Ein Haltegriff für RadlerInnen

Kurz­mel­dung
Da­mit sie beim War­ten an der Am­pel nicht ab­stei­gen müs­sen, gibt es für Fah­r­ad­fah­re­rIn­nen jetzt Hal­te­griffe an drei Am­pel­mas­ten in der Stadt. Ei­ner da­von wurde am Rad­weg an der Kreu­zung Burg-/Sch­lich­te­ner Straße mon­tiert. Das Ma­te­rial sei wit­te­rungs­be­stän­dig, er­klärt der städ­ti­sche Rad­we­ge­ko­or­di­na­tor Pa­trick Hip­pich, und die Idee habe er aus der nord­rhein-west­fä­li­schen Stadt Marl über­nom­men, die für ihre Fahr­rad­freund­lich­keit be­reits aus­ge­zeich­net wurde.

Dort hatte im Jahr 1991 der Ge­mein­de­rat „100 So­fort­maß­nah­men für den Rad­ver­kehr“ be­schlos­sen. In der „West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung“ ist zu le­sen, dass der Schwer­punkt der Mar­ler Fahr­rad-Ak­ti­vi­tä­ten „in der Öf­fent­lich­keits­ar­beit, im Mar­ke­ting und in der Kom­mu­ni­ka­tion“ ge­legt werde. Und zwar als Folge „der bit­te­ren Ar­mut Marls mit lee­ren öf­fent­li­chen Kas­sen und hor­ren­den Schul­den wäh­rend der letz­ten 20 Jahre“.

Als Dank ein Grab

Die Stadt­ver­wal­tung sucht Pa­ten für Grä­ber auf dem Al­ten Fried­hof. Mit ei­ner ein­zig­ar­ti­gen Be­loh­nung soll die­ses eh­ren­amt­li­che En­ga­ge­ment ver­gol­ten wer­den: Wer ein sol­ches Grab pflegt, darf sich spä­ter selbst dort in ei­ner Urne be­stat­ten las­sen. Die­ses Pri­vi­leg galt seit 1930, als der Neue Fried­hof am Hun­ger­bühl an­ge­legt wurde, nur noch für Ein­woh­ne­rIn­nen, die ein Fa­mi­li­en­grab auf dem Al­ten Fried­hof vor­wei­sen konn­ten.

Im Jahr 1893 war die­ser Fried­hof – da­mals noch au­ßer­halb des Stadt­ge­biets – an­ge­legt wor­den. Ein­zelne, his­to­risch be­deut­same Grab­steine wur­den von der vor­he­ri­gen Be­gräb­nis­stätte dort­hin ver­setzt, wie etwa je­ner des Ja­kob Fried­rich von Abel, der als Leh­rer von Fried­rich Schil­ler Be­kannt­heit er­langte. Abel hatte 1786 die Toch­ter des Schorn­dor­fer Stadt­schrei­bers, Ro­sine Schmid, ge­hei­ra­tet. Er starb hier am 7. Juli 1829. Das Grab­kreuz mit sei­nem Na­men be­fin­det sich auf dem Al­ten Fried­hof rechts vom obe­ren Ein­gang di­rekt an der Mauer.

„Als Dank ein Grab“ wei­ter­le­sen

Warum sie auf die Straße gehen

Zum 25. Mal wa­ren ges­tern wie­der Frauen und Män­ner beim Mon­tags­spa­zier­gang in Schorn­dorfs Stadt­kern un­ter­wegs. Vor knapp ei­nem hal­ben Jahr hatte – wie in vie­len an­de­ren deut­schen Städ­ten – diese Ak­tion auch bei uns be­gon­nen, wo­bei zeit­weise über 400 Men­schen zu­sam­men­ka­men. Die Mas­ken­pflicht ist auf­ge­ho­ben, der Impf­zwang wurde im Bun­des­tag nicht be­schlos­sen. Warum ge­hen sie im­mer noch auf die Straße? Wir frag­ten ein paar der rund 70 Per­so­nen, die sich trotz Re­gens ak­tu­ell daran be­tei­lig­ten.

„Weil das Thema Impf­pflicht wie­der­kom­men wird“, ist An­ge­lika über­zeugt: „Lau­ter­bach hat doch schon neue Impf­do­sen ge­kauft“. Au­ßer­dem sei sie hier, weil die ein­rich­tungs­be­zo­gene Impf­pflicht im­mer noch be­steht, denn: „Wir ge­hen nicht nur für uns, wir ge­hen für alle auf die Straße.“ Auch Sa­bine aus Wei­ler ist über­zeugt: „Im Herbst geht das glei­che Spiel wie­der von vorn los – dann mit dem so­ge­nann­ten Af­fen­po­cken-Vi­rus.“ Große Sorge be­rei­ten ihr in die­sem Zu­sam­men­hang Pläne für ei­nen di­gi­ta­len Aus­weis, den sie als Mit­tel zu Gän­ge­lung und Kon­trolle an­sieht, zum Bei­spiel, in­dem be­stimm­ten Per­so­nen­grup­pen der Zu­gang zu Le­bens­mit­tel­lä­den ver­wehrt wer­den könnte.

„Wi­der­stand ist wich­tig“, sagt Vol­ker, „denn sonst wäre schon jetzt al­les noch viel schlim­mer. Dass die Impf­pflicht nicht be­schlos­sen wurde, ist auch ein Er­folg un­se­rer stän­di­gen Prä­senz.“ Au­ßer­dem komme er gern je­den Mon­tag: „Weil ich hier je­des Mal neue, in­ter­es­sante Men­schen ken­nen­lerne und gute Ge­sprä­che er­lebe.“

„Warum sie auf die Straße ge­hen“ wei­ter­le­sen

Aber…

Glosse
Ein­spa­run­gen im städ­ti­schen Haus­halt zu fin­den, ist un­ge­fähr so ein­fach, wie wenn man sei­ner 15-jäh­ri­gen Toch­ter hel­fen soll, den Klei­der­schrank aus­zu­mis­ten: „Diese Hose kann ja wohl weg.“ – „Nee­eiin!!“ – „Sie passt dir nicht mehr.“ – „Aber ich mag sie so!“ – „Du hast ge­nug an­dere.“ – „Aber es ist meine Lieb­lings­hose.“ – „Du wirst es über­le­ben.“ – „Du bist fies!“ – „Du woll­test dich doch von Un­nö­ti­gem tren­nen.“ – „Aber nicht von die­ser Hose.“ – Die Mut­ter ver­dreht die Au­gen.

Wenn der Ge­mein­de­rat sich die­ses Wo­chen­ende in Schwä­bisch Hall in Klau­sur be­gibt, um den Rot­stift am Stadt-Haus­halt an­zu­set­zen, wer­den sich mög­li­cher­weise ähn­lich Sze­nen ab­spie­len:
„Wir könn­ten den Ei­gen­be­trieb ‚Ci­ty­ma­nage­ment und Tou­ris­mus‘ ab­schaf­fen.“ – „ Nee­eiin!!“ – „Tisch­ten­nis­plat­ten und eine Bob­by­car-Bahn ge­hö­ren nicht zu den Pflicht­auf­ga­ben ei­ner Stadt.“ – „Aber die Tou­ris­ten sind ein Wirt­schafts­fak­tor.“ – „Der Ei­gen­be­trieb kos­tet jähr­lich eine halbe Euro nur fürs Per­so­nal.“ – „Aber da­für brin­gen die Tou­ris­ten doch wie­der Geld in die Stadt.“ – „So viel Kaf­fee kön­nen die gar nicht trin­ken, um diese Aus­ga­ben auch nur an­nä­hernd wie­der rein­zu­ho­len.“ – „Aber dann wür­den die An­ge­stell­ten ja ar­beits­los.“ – „We­gen des Fach­kräf­te­man­gels wer­den sie über­all mit Hand­kuss ge­nom­men.“

„Aber…“ wei­ter­le­sen

Dient es den Menschen?!

Kom­men­tar
Di­gi­tale Tech­nik ist et­was Wun­der­ba­res! Ohne sie gäbe es kein „Schoblatt“. Mit Hilfe die­ser Tech­nik wer­den uns auch z. B. Wahl­er­geb­nisse be­quem und top-ak­tu­ell ins Haus ge­lie­fert. Ob wir frei­lich im Schorn­dor­fer Rat­haus eine di­gi­tale Ge­sichts­er­ken­nung brau­chen, ist frag­lich. Der Nut­zen scheint sich in Gren­zen zu hal­ten.

Viele Bür­ge­rIn­nen wä­ren schon froh, wenn ihr An­lie­gen, mit dem sie dort an­fra­gen, um­ge­hend be­ar­bei­tet wird. Was nützte es ih­nen, un­ab­hän­gig von Öff­nungs­zei­ten die Ver­wal­tung zu er­rei­chen, wenn es da­nach nicht zü­gig vor­an­geht?

Und noch im­mer war­ten wir ver­geb­lich auf den Bür­ger­ser­vice, Ge­mein­de­rats­sit­zun­gen on­line ver­fol­gen zu kön­nen. Wer hö­ren möchte, was das Gre­mium zu ei­nem be­stimm­ten Thema sagt, muss sich per­sön­lich in die Sit­zung be­ge­ben, oft­mals noch stun­den­lang an­dere Ta­ges­ord­nungs­punkte über sich er­ge­hen las­sen. Die Tech­nik zur Über­tra­gung ist ja da. Doch frem­deln ein­zelne Rä­ten mit ihr, ha­ben of­fen­bar Angst, von ei­ner Ka­mera be­ob­ach­tet zu wer­den. Die Be­fürch­tung, dass sie im Rat kun­geln und sich nicht gern in die Kar­ten schauen las­sen, wird da­durch frei­lich nicht sehr schla­gend ent­kräf­tet.

„Dient es den Men­schen?!“ wei­ter­le­sen

Hausdurchsuchung wegen Tee

Ei­nen „re­gel­rech­ten Über­fall“ der Po­li­zei um 9 Uhr mor­gens in ih­rer Woh­nung er­lebte vor kur­zem Irina Bau­mann, Ge­schäfts­füh­re­rin der Firma Tee­mana, die Ar­temi­sia-Tee ver­treibt. Auf An­trag des Land­rats­amts Rems-Murr habe das Amts­ge­richt ei­nen Durch­su­chungs­be­fehl an­ge­ord­net. „Un­an­ge­mel­det, wie das wohl so üb­lich ist, ka­men be­waff­nete Po­li­zei­be­amte zu uns her­ein“, und: „Uns wurde höf­lich na­he­ge­legt zu ko­ope­rie­ren, da sonst un­sere ganze Woh­nung auf den Kopf ge­stellt wer­den würde“, schil­dert sie das Ge­sche­hen in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung.

„Wie ist es mög­lich, dass jetzt im Mo­ment in Ostkongo/​Afrika die Ent­wick­lungs­hil­fe­or­ga­ni­sa­tion der BRD, die Ge­sell­schaft für in­ter­na­tio­nale Zu­sam­men­ar­beit (GIZ), den An­bau und die An­wen­dung von Ar­temi­sia an­nua ana­med fi­nan­zi­ell för­dert“, fragt sie, „das Land­rats­amt Rems-Murr diese Pflanze je­doch gleich­zei­tig als schäd­lich und ver­bots­wür­dig ein­stuft?“

„Haus­durch­su­chung we­gen Tee“ wei­ter­le­sen

Vorsicht Falle: Fördergelder!

Kom­men­tar
OB-Kan­di­dat Mar­kus Rei­ners sah sie im Wahl­kampf als das All­heil­mit­tel schlecht­hin, um die über­schul­dete Stadt­kasse zu sa­nie­ren: För­der­gel­der! Man müsse mehr da­von an Land zie­hen. Dass diese Rech­nung nie auf­ge­hen kann, zeigt sich ak­tu­ell am Bei­spiel der Stabs­stelle Kli­ma­schutz: 4 ganze Stel­len wur­den dort für 5 Per­so­nen ge­schaf­fen, und für 4 Teil­be­rei­che wa­ren För­der­gel­der be­an­tragt wor­den, wie in der Be­schluss­vor­lage (Seite 3) für den Ge­mein­de­rat nach­zu­le­sen ist. Die er­nüch­ternde Bi­lanz: Nur ei­nem ein­zi­gen An­trag wurde voll ent­spro­chen, und selbst der ist auf 3 Jahre be­schränkt, dann ist  Schluss.

Ins­ge­samt fal­len 324.600 Euro Per­so­nal­kos­ten in die­ser Stabs­stelle an. Jähr­lich. Der ein­ma­lige Zu­schuss für die CO2-Bi­lan­zie­rung in Höhe von 3.200 Euro ist noch nicht ein­mal 1% die­ser Summe. Und die für den Rad­we­ge­ko­or­di­na­tor über­nom­me­nen 53.000 Euro ent­spre­chen nur 16% der ge­samt an­fal­len­den Per­so­nal­kos­ten pro Jahr. Oder an­ders aus­ge­drückt: 84% müs­sen aus der Stadt­kasse be­zahlt wer­den. Geld, das Schorn­dorf ei­gent­lich nicht hat. Ge­nau das ist das Ge­fähr­li­che an den För­der­gel­dern: Sie ver­lei­ten dazu, eine Maß­nahme zu be­gin­nen, weil man an­schei­nend Geld ge­schenkt be­kommt. Und wer will denn so doof sein, ein Ge­schenk aus­zu­schla­gen?

„Vor­sicht Falle: För­der­gel­der!“ wei­ter­le­sen

Keine Waffenlieferung! Keine Gewalt!

Zum 10. Mal fand am Frei­tag die Mahn­wa­che der Schorn­dor­fer Frie­dens­in­itia­tive vor dem Rat­haus statt. Erst­mals rie­fen die Pa­zi­fis­tIn­nen vor zehn Wo­chen dazu auf, nach­dem Russ­land eine mi­li­tä­ri­sche In­ter­ven­tion in der Ukraine be­gon­nen hatte. Ein­zig an Kar­frei­tag fiel sie aus. Jetzt wa­ren 40 Men­schen ge­kom­men, um ihre Sorge und ih­ren Pro­test ge­gen­über jeg­li­cher Kriegs­hand­lung zum Aus­druck zu brin­gen.

Sie tru­gen Pla­kate und Fah­nen mit Auf­schrif­ten wie „Frie­den schaf­fen ohne Waf­fen“ oder „Nu­clear wea­pons are ban­ned“. Es spra­chen Uwe Glund und Do­ris Kom­me­rell von der Frie­dens­in­itia­tive so­wie In­grid Bo­lay vom Welt­la­den über die Aus­wir­kun­gen von Auf­rüs­tung und Krieg auf Län­der des glo­ba­len Sü­dens. Ein Schild „Stoppt das Mor­den der Po­li­zei“ hiel­ten zwei junge Ab­ge­sand­ten ei­ner Demo der An­tifa, die gleich­zei­tig auf dem Un­te­ren Markt­platz statt­fand und die sich „ge­gen Ras­sis­mus und Po­li­zei­ge­walt“ rich­tete (dazu spä­ter mehr).

„Keine Waf­fen­lie­fe­rung! Keine Ge­walt!“ wei­ter­le­sen

Hebammen sind unverzichtbar

Ge­denk­tag
„Für mich ist wich­tig, dass bei der Ge­burt je­mand da­bei ist, der mich und meine Ge­schichte kennt“, sagt eine schwan­gere Frau, „wo ich weiß: Es ist je­mand für mich da. Nicht für die Ge­burt. Son­dern für mich.“ Dies ist ein Zi­tat aus dem Doku-Film „Heb­am­men – Auf die Welt kom­men“ von Leila Kühni, der heute an­läss­lich des In­ter­na­tio­na­len Heb­am­men­tags in der Schweiz Pre­miere hat.

Diese Aus­sage bringt auf den Punkt, warum Heb­am­men für Frauen un­ver­zicht­bar sind. Die Re­gis­seu­rin hat selbst ein Kind ge­bo­ren und emp­fand es als „Pri­vi­leg, ein so ge­wal­ti­ges Er­leb­nis wie eine Ge­burt er­le­ben zu dür­fen“. Doch er­fuhr sie, dass an­dere Frauen auch eher trau­ma­ti­sche Er­fah­run­gen rund um die Ge­burt mach­ten, wie sie in ei­nem per­sön­li­chen State­ment zum Film er­klärt. Der Trai­ler ver­mit­telt ei­nen ers­ten Ein­druck des­sen, was, wie sie sagt, „aus­schließ­lich zum Frau­sein ge­hört“.

„Heb­am­men sind un­ver­zicht­bar“ wei­ter­le­sen
schoblatt.de