Barbara Künkelin

Bar­bara Kün­ke­lin im Mo­saik-
Bild an der Rat­haus­fas­sade

Ge­denk­tag
Heute vor 279 Jah­ren starb Bar­bara Kün­ke­lin. Der Über­lie­fe­rung nach hat sie zu­sam­men mit den „Schorn­dor­fer Wei­bern“ im Jahr 1688 die Stadt vor der kampf­lo­sen Über­gabe an die fran­zö­si­schen Sol­da­ten un­ter Ge­ne­ral Mé­lac be­wahrt.
His­to­risch ge­si­chert ist, dass es Frauen wa­ren, die den hie­si­gen Ma­gis­trat mit­samt den Ge­sand­ten aus Stutt­gart im Rat­haus fest­setz­ten, so dass Schorn­dorf als ein­zige der sie­ben würt­tem­ber­gi­schen Fes­tun­gen un­ge­scho­ren da­von­kam.
Als ihre An­füh­re­rin wurde Bar­bara Kün­ke­lin erst rund 100 Jahre spä­ter her­vor­ge­ho­ben. Zum Zeit­punkt der Stadt­ret­tung hieß sie tat­säch­lich noch mit Nach­na­men Walch, als Ehe­frau des 1688 am­tie­ren­den Bür­ger­meis­ters Hein­rich Walch.

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Ruth Vogtenberger

Ruth Vog­ten­ber­ger 1916

Ge­denk­tag
Heute vor 126 Jah­ren kam Ruth Vog­ten­ber­ger in Ost­preu­ßen zur Welt. Ihre letzte Ruhe fand sie hier auf dem Al­ten Fried­hof.
Im Jahr 1919 war sie  bei den Pa­ri­ser Frie­dens­ver­hand­lun­gen da­bei, an je­nem Ort, an dem Ge­schichte ge­schrie­ben wurde. Mög­li­cher­weise schrieb sie diese im wahrs­ten Sinne des Wor­tes so­gar selbst – als Dol­met­sche­rin und Se­kre­tä­rin, die sie war.

„Ein un­ver­geß­li­cher Le­bens­kreis hat sich ge­schlos­sen“ steht über ih­rer To­des­an­zeige im Jahr 1984. Lei­der ist über sie nicht mehr allzu viel be­kannt. Doch das We­nige, das zu er­fah­ren ist, klingt span­nend.

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Frauenführung auf dem Friedhof

Grab­stelle von
Ruth Vog­ten­ber­ger

An­kün­di­gung
Am Sonn­tag, 1. No­vem­ber, dem Tag Al­ler­hei­li­gen, bie­tet Stadt­rä­tin und ‑füh­re­rin Kirs­ten Katz auf dem Al­ten Fried­hof ei­nen spe­zi­el­len his­to­ri­schen Rund­gang an: „Grab­steine er­zäh­len von Frauen“.

Ma­rie Schmid ist eine, von de­nen sie be­rich­ten wird: Die Stif­te­rin des Pfarr­töch­ter­heims (heute Ma­ri­en­stift) hat nach dem Tod ih­rer Toch­ter 1882 nicht nur ein gro­ßes Fens­ter im Chor der Stadt­kir­che ge­spen­det, son­dern auch ei­nen auf­fal­lend gro­ßen Grab­stein für die Ver­stor­bene in Auf­trag ge­ge­ben.
Be­tont schlicht sind hin­ge­gen die Grä­ber der Fa­mi­lie Veil in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft dazu. Der Grund: Die Fa­mi­lie ge­hörte der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­meine an, die auf diese Weise zum Aus­druck bringt, dass alle Men­schen im Tode gleich sind.
Und nur we­nige wis­sen, wer Ruth Vog­ten­ber­ger ist, die un­ter­halb der Ka­pelle ihre letzte Ruhe fand. Sie hatte nach dem Ers­ten Welt­krieg an den Ver­sail­ler Frie­dens­ge­sprä­chen teil­ge­nom­men.

Die Füh­rung be­ginnt um 11 Uhr am Haupt­ein­gang.
Um die co­ro­nabe­ding­ten Ver­ord­nun­gen ein­zu­hal­ten, emp­fiehlt die Stadt-Info, vorab eine Teil­neh­mer­karte zum Preis von 5 Euro zu er­wer­ben. Wer sich spon­tan zur Teil­nahme ent­schei­det, sollte ent­spre­chend frü­her für die Be­zah­lung und Auf­nahme der Kon­takt­da­ten er­schei­nen.

Rosine Abel

Ge­denk­tag
Heute vor 211 Jah­ren starb Ro­sine Abel.
Sie war die Toch­ter des Schorn­dor­fer Stadt­schrei­bers Schmid und hei­ra­tete 1786 (mit 21 Jah­ren) Ja­kob Fried­rich Abel, der als Leh­rer von Fried­rich Schil­ler be­kannt ist.

Rosine Abel
Ro­sine Abels Por­trät hängt im Stadt­mu­seum

Luise Ro­sine Wil­hel­mine Schmid wurde am 2. Juni 1765 in Schorn­dorf ge­bo­ren. Als Toch­ter des Amts- und Stadt­schrei­bers hatte sie Zu­gang zu „männ­li­cher“ Bil­dung, d. h. ne­ben La­tein und Fran­zö­sisch auch zu Na­tur­wis­sen­schaf­ten. Sie nahm am Un­ter­richt ih­rer Brü­der teil und er­hielt zu­sam­men mit Ka­ro­line Pau­lus bei de­ren Cou­sin (und spä­te­ren Ehe­mann) H.E.G. Pau­lus Pri­vat­un­ter­richt. Die­ser be­schrieb sie als „nach sitt­li­cher Bil­dung stre­bend“.

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Dr. Ilse Beisswanger

Ge­denk­tag
Heute vor 35 Jah­ren starb Dr. Ilse Beiss­wan­ger. Sie war die erste Rich­te­rin in Würt­tem­berg und stammte aus der Fa­mi­lie der hie­si­gen Lö­wen­braue­rei.

Ihre Mut­ter Au­guste, geb. Riehle, wurde in der Stadt „d‘ Schul­tesse“ ge­nannt, weil sie den Schult­heiß von Ge­rad­stet­ten, Hein­rich Gott­lob Beiss­wan­ger, ge­hei­ra­tet hatte. Viel­leicht auch des­halb, weil ihr Mann sich im Jahr 1903 um das Amt des Stadt­schult­heiß hier in Schorn­dorf be­wor­ben hatte. Er be­kam auch die Mehr­heit der Stim­men, war aber der ört­li­chen Ob­rig­keit nicht ge­nehm, so dass diese so lange wäh­len ließ, bis er schließ­lich sei­nem Mit­be­wer­ber Raible un­ter­lag.
Mög­li­cher­weise war diese Er­fah­rung des Va­ters der Grund für seine Toch­ter Ilse, Rechts­wis­sen­schaft zu stu­die­ren.

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Caroline Paulus

Char­lotte von Schil­ler war Pa­ten­tante ih­rer Toch­ter
(Bild: Lu­do­vike Si­ma­no­wiz)

Ge­denk­tag
Heute vor 253 Jah­ren wurde die Schrift­stel­le­rin Ca­ro­line Pau­lus in Schorn­dorf ge­bo­ren.

Sie war die Toch­ter des Ober­amt­man­nes Gott­lieb Fried­rich Pau­lus. Zu­sam­men mit zehn Ge­schwis­tern wuchs sie hier auf, war mu­sisch sehr be­gabt und spielte vor­züg­lich Kla­vier und Gi­tarre. Auch Ge­sang, Tanz und Schau­spie­le­rei la­gen ihr. Im ge­mein­sa­men Un­ter­richt mit ih­ren Brü­dern lernte sie Fran­zö­sisch und La­tein und sah sich ih­nen durch­aus als gleich­ge­stellt.

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Ludovike Simanowiz

Lu­do­vike Si­ma­no­wiz: Selbst­bild­nis mit we­hen­dem Haar (1791)

Ge­denk­tag
Heute vor 193 Jah­ren starb die Ma­le­rin Lu­do­vike Si­ma­no­wiz.

Sie wurde im glei­chen Jahr wie Fried­rich Schil­ler ge­bo­ren, am 21. Fe­bruar 1759, und zwar im Jagd­schloss in Schorn­dorf als Toch­ter des Arz­tes Je­re­mias Fried­rich Rei­chen­bach und sei­ner Frau Su­sanne So­phie, ge­bo­rene Schweg­ler, ei­ner Apo­the­kers­toch­ter. Drei Jahre spä­ter wurde der Va­ter zum Re­gi­ments­arzt bei Her­zog Carl Eu­gen be­för­dert, und des­halb nach Lud­wigs­burg ver­setzt. Dort wohnte die Fa­mi­lie im glei­chen Haus wie die Fa­mi­lie Schil­ler.

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Cäcilie von Kahlden

Cäcilie von Kahlden - Kronprinzessin Olga von Württemberg - Franz Xaver Winterhalter
Kron­prin­zes­sin Olga von Würt­tem­berg (1822–1892)

Ge­denk­tag
Heute vor 116 Jah­ren starb Cä­ci­lie von Kahl­den.
Sie war von 1846 bis 1864 Hof­dame bei Kron­prin­zes­sin Olga in Stutt­gart.

Ge­bo­ren ist sie am 26. Juni 1823 in Schorn­dorf, und zwar im Jagd­schloss, weil ihr Va­ter dort als Ober­forst­meis­ter wohnte, zu­sam­men mit sei­ner Frau Do­ro­thea, geb. Mau­cler, und sie­ben Kin­dern. Do­ro­thea war be­reits Hof­dame am würt­tem­ber­gi­schen Hof ge­we­sen, wie auch ihre Schwes­ter Pau­line, die spä­ter Fer­di­nand Lud­wig Zep­pe­lin hei­ra­tete, und so­mit die Groß­mutter des Flug­pio­niers vom Bo­den­see ist.

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