Schorndorfer Salzhaus unter neuer Führung

Silke Kol­ler, Ma­rie Kechagias

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Ma­rie Kechagias heißt die junge Frau, die das Salz­haus von Silke Kol­ler in der Neuen Straße am 1. Au­gust über­nom­men hat. Ihr Groß­va­ter ist Grie­che, doch sie selbst, die im Rems­tal ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen ist, spricht nicht mehr Grie­chisch – bis auf ein paar ein­zelne Wör­ter. Da sie aus Er­fah­rung weiß, dass man­che Men­schen sich schwer­tun, ih­ren Nach­na­men aus­zu­spre­chen, darf man sie, wie sie be­tont, gerne auch nur mit ih­rem Vor­na­men an­re­den.

Vor sechs Jah­ren, Ende 2016, hat Silke Kol­ler das Salz­haus er­öff­net, und da­mit in­zwi­schen ei­nen gro­ßen Kun­den­kreis auf­ge­baut, der dort die Mög­lich­keit nutzt, mit ul­tra­schall­ver­ne­bel­ter Salz­luft Atem­wegs- und Haut­pro­bleme zu lin­dern. Viel Ei­gen­leis­tung und Liebe ha­ben Silke Kol­ler und ihr Mann Tho­mas in Auf­bau und Ein­rich­tung des Salz­hau­ses ge­steckt. Jetzt folgt die 58-Jäh­rige ih­rem Mann in den Ru­he­stand, und freut sich, so­mit wie­der mehr Zeit für krea­tive Dinge wie Ma­len und Schnei­dern zu ha­ben.

„Schorn­dor­fer Salz­haus un­ter neuer Füh­rung“ wei­ter­le­sen

Schorndorf verschuldet sich immer mehr

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Die Schul­den von Schorn­dorfs Stadt­ver­wal­tung samt Ei­gen­be­trie­ben sind Ende 2021 auf über 179 Mil­lio­nen Euro ge­stie­gen. Kon­kret: 13 Mil­lio­nen Euro mehr ge­gen­über dem Vor­jahr, als es rund 166 Mil­lio­nen Euro wa­ren. Dies ent­spricht ei­ner Stei­ge­rung von 8 %. Zum Ver­gleich: Im Durch­schnitt stieg die Ver­schul­dung al­ler deut­schen Ge­mein­den im ver­gan­ge­nen Jahr um 0,6 %, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt mit­teilt. Um­ge­rech­net auf die Pro-Kopf-Ver­schul­dung ha­ben Schorn­dorfs Ver­wal­tung und Ge­mein­de­rat so­mit in­zwi­schen mit 4.524 Euro mehr als das Dop­pelte des Lan­des­durch­schnitts (1.774 Euro) an Schul­den an­ge­häuft.

„Schau ich auf den Schul­den­stand der Stadt Schorn­dorf in der Nacht, dann werde ich um den  Schlaf  ge­bracht“, er­klärt dazu AfD-Stadt­rat Lars Haise per Pres­se­mit­tei­lung. Im April hatte er ge­gen den Bü­che­rei-Neu­bau ge­stimmt, weil die­ser „min­des­tens 8,5 Mil­lio­nen Euro Steu­er­geld ver­sen­ken“ werde. Bür­ger­meis­ter Eng­lert hatte in je­ner Sit­zung er­klärt, dass der Ge­mein­de­rat „je­der­zeit zu­rück­ru­dern könne, sollte der Preis­rah­men über­schrit­ten wer­den“. Das Er­geb­nis der na­ment­li­chen Ab­stim­mung zu dem Bau-Pro­jekt ist im Be­schluss­pro­to­koll zu fin­den.

Ministerin Nicole Razavi kommt zu Besuch

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Am mor­gi­gen Don­ners­tag, 4. Au­gust, stat­tet Lan­des­mi­nis­te­rin Ni­cole Razavi (CDU) Schorn­dorf ei­nen 2‑stündigen Be­such ab, um „städ­te­bau­li­che Maß­nah­men“ in Au­gen­schein zu neh­men. Ihr Mi­nis­te­rium ist zu­stän­dig für „Lan­des­ent­wick­lung und Woh­nen“. Die 57-Jäh­rige hat An­glis­tik, Po­li­to­lo­gie so­wie Sport­wis­sen­schaft auf Lehr­amt stu­diert und war am Wirt­schafts­gym­na­sium Feu­er­bach an­ge­stellt. Sie wohnt in Sa­lach und ist „lei­den­schaft­li­che Sport­le­rin“, wie ih­rer of­fi­zi­el­len Vita zu ent­neh­men ist. Im Jahr 2021 wurde sie – als Che­fin der obers­ten Denk­mal­be­hörde des Lan­des – Vor­sit­zende der Denk­mal­stif­tung Ba­den-Würt­tem­berg.

So ließ sie denn auch kürz­lich ver­laut­ba­ren: „Der Er­halt und die Mo­der­ni­sie­rung denk­mal­ge­schütz­ter Ge­bäude ist Kli­ma­schutz im bes­ten Sinne.“ Da­her gelte ab so­fort, dass So­lar­an­la­gen auf denk­mal­ge­schütz­ten Ge­bäu­den durch die Re­gie­rung ak­tiv ge­för­dert wer­den, in­dem die ent­spre­chende Ge­neh­mi­gung „re­gel­mä­ßig zu er­tei­len“ sei. Nur bei ei­ner „er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung“ des Kul­tur­denk­mals dürfte sie ab­ge­lehnt wer­den.

In Schorn­dorf wird die Mi­nis­te­rin mor­gen den Sport­park Rems und die Kita Pur­zel­baum be­sich­ti­gen.

Konflikte auf kreative Weise lösen!

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Die Mahn­wa­che der Frie­dens­in­itia­tive am mor­gi­gen Frei­tag muss we­gen der SchoWo ent­fal­len. Er­satz­weise da­her hier ein klei­ner Ge­dan­ken­im­puls von Do­ro­thy Thomp­son: “Frie­den be­deu­tet nicht, dass es keine Kon­flikte gibt, son­dern dass man diese auf krea­tive Weise löst.“

Do­ro­thy Thomp­son, 1893 ge­bo­ren, war eine ame­ri­ka­ni­sche Jour­na­lis­tin, die un­ter an­de­rem aus Nazi-Deutsch­land be­rich­tete. Adolf Hit­ler, den sie im Früh­jahr 1932 per­sön­lich in­ter­viewte, emp­fand sie als den „Pro­to­ty­pen des klei­nes Man­nes“ und als „er­schre­ckend blasse Fi­gur“.

Im Jahr 1946 hielt sie eine Rede vor dem UN-Si­cher­heits­rat „im Na­men al­ler Frauen und Müt­ter der Welt“. Da­bei schrieb sie den Staats­chefs Harry S. Tru­man, Win­s­ton Chur­chill und Jo­sef Sta­lin ins Stamm­buch: Es sei eine Lüge, wenn diese den Frauen sag­ten, ihre Män­ner und Söhne seien da­für ge­stor­ben, dass die Welt auf ewige Zei­ten Frie­den fände.

Stadtentwicklung ohne Schuster

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Wie der CDU-Stadt­ver­band mit­teilt, musste Wolf­gang Schus­ter seine Teil­nahme bei der mor­gi­gen Ver­an­stal­tung in der Bar­bara-Kün­kel­in­halle zum Thema Stadt­ent­wick­lung we­gen ei­nes Trau­er­falls ab­sa­gen. Ei­nen Er­satz habe man so kurz­fris­tig nicht fin­den kön­nen. Da­her werde Osi­an­der-Chef Riet­mül­ler als ein­zi­ger ein Im­puls­re­fe­rat hal­ten, be­vor OB Hornikel und Cen­tro-Che­fin Clau­dia Mau­rer-Ban­tel auf dem Po­dium mit­ein­an­der dis­ku­tie­ren, wie Schorn­dorfs In­nen­stadt der Zu­kunft aus­se­hen soll.

Demo gegen „Vernichtung von Artemisia“

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Am mor­gi­gen Don­ners­tag, 2. Juni, fin­det von 16 bis 18 Uhr auf dem Al­ten Post­platz in Waib­lin­gen eine Demo statt. Sie rich­tet sich ge­gen das Land­rats­amt, das vor zwei Wo­chen eine Haus­durch­su­chung bei der Ge­schäfts­füh­re­rin der Firma Tee­mana, die Tee aus der Heil­pflanze Ar­te­mi­sia An­nua ver­treibt, und bei Dr. ph­arm. Hans-Mar­tin Hirt an­ge­ord­net hatte. Die Ver­an­stal­ter be­fürch­ten, dass sich die Ver­wal­tung des Rems-Murr-Krei­ses durch die Ver­sie­ge­lung des Tee-Wa­ren­be­stands zum Vor­rei­ter der Ver­nich­tung von Ar­te­mi­sia An­nua in Deutsch­land ma­che.

In sei­nem Rund­brief für die „Ar­te­mi­siafreunde“ for­dert Dr. Hans-Mar­tin Hirt die Zu­rück­nahme so­wohl die­ser Ver­sie­ge­lung als auch der An­kla­gen ge­gen die Firma. Au­ßer­dem ver­langt er eine Ent­schul­di­gung des Land­rats­am­tes für die Haus­durch­su­chun­gen so­wie „glei­che Rechte für ana­med Me­di­zin wie für TCM“ (Tra­di­tio­nelle Chi­ne­si­sche Me­di­zin). 

Ein Haltegriff für RadlerInnen

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Da­mit sie beim War­ten an der Am­pel nicht ab­stei­gen müs­sen, gibt es für Fah­r­ad­fah­re­rIn­nen jetzt Hal­te­griffe an drei Am­pel­mas­ten in der Stadt. Ei­ner da­von wurde am Rad­weg an der Kreu­zung Burg-/Sch­lich­te­ner Straße mon­tiert. Das Ma­te­rial sei wit­te­rungs­be­stän­dig, er­klärt der städ­ti­sche Rad­we­ge­ko­or­di­na­tor Pa­trick Hip­pich, und die Idee habe er aus der nord­rhein-west­fä­li­schen Stadt Marl über­nom­men, die für ihre Fahr­rad­freund­lich­keit be­reits aus­ge­zeich­net wurde.

Dort hatte im Jahr 1991 der Ge­mein­de­rat „100 So­fort­maß­nah­men für den Rad­ver­kehr“ be­schlos­sen. In der „West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung“ ist zu le­sen, dass der Schwer­punkt der Mar­ler Fahr­rad-Ak­ti­vi­tä­ten „in der Öf­fent­lich­keits­ar­beit, im Mar­ke­ting und in der Kom­mu­ni­ka­tion“ ge­legt werde. Und zwar als Folge „der bit­te­ren Ar­mut Marls mit lee­ren öf­fent­li­chen Kas­sen und hor­ren­den Schul­den wäh­rend der letz­ten 20 Jahre“.

Rätsel am Maibaum

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Warum hängt Ur­bachs Fahne im Schorn­dor­fer Mai­baum? Ne­ben den Schil­dern der Schorn­dor­fer Orts­teile und Part­ner­städte ist deut­lich sicht­bar die Fahne des Nach­bar­or­tes Ur­bach zu se­hen. Sollte es dort Men­schen ge­ben, die gern in un­sere Stadt ein­ge­mein­det wer­den wol­len?

Viel­leicht will auch je­mand nur, dass die Her­kunft der Tanne an der Spitze ge­büh­rend ge­wür­digt wird. Laut Ta­ges­zei­tung war sie im Hegn­au­hof ge­fällt wor­den, der zu Ur­bach ge­hört. Oder sol­len wir zum Nach­den­ken an­ge­regt wer­den: Warum stammt diese Fichte aus dem Nach­bar­ort? Sind im hei­mi­schen Wald alle Fich­ten be­reits ab­ge­holzt? Oder müs­sen diese ins Aus­land ver­kauft wer­den, um mit den Er­lö­sen den städ­ti­schen Haus­halt zu sa­nie­ren?

Zum Ur­sprung der Tra­di­tion des Mai­baum-Auf­stel­lens äu­ßert sich üb­ri­gens der Kul­tur­anthro­po­loge Wolf-Die­ter Storl ganz un­miss­ver­ständ­lich: Der 1. Mai sei „ein Fest des Früh­lings, der Frucht­bar­keit und der Le­bens­freude“. Aus die­sem Grund werde der Mai­baum im Dorf „wie ein rie­si­ger Phal­lus“ auf­ge­stellt, des­sen Spitze ei­nen Blü­ten­kranz durch­stößt.

April! April!

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Die gest­rige Mel­dung über das Pro­jekt „Scho kor­rekt“ war ein April­scherz. Sämt­li­che An­ga­ben und Zi­tate darin sind aus­nahms­los frei er­fun­den, Ähn­lich­kei­ten zu an­de­ren kommunalpoliti­schen Vor­gän­gen rein zu­fäl­lig be­ab­sich­tigt.

Im vo­ri­gen Jahr hatte das „Schorn­dor­fer On­line-Blatt“ als April-Scherz die Kan­di­da­tur von Bri­gitte Al­din­ger zur Wahl des neuen Stadt­ober­haupts ver­kün­det. Nach­dem diese, wie sie sagt, dar­auf­hin sehr viel Zu­spruch er­hielt, ent­schloss sie sich, tat­säch­lich zu kan­di­die­ren.

Seien wir also ge­spannt, was mit dem Pro­jekt „Scho kor­rekt“ noch pas­sie­ren wird.

schoblatt.de