Frieden schaffen

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„’s ist lei­der Krieg – und ich be­gehre, Nicht schuld daran zu sein!“, so en­det Mat­thias Clau­dius‘ Ge­dicht, das Uwe Glund am Frei­tag­abend bei der Frie­dens­demo auf dem Markt­platz vor­las. Da fragt man sich frei­lich spon­tan: Wieso sollte ei­gent­lich ich schuld sein? Was habe ich denn mit ei­nem Krieg in der Ukraine zu schaf­fen?

Zu Krie­gen ru­fen Ge­ne­räle und Po­li­ti­ker auf. Meis­tens aus Grün­den, die mit dem Wohl des Vol­kes we­nig zu tun ha­ben. Also muss die­ses  da­von über­zeugt wer­den, dass ein Ver­nich­tungs­kampf un­ver­meid­lich ist. Zum Bei­spiel, in­dem Frank­reich einst­mals zu un­se­rem „Erz­feind“ er­klärt wurde, oder weil wir an­geb­lich „Le­bens­raum im Os­ten“ brauch­ten. An­ders ge­sagt: Je­der Krieg be­ginnt mit ei­ner Lüge. Im Volk müs­sen Emo­tio­nen ge­schürt wer­den, da­mit es schließ­lich laut­hals „Ja!“ schreit, wenn ei­ner fragt: „Wollt ihr den to­ta­len Krieg?“

Hier gilt es wach­sam zu sein, und sich nicht für In­ter­es­sen an­de­rer in­stru­men­ta­li­sie­ren zu las­sen.  Denn kein Mensch will von Na­tur aus Krieg. Krieg bringt nur Elend und Leid. Doch Wunsch­den­ken al­lein hilft nicht. Man muss auch was da­für tun.

„Frie­den schaf­fen“ wei­ter­le­sen

Gefährliches Gedankengut

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Der Satz an sich kommt schein­bar völ­lig harm­los da­her: „Bes­ser ist es, über ein­zelne Maß­nah­men zu dis­ku­tie­ren.“ So ge­schrie­ben von ZVW-Re­dak­teur Hin­der­ber­ger in der Sams­tags­aus­gabe der „Schorn­dor­fer Nach­rich­ten“. Dass er sich selbst da­mit in höchste Ge­fahr ge­bracht hat, wird ihm da­her zu­nächst nicht be­wusst sein.

Viel­leicht ist es Zu­fall. Viel­leicht weiß er gar nicht, dass die­ser Vor­schlag ge­nau das ist, wozu das Orga-Team der Quer­den­ker-De­mos in Schorn­dorf be­reits im April vo­ri­gen Jah­res auf­ge­ru­fen hat: dass man ei­nen Dia­log be­gin­nen solle über die Maß­nah­men der Po­li­tik zur Pan­de­mie­be­kämp­fung. Alle hie­si­gen Stadt­rä­tin­nen und Stadt­räte wur­den dazu ein­ge­la­den, der Ober­bür­ger­meis­ter so­wieso.

Wenn Hin­der­ber­ger nun ins glei­che Horn stößt, be­gibt er sich auf höchst ge­fähr­li­ches Ter­rain. Schließ­lich ist sein Kol­lege Roth ein Re­cher­che-As, eine Art Trüf­fel­schwein, das auf der Su­che nach po­li­tisch bri­san­tem Ma­te­rial selbst das kleinste Fit­zel­chen an Be­weis­ma­te­rial zu­tage för­dern kann, mag es auch noch so ver­bor­gen sein.

Wenn er nun die­sen Satz ent­deckt, wird er sei­nem Kol­le­gen un­wei­ger­lich die „Ver­brei­tung von Ge­dan­ken­gut der Quer­den­ker“ at­tes­tie­ren müs­sen. Falls die­ser Arme sich dann nicht schnells­tens da­von di­stan­ziert, steht zu be­fürch­ten, dass er sich wohl über kurz oder lang „auf ei­ge­nen Wunsch“ eine neue Ar­beits­stelle su­chen muss.

Ein Oberbürgermeister für alle?

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Da tritt Bernd Hornikel kein leich­tes Amt an: Er will ein Ober­bür­ger­meis­ter „für alle“ sein, und ist doch nur von knapp 15 Pro­zent al­ler Stimm­be­rech­tig­ten ge­wählt, bei ei­ner ak­ti­ven Ab­leh­nung sei­ner Per­son durch fast zwei Drit­tel de­rer, die zur Wahl ge­gan­gen sind. Gut, man kann sa­gen, dass es all de­nen, die in der Mehr­heit nicht zur Wahl gin­gen, egal ist, wer Ober­bür­ger­meis­ter ist, dass da eine un­ter­schwel­lige Zu­stim­mung an­ge­nom­men wer­den kann. Oder aber Re­si­gna­tion.

Wir ha­ben die Er­fah­rung ge­macht, dass un­ser seit­he­ri­ger OB viel ver­spro­chen hat, wie zum Bei­spiel: „Die Zeit der Bän­de­les­durch­schnei­de­rei ist vor­bei“ – um dann mun­ter eine Ein­wei­hung nach der an­de­ren vor­zu­neh­men, sich so­gar beim Bag­ger­biss für die Sa­nie­rung der Feu­er­see­straße für die Nach­welt ab­lich­ten zu las­sen. Auf Pres­ti­ge­pro­jekte ver­zich­ten zu wol­len, war das eine, die An­kün­di­gung, mehr auf das Wis­sen der Bür­ge­rIn­nen zu set­zen, das an­dere – um dann et­li­che Be­ra­ter­bü­ros für seine Pläne an­zu­heu­ern. Be­ra­ter aus fer­nen Groß­städ­ten. Be­ra­ter, die wir von un­se­ren Steu­ern be­zah­len, ob­wohl sie manch­mal we­ni­ger Ah­nung ha­ben als wir Ein­hei­mi­schen, siehe Pla­nung Ar­chiv­platz.

„Ein Ober­bür­ger­meis­ter für alle?“ wei­ter­le­sen

Mann kann!

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Im­mer wie­der hört man, dass die Gleich­be­rech­ti­gung bei uns be­reits er­reicht ist. Die Rea­li­tät sieht an­ders aus: Bei der Ober­bür­ger­meis­ter-Wahl am Sonn­tag tritt ne­ben 4 Män­nern nur eine ein­zige Frau an. Woran liegt das?

Ein Grund könnte sein, dass Män­ner sich mit weit­aus mehr Selbst­be­wusst­sein für ei­nen Pos­ten be­wer­ben als Frauen – oder sollte man sa­gen: mit ei­ner man­gel­haf­te­ren Selbst­ein­schät­zung? Das ame­ri­ka­ni­sche Un­ter­neh­men Hew­lett Pa­ckard fand in ei­ner Stu­die her­aus, dass sich Frauen auf in­tern aus­ge­schrie­bene Stel­len nur dann be­war­ben, wenn sie die Qua­li­fi­ka­tion tat­säch­lich auch zu 100 Pro­zent er­füll­ten. Män­ner hin­ge­gen hiel­ten es für aus­rei­chend, le­dig­lich 60 Pro­zent da­von vor­wei­sen zu kön­nen.

Da tun sich na­tür­lich Ab­gründe auf, wenn wir da­von aus­ge­hen, dass sämt­li­che Män­ner in Füh­rungs­pos­ten nur knapp et­was mehr als die Hälfte der er­war­te­ten Leis­tung brin­gen kön­nen. Wir fra­gen uns: Wer sorgt dann da­für, dass der La­den trotz­dem rei­bungs­los läuft? Wie viel müs­sen Se­kre­tä­rin­nen, Ehe­frauen und Müt­ter dazu bei­tra­gen, aus­bü­geln, oder gar ret­ten?

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Gleiches Recht für alle

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Es ist ja schon ei­gen­ar­tig: Bei ei­nem Bür­ger­ent­scheid gibt es ein so ge­nann­tes Quo­rum. Das be­deu­tet, wenn sich nicht min­des­tens 20 Pro­zent der Wahl­be­rech­tig­ten für die be­tref­fende Sa­che aus­ge­spro­chen ha­ben, wird sie nicht um­ge­setzt. Bei ei­ner OB-Wahl ist das an­ders. Da kann ein Be­wer­ber mit deut­lich we­ni­ger Stim­men ins Amt kom­men.

Hier schei­nen noch Reste ob­rig­keits­staat­li­chen Den­kens vor­zu­herr­schen. Näm­lich, dass, wenn ein Thema aus der Be­völ­ke­rung kommt, man ex­tra Schran­ken ein­bauen muss. Ge­rade so, als ob man dem Volk an sich nicht traut. Wäh­rend man ei­nem ein­zel­nen Men­schen, der sich um die Füh­rungs­po­si­tion in der Stadt­ver­wal­tung be­wirbt, au­to­ma­tisch un­ter­stellt, dass er – mög­li­cher­weise von Got­tes Gna­den – schon der Rich­tige sein wird.

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Dialog statt Diffamierung

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Heute en­det die Amts­zeit un­se­res seit­he­ri­gen Ober­bür­ger­meis­ters. Schorn­dorf at­met auf. Was hat er uns ge­bracht? Leucht­turm­pro­jekte, Stahl­kan­ten an den We­gen in den Parks und ei­nen Schul­den­berg, der in­zwi­schen auf 181 Mil­lio­nen Euro an­ge­stie­gen sein könnte.

Ihm al­lein daran die Schuld zu ge­ben, wäre frei­lich zu kurz ge­dacht. Im­mer­hin hat der ge­samte Ge­mein­de­rat all das ab­ge­seg­net, was so viele Steu­er­gel­der ver­bra­ten hat. – Mo­ment: Der ge­samte Ge­mein­de­rat? Nein. Zu des­sen Eh­ren­ret­tung darf man ge­trost sa­gen: Es gab ein­zelne und so­gar eine ganze Frak­tion, die im­mer wie­der kri­tisch ihre Stimme ge­gen das Stadt­ober­haupt er­ho­ben ha­ben. Men­schen, die sich, wie es un­ser Grund­ge­setz vor­sieht, nur ih­rem Ge­wis­sen und dem Wil­len der Wäh­le­rIn­nen ver­pflich­tet füh­len. Die nicht al­les ab­ni­cken, was von oben kommt.

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Herausforderung oder Wagnis?

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Auf die Frage, warum ein Kan­di­dat für den Pos­ten des Ober­bür­ger­meis­ters kan­di­diert, be­kom­men wir oft zu hö­ren: „Weil ich eine Her­aus­for­de­rung su­che“ oder „weil ich in der Stadt ge­stal­ten will“. Das klingt uns in­zwi­schen so ver­traut, dass wir uns gar nicht mehr dar­über klar sind, was das be­deu­tet.

An­ge­nom­men, da be­wirbt sich ei­ner für den Job ei­nes Bus­fah­rers im städ­ti­schen Nah­ver­kehr. An­ge­nom­men, er ist ge­lern­ter Fri­seur und sagt: „Ich su­che eine neue Her­aus­for­de­rung“, ob­wohl er gar kei­nen Bus­füh­rer­schein hat. Würde ir­gend­ein Mensch mit halb­wegs Ver­stand die­sen Mann ein­stel­len? Nein.

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Brauchen wir das?

Schöne neue Kin­der­renn­bahn…

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Als neue „At­trak­tion“ gibt es auf dem Un­te­ren Markt­platz jetzt eine „Au­to­renn­bahn für Kids“. Auf ei­ner Art Bug­gys, „Daim­ler­flit­zer“ ge­nannt, weil ge­spen­det von sel­bi­gem Kon­zern, sol­len die Klei­nen ihre Run­den dre­hen kön­nen.

Man fragt sich: Brau­chen wir das? Als vor zwei Jah­ren an die­sem Platz ein Glas­kas­ten mit Old­ti­mer zwi­schen die bei­den Sitz­bänke ge­zwängt wurde, hat die Freude am Ver­wei­len dort be­reits stark ge­lit­ten. Jetzt ist die rechte Sitz­bank voll­ends ge­op­fert wor­den – für die Renn­bahn. Zu­ge­schüt­tet mit Sand. Müt­ter, die ihre Klei­nen beim Spiel im Blick ha­ben wol­len, kön­nen sich nicht mal mehr hin­set­zen.

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Der Traum vom schönen Archivplatz

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Ich habe den Pla­nern, die den Ar­chiv­platz auf­hüb­schen sol­len, Un­recht ge­tan. Sie tra­ten in der Vi­deo-Kon­fe­renz zur Bür­ger­be­tei­li­gung kei­nes­wegs mit hoch­tra­ben­den Theo­rien und wich­tig klin­gen­den Wor­ten auf. Sie ha­ben sich auf­merk­sam die Pro­bleme und Wün­sche der An­woh­ne­rIn­nen an­ge­hört. Der Mo­de­ra­tor, Chef-Pla­ner Bodo Schwie­ger, er­klärte auch, dass er be­reits In­sti­tu­tio­nen wie Amts­ge­richt und Schule so­wie Ver­bände, etwa Fahr­rad­ver­ein und Se­nio­ren­fo­rum, zum Thema „Auf­ent­halts­qua­li­tät auf dem Ar­chiv­platz“ be­fragt habe.

Er ver­sprach, dass die Stel­lung­nah­men der An­woh­ne­rIn­nen in die Pla­nung „ein­flie­ßen“ wer­den. Drei Va­ri­an­ten will sein Büro ent­wi­ckeln, die dann im Herbst in ei­nem Work­shop er­neut ei­ner Bür­ger­be­tei­li­gung un­ter­zo­gen wer­den. Da­nach sol­len die vor­ge­schla­ge­nen Ideen als „Pop-up-Maß­nah­men“ auf dem Platz auf­ge­stellt wer­den.

„Der Traum vom schö­nen Ar­chiv­platz“ wei­ter­le­sen
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schoblatt.de