter­nacht das Licht be­reits aus, wie zum Bei­spiel in der Palm-Straße Op­tik Lamm, Schuh Mo­ser, Re­form­haus Ka­liss und Kauf­haus Ban­tel.

„Rote Karte“ für die Regierung

Rund 70 Män­ner und Frauen tra­fen sich am Mitt­woch in Win­ter­bach, um ge­mein­sam zu be­ra­ten, wie der zer­stö­re­ri­sche Kurs der ak­tu­el­len Re­gie­rung ge­stoppt wer­den kann. Nach leb­haf­tem Mei­nungs­aus­tausch in kon­struk­ti­ver At­mo­sphäre be­schlos­sen sie, ih­rem Pro­test öf­fent­lich Aus­druck zu ver­lei­hen, und zwar mit wei­ßen Wes­ten und ro­ten Pla­ka­ten, auf de­nen steht: „Rote Karte – Ihr re­giert uns ka­putt“.

Un­ter­neh­mer Ce­sar Ar­ri­bas, der die Zu­sam­men­kunft in­iti­iert hat, er­hielt, wie er sagte, be­reits im Vor­feld der­art viel po­si­tive Re­so­nanz, so dass er über­zeugt ist: „80 Pro­zent der Leute den­ken wie wir.“ Ers­ter Ein­satz des Stra­ßen­pro­tests soll am 16. Ok­to­ber in Stutt­gart sein, wo un­ter dem Motto „Ba­den-Würt­tem­berg steht auf“ ab 12.30 Uhr ein Demo-Zug vom Cann­stat­ter Wa­sen zum SWR ge­plant ist. Red­ner bei der Ab­schluss­kund­ge­bung auf dem Schloss­platz sind der Un­ter­neh­mer Dr. Wolf­gang Koch­anek und der ehe­ma­lige CDU-Po­li­ti­ker Dr. Jür­gen To­den­hö­fer.

„„Rote Karte“ für die Re­gie­rung“ wei­ter­le­sen

Mehr zahlen für weniger Badespaß?

An­kün­di­gung
Heute Abend soll der Ge­mein­de­rat ei­nen „En­er­gie­kos­ten­zu­schlag“ von 2,50 Euro auf die Ein­tritts­kar­ten fürs Hal­len­bad be­schlie­ßen. Bei ei­nem Preis von seit­her 6 Euro für 2,5 Stun­den Ba­de­zeit ent­spricht das ei­ner Teue­rung von über 41 Pro­zent.

Laut Sit­zungs­vor­lage er­hofft sich die Be­triebs­lei­tung da­durch Mehr­ein­nah­men von 65.000 Euro noch für die­ses Jahr. Wei­tere 55.000 Euro wür­den durch die Ab­sen­kung der Was­ser­tem­pe­ra­tur der Be­cken und des Dusch­was­sers so­wie der Hal­len­tem­pe­ra­tur ein­ge­spart. Ins­ge­samt falle das üb­li­che De­fi­zit des Zu­schuss­be­triebs Hal­len­bad durch die ge­stie­ge­nen En­er­gie­preise heuer rund 420.000 Euro hö­her aus als bis­her.

In ei­nem in­ter­frak­tio­nel­len An­trag for­dern SPD und alle Grü­nen, die Au­ßen­be­cken voll­stän­dig zu schlie­ßen, da­für aber die Tem­pe­ra­tur im Plansch­be­cken bei 32 Grad zu be­las­sen.

Die Sit­zung be­ginnt um 18 Uhr. Alle In­ter­es­sier­ten sind herz­lich in den Gro­ßen Sit­zungs­saal im Rat­haus ein­ge­la­den. Das Thema Hal­len­bad steht an 8. Stelle auf der Ta­ges­ord­nung.

„Es ist an der Zeit, auf die Straße zu gehen“

An­kün­di­gung
„Wir sol­len jetzt 800 Euro im Mo­nat Gas­ab­schlag zah­len… Will hier nie­mand auf­wa­chen?!“, schreibt der Rems­hal­de­ner Ce­sar Ar­ri­bas auf Face­book. „Es ist ernst­haft an der Zeit, auf die Straße zu ge­hen und et­was ge­gen diese Re­gie­rung zu tun.“

Kon­kret hat er be­reits or­ga­ni­siert, dass das Lo­kals „Zum Ste­lio“ in Win­ter­bach am Mitt­woch, 28. Sep­tem­ber, ab 19 Uhr für ein Tref­fen zur Ver­fü­gung steht. Er weist dar­auf hin, dass, wer kommt, auch et­was ver­zeh­ren sollte, da­mit der Wirt kei­nen Ver­lust macht. Im Vor­der­grund steht an die­sem Abend der Aus­tausch von Mei­nun­gen und Ideen „in ganz fried­li­cher Stim­mung, mit viel po­si­ti­ver En­er­gie“.

Ziel­gruppe des Hand­wer­kers mit spa­ni­schen Wur­zeln ist „je­der auf und au­ßer­halb von Face­book“. Er er­hofft sich am Mitt­woch ein „Brain­stor­ming in gu­ter At­mo­sphäre, wie es mit un­se­rem Land wei­ter­ge­hen soll“. Ar­ri­bas wünscht sich, dass mög­lichst viele Men­schen für das Tref­fen „kräf­tig Wer­bung“ ma­chen, und ap­pel­liert an alle: „Jetzt kommt es auf uns an. War es nur Ge­rede oder ge­ben wir Gas?“ Da­her: „Bleibt nicht da­heim auf dem Sofa und kommt.“

Baumschäden durch Mobilfunk?

An­kün­di­gung
Am Don­ners­tag, 29. Sep­tem­ber, spricht Dr. med. Cor­ne­lia Wald­mann-Sel­sam über “er­staun­li­che Be­ob­ach­tun­gen” an Bäu­men in der Nähe von Mo­bil­funk­mas­ten.

Bei ih­ren Haus­be­su­chen sei der Ärz­tin seit 2005 auf­ge­fal­len, dass par­al­lel zu den Krank­heits­sym­pto­men bei Men­schen in der Nähe von Mo­bil­funk­sen­dern auch sicht­bare Ver­än­de­run­gen an den Bäume auf­trä­ten, heißt es in der Ein­la­dung der Win­ter­ba­cher Agenda-21-Gruppe. Die­ses Phä­no­men do­ku­men­tierte sie zu­sam­men mit ih­rem Kol­le­gen Dr. Horst Eder an mehr als 600 Mo­bil­funk­stand­or­ten. Eine wei­tere Stu­die dazu habe der Di­plom­forst­wirt Hel­mut Bre­u­nig zu­sam­men mit spa­ni­schen Bio­lo­gen durch­ge­führt.

Der Bil­der-Vor­trag un­ter dem Ti­tel „Baum­schä­den durch Mo­bil­funk?“ fin­det im Bür­ger­haus Kel­ter in Win­ter­bach statt und be­ginnt um 19.30 Uhr.

Am Frei­tag, 30. Sep­tem­ber, wird die Re­fe­ren­tin vor­mit­tags bei ei­nem Rund­gang durch den Ort Bei­spiele kran­ker Bäume zei­gen und er­klä­ren, an­hand wel­cher Kri­te­rien man die Ur­sa­chen für de­ren Schä­den un­ter­schei­den kann. Ein­zel­hei­ten dazu sol­len im Vor­trag be­spro­chen wer­den.

Wer beleuchtet den Kirchturm?

„Die Be­leuch­tung des Kirch­turms ist Sa­che der Kir­chen­ge­meinde“, teilte die Rat­haus-Pres­se­stelle auf An­frage mit. Um En­er­gie zu spa­ren, wür­den sei­tens der Stadt le­dig­lich Stra­ßen­be­leuch­tun­gen re­du­ziert und die Fin­nen­bahn am Sport­park ab­ge­schal­tet. Die De­ka­nin der evan­ge­li­schen Kir­che, Dr. Ju­liane Baur, hin­ge­gen sagt, sie gehe da­von aus, dass die Kirch­turm­be­leuch­tung an die Stra­ßen­la­ter­nen ge­kop­pelt ist. Da­her habe es sie auch ver­wun­dert, als sie von ih­rem Som­mer­ur­laub zu­rück­kam und der Kirch­turm im­mer noch an­ge­strahlt war.

Eine er­neute An­frage im Rat­haus führte nach drei Ta­gen zu der Aus­kunft von Pres­se­spre­che­rin Clau­dia Lös­ler: „Die Be­leuch­tung der Stadt­kir­che läuft zur Hälfte über den Strom­ver­tei­ler der Stadt und zur Hälfte über den der Kir­che. Die Hälfte, die über die Stadt läuft, wird in Kürze ab­ge­schal­tet.“ De­ka­nin Baur ver­mu­tet, dass Lös­ler mit der an­de­ren Hälfte die Weih­nachts­be­leuch­tung meint, die in den Hän­den der Kir­che liege. Zur Klä­rung des The­mas habe sie vor, mit der Stadt­ver­wal­tung „zeit­nah ins Ge­spräch zu kom­men“.

Im Üb­ri­gen ist die Be­leuch­tung so­gar ver­bo­ten. Seit zwei Jah­ren. Im Juli 2020 be­schloss dies der Land­tag Ba­den-Würt­tem­bergs im neuen Na­tur­schutz­ge­setz – als Re­ak­tion auf das Volks­be­geh­ren „Ret­tet die Bie­nen“.

„Wer be­leuch­tet den Kirch­turm?“ wei­ter­le­sen

16.000 Euro mehr für die SchoWo ausgegeben

Kurz­mel­dung
Laut Zwi­schen­be­richt, den der städ­ti­sche Ei­gen­be­trieb „Ci­ty­ma­nage­ment“ heute Abend im Ver­wal­tungs­aus­schuss vor­legt, kos­tete die SchoWo 2022 den Stadt­sä­ckel 16.000 Euro mehr als ur­sprüng­lich ver­an­schlagt. Vor fünf Jah­ren hatte der Ge­mein­de­rat die­sen Zu­schuss für das Stadt­fest um 5.000 Euro er­höht ge­habt, weil Schloss und Och­sen­berg we­gen Vor­be­rei­tun­gen zur Gar­ten­schau nicht nutz­bar wa­ren. Ende 2020 be­an­tragte die CDU-Frak­tion, diese Zu­wen­dung drei Jahre lang auf 120.000 Euro ein­zu­frie­ren, was im Ge­mein­de­rat mit 26 Stim­men be­schlos­sen wurde (Seite 16 im Be­schluss­pro­to­koll).

Für die dies­jäh­rige SchoWo ge­neh­migte der Ge­mein­de­rat al­ler­dings be­reits 132.000 Euro an Steu­er­gel­dern, wel­che mitt­ler­weile vom Ci­ty­ma­nage­ment ver­wal­tet wer­den. Die zu­sätz­li­chen Mehr­kos­ten, so heißt es im Be­richt des Ei­gen­be­triebs, seien durch „be­reits be­kannte Kos­ten­stei­ge­run­gen“ ent­stan­den und „im Ge­samt­bud­get ab­ge­fan­gen“ wor­den (Seite 6).

Die Sit­zung des Ver­wal­tungs­aus­schus­ses be­ginnt um 19 Uhr und fin­det im Gro­ßen Sit­zungs­saal des Rat­hau­ses statt. Wei­tere The­men auf der Ta­ges­ord­nung sind ein Zwi­schen­be­richt zum Ak­ti­ons­plan „Schorn­dorf in­klu­siv“ so­wie die Er­wei­te­rung des Ganz­ta­ges­be­triebs in of­fe­ner Form an der Schloss­wall­schule.

Winterbach hat doch Schulden

Kurz­mel­dung
Win­ter­bachs Bür­ger­meis­ter Sven Mül­ler ist in­zwi­schen aus dem Ur­laub zu­rück und hat rich­tig­ge­stellt: Seine Ge­meinde sei gar nicht schul­den­frei, wie vom Sta­tis­ti­schen Lan­des­amt ver­kün­det wor­den war. Im Kern­haus­halt be­stehe der­zeit ein Kre­dit von knapp ei­ner hal­ben Mil­lion Euro, und der Ei­gen­be­trieb für Was­ser­ver- und ‑ent­sor­gung weise 3,1 Mil­lio­nen Euro Schul­den auf.

Der Grund für die Falsch­mel­dung vom Sta­tis­ti­schen Lan­des­amt wird dort so er­klärt: Die Ge­meinde habe ihr ge­gen­über an­ge­ge­ben, dass der Kre­dit be­reits ge­tilgt wor­den sei. Und be­züg­lich des Ei­gen­be­triebs habe keine Mel­dung er­fol­gen kön­nen we­gen ei­ner Soft­ware-Um­stel­lung.

Da­her habe die Sta­tis­tik­be­hörde dort „Null“ ein­ge­tra­gen. Den „Schorn­dor­fer Nach­rich­ten“ ge­gen­über er­klärte Bür­ger­meis­ter Mül­ler, den Kre­dit habe man für die Flücht­lings­un­ter­brin­gung auf­neh­men müs­sen. Weil die Kom­mune an­sons­ten je­doch gut ge­wirt­schaf­tet habe, sei sie vor die­ser Geld­auf­nahme tat­säch­lich schul­den­frei ge­we­sen.

schoblatt.de