„Wir haben Ihnen vertraut, Herr Englert“

Gast­bei­trag von An­dreas Schnei­der
Zum Pro­blem der Zu­schüsse für Kul­tur­trei­bende an­ge­sichts lee­rer Kas­sen äu­ßerte sich Stadt­rat An­dreas Schnei­der im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen am 17. No­vem­ber.
Hier sein Re­de­bei­trag im Wort­laut:

Wir hat­ten als Ge­mein­de­rat drei Klau­su­ren, die teil­weise kost­spie­lig wa­ren. Dort hat die Ver­wal­tung uns haar­ge­nau auf­ge­lis­tet, wel­che Gel­der in wel­chen Fach­be­rei­chen ein­ge­spart wer­den kön­nen. Und Herr Eng­lert hat uns ei­nen Be­trag ge­nannt, wie viel der Ge­mein­de­rat ein­spa­ren spa­ren muss, da­mit der Haus­halt zu­kunfts­fä­hig bleibt. 3 Mil­lio­nen Euro wur­den uns ge­sagt. Und wir ha­ben Ih­nen ver­traut, Herr Eng­lert.

Also ha­ben wir uns in der Frak­tion zu­sam­men­ge­setzt und ha­ben uns red­lich be­müht, der Ver­wal­tung zu hel­fen, die­ses Ziel zu er­rei­chen. Punkt für Punkt sind wir Ihre Vor­schläge durch­ge­gan­gen. Wir hat­ten in der Frak­tion un­ter­schied­li­che, zum Teil noch viel wei­ter­ge­hende Spar­wün­sche. Und man­che von uns hat­ten ihre per­sön­li­che Ge­schichte zum Bei­spiel mit der Ma­nu­fak­tur.

Aber das ha­ben wir al­les aus­ge­blen­det und dann sach­ori­en­tiert ver­sucht, eine Li­nie zu fin­den und ge­recht zu spa­ren. Darum ha­ben wir ge­sagt: Wir wol­len bei al­len von der Stadt un­ter­stütz­ten Ak­teu­ren 10 Pro­zent der Zu­schüsse kür­zen.

Herr Hornikel, Sie ha­ben vor­her ge­sagt, dass man das große Ganze se­hen müsse, und wir durch er­höhte Ein­nah­men und Spar­maß­nah­men um künf­tige Spiel­räume im städ­ti­schen Haus­halt kämp­fen müs­sen. Das ist rich­tig. Ich nehme Sie beim Wort und er­in­nere an Fol­gen­des:

Weil die Schorn­dor­fer Haus­halts­si­tua­tion so ne­ga­tiv ist, konn­ten Sie, Herr Hornikel, ei­nes Ih­rer zen­tra­len Wahl­kampf­ver­spre­chen nicht ein­lö­sen. Näm­lich: den Kli­ma­schutz mas­siv vor­an­zu­trei­ben. Für In­ves­ti­tio­nen in den Kli­ma­schutz ist für das Jahr 2023 im Haus­halt eine Summe von Null Komma Null ein­ge­stellt. Null Komma Null für diese wich­tige Zu­kunfts­auf­gabe. Das ist doch si­cher nicht im Sinne der vie­len hier An­we­sen­den.

Ich finde es be­denk­lich, wel­ches Den­ken in wei­ten Tei­len un­se­rer Ge­sell­schaft zu haus­halts­po­li­ti­schen Fra­gen herrscht. Es wird ge­dacht, dass Spar­maß­nah­men im­mer die Zer­stö­rung staat­li­cher Leis­tun­gen be­deu­ten und un­so­zial sind.

So ist es in un­se­rem Fall nicht: Un­sere Spar­vor­schläge ver­fol­gen den Zweck, die wich­ti­gen Ein­rich­tun­gen und Ver­eine der Stadt er­hal­ten zu kön­nen. Schul­den ma­chen ist oft nicht so­zial: Denn wenn jede Kom­mune in Deutsch­land ihre Ver­schul­dungs­po­li­tik wei­ter­be­trei­ben würde wie Schorn­dorf, dann würde das zu ei­ner In­fla­tion füh­ren, dass der Sau graust.

Und die In­fla­tion trifft die­je­ni­gen am här­tes­ten, die aus­schließ­lich von ih­ren Ge­häl­tern le­ben müs­sen. Wir se­hen doch ge­rade jetzt, was eine ne­ga­tive Fi­nanz­lage für die Bür­ger ei­ner Stadt oft be­deu­tet: Näm­lich dass dann Ge­büh­ren er­höht wer­den müs­sen, die na­hezu alle Bür­ger tref­fen. Das wol­len wir ver­mei­den. Wir wol­len da­ge­gen bei den kon­sum­ti­ven Aus­ga­ben der Stadt kür­zen und mit dem Ver­zicht auf die Er­hö­hung von Park­ge­büh­ren Ge­werbe und Han­del in der In­nen­stadt för­dern.

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