Daimler-Kopf vom Sockel gefallen

Hier prangte der Daim­ler-Kopf, wie er in der Höll­gasse noch vor­han­den ist

Kurz­mel­dung
Vor zwei Jah­ren ließ die Ver­wal­tung ei­nen über­le­bens­gro­ßen Kopf von Gott­lieb Daim­ler als Denk­mal für den be­rühm­ten Sohn der Stadt an­fer­ti­gen. Da­mit be­auf­tragt wurde Ott­mar Hörl, der gern in Se­rien ar­bei­tet. Ne­ben 500 Daim­ler­fi­gu­ren in Gar­ten­zwerg­größe schuf er gleich vier der gro­ßen Köpfe. Sie fan­den ih­ren Platz im Rat­haus, vor dem Daim­ler-Ge­burts­haus, bei den Stadt­wer­ken so­wie im Schloss­park.

Die­ser ist jetzt von sei­nem So­ckel ge­fal­len. Am Mon­tag fan­den ihn Pas­san­ten im Gras lie­gen, so be­rich­tet die Stadt­ver­wal­tung. Er habe schon ei­nige Zeit ge­wa­ckelt, wie Bür­ger ihr ge­mel­det hat­ten. Die Zen­tra­len Dienste hät­ten den Kopf in­zwi­schen in Si­cher­heit ge­bracht.

Seine Schaf­fens­phi­lo­so­phie be­schreibt Hörl so: „Ein Bild­hauer de­fi­niert sich nicht da­durch, daß er ton­nen­weise Ma­te­rial hin­schüt­tet, Förm­chen dra­piert und sich auf der schma­len Werk­spur der Iden­ti­fi­zier­bar­keit selbst ver­wirk­licht, son­dern da­durch, daß er Ma­te­rie in Be­we­gung ver­setzt.“

City-Management vergisst Frauen

Kurz­mel­dung
„Die Freude über die neuen Na­mens-An­ste­cker währte nur kurz“, schrieb Stadt­füh­re­rin Kirs­ten Katz An­fang Au­gust ans City-Ma­nage­ment. Der Grund: Über ih­rem Na­men steht „Stadt­füh­rer“, was sie als dis­kri­mi­nie­rend emp­fin­det: „Selbst in der Stadt­ver­wal­tung Schorn­dorf hat sich längst die weib­li­che Form, zu­min­dest für Ge­mein­de­rä­tin­nen, durch­ge­setzt.“ Da­her fragte sie, „warum der Ei­gen­be­trieb jetzt die­sen Rück­schritt prak­ti­ziert“ und da­mit in der Öf­fent­lich­keit ein „eher rück­wärts­ge­wand­tes“ Bild ab­gebe. Sie er­in­nerte daran, dass die Mit­ar­bei­te­rIn­nen in der Ver­wal­tung von Steu­er­gel­dern be­zahlt wer­den, von der Be­völ­ke­rung, und die ist zu 51% weib­lich.

Neun Tage spä­ter schickte ihr das Ci­ty­ma­nage­ment eine Rund­mail mit die­sem Wort­laut: „Hallo liebe Stadt­füh­re­rin­nen, wie Sie viel­leicht mit­be­kom­men ha­ben, ha­ben wir neue Na­mens­schil­der für alle Stadt­füh­rer. Die Na­mens­schil­der für die Stadt­füh­re­rin­nen sind auch be­reits im Auf­trag und wer­den dem­nächst an uns ge­lie­fert. Herz­li­che Grüße […] Stadt­info“

Ein Jahr „Schorndorfer Online-Blatt“

Das „Vita Ita­liana“

Ein­la­dung
Am 22. Au­gust be­steht das „Schorn­dor­fer On­line-Blatt“ ge­nau ein Jahr. Dies wol­len wir mit ei­nem klei­nen Um­trunk fei­ern.
Wir la­den alle Le­se­rin­nen und Le­ser ein, am Sams­tag, 21. Au­gust, zwi­schen 18 und 20 Uhr im „Vita Ita­liana“, Gott­lieb-Daim­ler-Straße 24 (zwi­schen „En­gel“ und „Veil“), mit uns an­zu­sto­ßen – und sich bei der Ge­le­gen­heit auch un­ter­ein­an­der aus­tau­schen zu kön­nen.

Schulden der Stadt so hoch wie nie

Kurz­mel­dung
Über 166 Mil­lio­nen Euro Schul­den wur­den bis Ende 2020 in Schorn­dorfs Haus­halt und den Ei­gen­be­trie­ben der Stadt an­ge­häuft. Dies ist die of­fi­zi­elle An­gabe, die das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt ak­tu­ell ver­öf­fent­licht hat. Ende 2019 hatte der Schul­den­berg 151 Mil­lio­nen Euro um­fasst, ist also bin­nen ei­nen Jah­res um 15 Mil­lio­nen Euro an­ge­wach­sen.

Aufs ganze Land be­zo­gen liegt die durch­schnitt­li­che Pro-Kopf-Ver­schul­dung bei 1.777 Euro. Backnang be­fin­det sich mit 1.735 Euro im Mit­tel­feld, Waib­lin­gen mit 1.025 Euro dar­un­ter. In Schorn­dorf ist sie mit 4.177 Euro mehr als dop­pelt so hoch.

Nur 12 der ins­ge­samt 1.101 Ge­mein­den in Ba­den-Würt­tem­berg sind noch hö­her ver­schul­det als Schorn­dorf. Vor sei­ner Wahl im Jahr 2006 hatte der Ober­bür­ger­meis­ter an­ge­kün­digt, die Schul­den der Stadt jähr­lich um 1 Mil­lion Euro sen­ken zu wol­len. Da­mals hat er diese auf 25 Mil­lio­nen Euro be­zif­fert.

Schorndorf wird keine „Smart City“

Kurz­mel­dung
Das „Bun­des­mi­nis­te­rium des In­nern, für Bau und Hei­mat“ hat jetzt die Na­men der 28 Kom­mu­nen be­kannt­ge­ge­ben, die in der drit­ten Staf­fel der „Mo­dell­pro­jekte Smart Ci­ties“ mit ins­ge­samt 300 Mil­lio­nen Euro ge­för­dert wer­den. Schorn­dorf ist nicht dar­un­ter.

In der Mit­tei­lung des Mi­nis­te­ri­ums heißt es, dass sich deutsch­land­weit ins­ge­samt 94 Städte, Kreise, Ge­mein­den und in­ter­kom­mu­nale Ko­ope­ra­tio­nen für die­ses För­der­pro­gramm be­wor­ben hät­ten. Im Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat hat­ten 21 Stadt­rä­tIn­nen am 25. März 2021 ei­ner sol­chen Be­wer­bung zu­ge­stimmt. 4 Rä­tIn­nen wa­ren da­ge­gen, 6 ent­hiel­ten sich der Stimme, 2 wa­ren bei der Ab­stim­mung nicht an­we­send. Der An­trag von Ein­zel-Stadt­rat An­dreas Schnei­der auf eine 2. Le­sung war zu­vor mit 3 Ja-Stim­men und 28 Nein-Stim­men ab­ge­lehnt wor­den. In der Be­völ­ke­rung war das Pro­jekt nicht un­um­strit­ten.

Über 30 Geräte fürs Hochwassergebiet

Kurz­mel­dung
Rund um Schorn­dorf sind meh­rere Men­schen dem Auf­ruf der Obi-Bau­markt­kette „Je­der kann hel­fen“ ge­folgt und ha­ben Pum­pen, Ent­feuch­tungs- und Rei­ni­gungs­ge­räte, die sie ak­tu­ell nicht brau­chen, für das Ka­ta­stro­phen­ge­biet an der Ahr ab­ge­ge­ben. In den Uhin­ger Bau­markt wur­den bis Mon­tag­nach­mit­tag 8 sol­cher Ge­räte ge­bracht. In Göp­pin­gen wa­ren es nach An­ga­ben von Herrn Li­cina etwa 15 bis 20 Ge­räte, in Waib­lin­gen nach Aus­kunft von Herrn Fi­scher 4 Trock­ner, ein Ent­feuch­ter, 3 Pum­pen, so­wie ein Hoch­druck- und ein Nass-Tro­cken-Rei­ni­ger.

Für eine Pumpe wurde den Ge­bern ein Ein­kaufs­gut­schein über 50 Euro aus­ge­stellt, für hö­her­wer­ti­gere Ge­räte im Wert von 100 Euro. An­dere Mar­ke­ting­maß­nah­men seien we­gen die­ser Ak­tion ver­scho­ben wor­den. Am Don­ners­tag wer­den die Ge­räte zu ei­nem Markt ge­bracht, wo alle Teile ge­sam­melt wer­den, um dann flä­chen­de­ckend dort­hin ver­teilt zu wer­den, wo sie ge­braucht wer­den.

Pumpen gesucht für Hochwasserhilfe

Kurz­mel­dung
Die Bau­markt­kette Obi ruft deutsch­land­weit zu ei­ner Ak­tion „Je­der kann hel­fen“ auf: „Du hast akut schwer ver­füg­bare Ge­räte wie ein Trock­nungs­ge­rät oder eine Pumpe zu Hause, die du ak­tu­ell selbst nicht be­nö­tigst? Dann bring sie zu dei­nem nächst­ge­le­ge­nen OBI Markt und er­halte im Ge­gen­zug ei­nen Wa­ren­gut­schein im Wert ei­nes ver­gleich­ba­ren Neu­ge­räts.“ Der nächste Obi-Markt ist in Waib­lin­gen, Zie­ge­lei­straße 2.

In den Re­gio­nen des Hoch­was­se­r­un­glücks gibt die Bau­markt­kette kos­ten­los Equip­ment, wie Schau­feln, Be­sen, Pum­pen, an die dort ein­ge­setz­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ab. Den Nach­schub an schwer ver­füg­ba­ren Ge­rä­ten bringt sie ab Mon­tag aus ganz Deutsch­land ebenso dort­hin. Die Ak­tion läuft zu­nächst bis ein­schließ­lich Mitt­woch, 21. Juli.

Für die Ab­gabe ei­ner funk­ti­ons­tüch­ti­gen Schmutz­was­ser­pumpe er­hält je­der Kunde eine Ge­schenk­karte im Wert von 50 Euro, für funk­ti­ons­tüch­tige Bau­trock­ner oder elek­tri­sche Luft­ent­feuch­ter eine Ge­schenk­karte im Wert von 100 Euro.

Rätsel um Betten-Schwund gelöst

Kurz­mel­dung
In den Rems-Murr-Kli­ni­ken stan­den im Früh­jahr 2020 ins­ge­samt 85 In­ten­siv­bet­ten mit Be­atmungs­ge­rä­ten zur Ver­fü­gung, wie die „Schorn­dor­fer Nach­rich­ten“ am 31. März 2020 mel­de­ten. Am 11. No­vem­ber 2020 war dann aber ei­nem Ar­ti­kel zu ent­neh­men, dass es dort nur noch 61 In­ten­siv­bet­ten gebe (Wir ha­ben dar­über be­rich­tet).

Kri­ti­sche Jour­na­lis­ten arg­wöhn­ten sei­ner­zeit, dass die Zahl der Bet­ten künst­lich ver­knappt werde. Dass die Be­völ­ke­rung da­durch bei der Stange ge­hal­ten werde be­züg­lich Ein­hal­ten der Hy­gie­ne­vor­schrif­ten. Denn wenn die Kli­ni­ken wie­der an ihre Ka­pa­zi­täts­grün­den ge­rie­ten, werde der Angst­pe­gel hoch­ge­hal­ten.

Nun hat je­doch der Bun­des­rech­nungs­hof laut „Fo­cus“ auf­ge­deckt, dass die Sub­ven­ti­ons­zah­lun­gen der Re­gie­rung an die Kli­ni­ken da­hin­ter ste­cken. Kon­kret: dass es „un­er­wünschte Mit­nah­me­ef­fekte“ bei die­sen „Aus­gleichs­zah­lun­gen“ ge­ge­ben habe. Schon An­fang Ja­nuar 2021 sei auch das Ro­bert-Koch-In­sti­tut dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, „dass Kran­ken­häu­ser zum Teil we­ni­ger In­ten­siv­bet­ten mel­de­ten als ver­füg­bar ge­we­sen seien“. Der Grund: Geld gab es nur, wenn die Zahl der freien Bet­ten un­ter 25 Pro­zent sank. Da­her hät­ten die Kli­ni­ken de­ren An­zahl re­du­ziert, „um mo­ne­täre Nach­teile für den Stand­ort zu ver­mei­den“.

August Lämmle darf bleiben

Kurz­mel­dung
Wenn es nach der AfD-Frak­tion des Ge­mein­de­rats geht, dürfte der Au­gust-Lämmle-Weg in Schorn­dorf nun doch sei­nen Na­men be­hal­ten. Sie zieht ih­ren An­trag vom April auf Um­be­nen­nung zu­rück, wie sie in ei­ner Pres­se­er­klä­rung schreibt. Als Grund für die­sen An­trag hatte sie an­ge­führt ge­habt, dass Lämmle laut An­ga­ben des His­to­ri­kers Pe­ter Pog­untke sei­ner­zeit die NS-Ras­sen­po­li­tik be­grüßt habe. In­zwi­schen sei die Frak­tion je­doch durch eine Ver­wandte Lämm­les, Dr. Ur­sula Fink, mit­tels ei­nes aus­führ­li­chen Of­fe­nen Brie­fes über­zeugt wor­den, „dass das Gut­ach­ten von Pe­ter Pog­untke an ganz we­sent­li­chen Stel­len in Frage zu stel­len ist.“ So dass sich laut Frak­ti­ons­chef Lars Haise „auf ei­nem so san­di­gen Fun­da­ment“ ihr An­trag nicht auf­recht­erhal­ten lasse.

„Als wir den An­trag for­mu­liert ha­ben, wa­ren uns diese Dis­kre­pan­zen und auch die Ver­stri­ckun­gen zu ei­nem An­hän­ger der so­ge­nann­ten An­tifa lei­der noch nicht be­kannt.“ Ge­meint ist Cor­ne­lius Renkl, Mit­glied im VVN/​Bund der An­ti­fa­schis­ten und der Le­on­ber­ger KZ-Ge­denk­stät­ten­in­itia­tive. Die­ser habe 2005 in ei­nem Vor­trag über Au­gust Lämmle des­sen Wir­ken zur Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus neu be­leuch­tet, und dar­auf habe sich Pog­untke in sei­nem Gut­ach­ten ge­stützt.