„Stimmenkönigin“ Ursel Kamps wird 80

Viel hat nicht ge­fehlt, und Ur­sel Kamps wäre Schorn­dorfs erste Ober­bür­ger­meis­te­rin ge­wor­den: 44,8 Pro­zent der Stim­men er­rang sie bei der OB-Wahl im Jahr 1998 ge­gen Amts­in­ha­ber Win­fried Küb­ler, der 53,4 Pro­zent be­kam. Be­acht­lich ist zu­dem, dass sie so­gar noch zwei Pro­zent­punkte mehr als Rein­hard Hanke acht Jahre zu­vor – so­gar sei­ner­seits mit dem Amts­in­ha­ber­bo­nus – ge­gen Küb­ler auf sich hatte ver­ei­ni­gen kön­nen.

Als Grund, warum sie da­mals über­haupt kan­di­dierte, nennt sie ih­ren Sohn Ma­rek, der ihr er­klärt hatte, die OB-Wahl man­gels Kan­di­da­ten­al­ter­na­tive boy­kot­tie­ren zu wol­len. Als Toch­ter aus ei­nem durch und durch po­li­ti­schen Haus war das für Ur­sel Kamps ein Un­ding.

Am 9. Au­gust 1942 kam Ur­sel Kamps in Schorn­dorf zur Welt. Ihre El­tern sind Rosa und Gott­lob Kamm, beide ak­tive So­zi­al­de­mo­kra­ten und sport­be­geis­tert. Ur­sels Ge­schwis­ter Ber­told, An­ne­liese und Wal­ter wa­ren zwi­schen 1926 und 1929 ge­bo­ren, sie selbst also deut­lich jün­ger als diese.

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Mahnung wegen „nuklearer Teilhabe“

An­kün­di­gung
Heute vor 77 Jah­ren, am 6. Au­gust 1945, warf ame­ri­ka­ni­sches Mi­li­tär eine Atom­bombe auf Hi­ro­shima, die so­fort 75.000 Men­schen tö­tete. An den Spät­fol­gen star­ben im dar­auf fol­gen­den Jahr nach Schät­zun­gen bis zu 166.000 wei­tere Men­schen.

Wenn die Frie­dens­in­itia­tive Schorn­dorf für diese heute Abend von 18 bis 19 Uhr eine Mahn­wa­che auf dem Markt­platz ab­hält, will sie nicht nur der Op­fer ge­den­ken, son­dern auch auf eine ak­tu­ell ge­stei­gerte Auf­rüs­tung auf­merk­sam ma­chen.

 „Seit Be­ginn des Ukraine-Kriegs wur­den die Rüs­tungs­aus­ga­ben in der Welt noch­mals dras­tisch er­höht“, er­klärt Do­ris Kom­me­rell in ih­rer Ein­la­dung zu die­ser Mahn­wa­che. Und: „Die im Rah­men der ‚nu­klea­ren Teil­habe‘“ in Bü­chel sta­tio­nier­ten US-Atom­bom­ben sol­len mo­der­ni­siert wer­den, und Deutsch­land will zu­dem neue Kampf­jets an­schaf­fen, wel­che die Atom­bom­ben ins Ziel flie­gen kön­nen.“

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Ministerin Nicole Razavi kommt zu Besuch

Kurz­mel­dung
Am mor­gi­gen Don­ners­tag, 4. Au­gust, stat­tet Lan­des­mi­nis­te­rin Ni­cole Ra­zavi (CDU) Schorn­dorf ei­nen 2‑stündigen Be­such ab, um „städ­te­bau­li­che Maß­nah­men“ in Au­gen­schein zu neh­men. Ihr Mi­nis­te­rium ist zu­stän­dig für „Lan­des­ent­wick­lung und Woh­nen“. Die 57-Jäh­rige hat An­glis­tik, Po­li­to­lo­gie so­wie Sport­wis­sen­schaft auf Lehr­amt stu­diert und war am Wirt­schafts­gym­na­sium Feu­er­bach an­ge­stellt. Sie wohnt in Sa­lach und ist „lei­den­schaft­li­che Sport­le­rin“, wie ih­rer of­fi­zi­el­len Vita zu ent­neh­men ist. Im Jahr 2021 wurde sie – als Che­fin der obers­ten Denk­mal­be­hörde des Lan­des – Vor­sit­zende der Denk­mal­stif­tung Ba­den-Würt­tem­berg.

So ließ sie denn auch kürz­lich ver­laut­ba­ren: „Der Er­halt und die Mo­der­ni­sie­rung denk­mal­ge­schütz­ter Ge­bäude ist Kli­ma­schutz im bes­ten Sinne.“ Da­her gelte ab so­fort, dass So­lar­an­la­gen auf denk­mal­ge­schütz­ten Ge­bäu­den durch die Re­gie­rung ak­tiv ge­för­dert wer­den, in­dem die ent­spre­chende Ge­neh­mi­gung „re­gel­mä­ßig zu er­tei­len“ sei. Nur bei ei­ner „er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung“ des Kul­tur­denk­mals dürfte sie ab­ge­lehnt wer­den.

In Schorn­dorf wird die Mi­nis­te­rin mor­gen den Sport­park Rems und die Kita Pur­zel­baum be­sich­ti­gen.

schoblatt.de