„Ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen“

An­kün­di­gung«
Zum In­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag am Frei­tag, 8. März, lädt das Frau­en­fo­rum in die Ma­nu­fak­tur ein. Dort wird um 17 Uhr der Film „Blue Jean“ ge­zeigt – kos­ten­frei. Er han­delt von ei­ner les­bi­schen Leh­re­rin, die in den 1980-er-Jah­ren in Eng­land lebt (hier der Trai­ler).

Ab 18.30 Uhr trifft frau sich zu „Kunst – Sekt – Ge­spräch“ im „Ro­ten Sa­lon“ ne­ben dem Kino im 1. Stock­werk. Da­bei wird die Schorn­dor­fer Bild­haue­rin Ebba Kay­nak ihre Skulp­tur „Frau.Leben.Freiheit.“ vor­stel­len und er­läu­tern.

Um 19 Uhr be­ginnt eine Le­sung aus dem Buch „Heute ist ein gu­ter Tag das Pa­tri­ar­chat ab­zu­schaf­fen“, das sie­ben Es­says von „Fe­mi­nis­tin­nen der 3. Ge­ne­ra­tion“ ent­hält, un­ter ih­nen laut Ver­lags­an­ga­ben „die mus­li­mi­sche Fe­mi­nis­tin, die wer­dende Mut­ter, ein:e non­bi­näre Sci­ence-Fic­tion-Au­torx“.
Die an­schlie­ßende Dis­kus­sion wird von der SPD-Stadt­rä­tin Sa­bine Reichle mo­de­riert.

Die Jahreslosung für 2024

© Ste­fa­nie Bah­lin­ger

„Al­les, was ihr tut, ge­schehe in Liebe“, schreibt der Apos­tel Pau­lus in sei­nem 1. Ko­rin­ther­brief. Die­sen Satz hat die „Öku­me­ni­schen Ar­beits­ge­mein­schaft für Bi­bel­le­sen“ zur Lo­sung für 2024 aus­ge­wählt. Als ei­nen „her­aus­for­dern­den Satz“ emp­fin­det ihn Pfarr­frau Re­nate Karn­stein und fragt in ih­rer Aus­le­gung: „Meint Pau­lus mit ‚Al­les‘ auch wirk­lich Al­les?“

Hinzu kommt für sie, dass man sich stets selbst­kri­tisch hin­ter­fragt, ob das, was man mit­un­ter meint, aus Liebe zu tun, mög­li­cher­weise mehr mit Ei­tel­keit oder Macht zu tun hat, etwa wenn in der Ge­meinde „ein Amt so zur per­sön­li­chen Her­zens­sa­che wird, dass kein Raum bleibt für an­dere Sicht­wei­sen“. Die Durch­set­zung ego­is­ti­scher Ei­gen­in­ter­es­sen komme nicht sel­ten „als selbst­lo­ser Dienst ge­tarnt“ da­her.

Mar­gue­rite Po­rete, die vor über 700 Jah­ren in Frank­reich als Wan­der­be­gine lebte, setzte die Liebe kom­plett mit Gott gleich. In ih­rem Buch „Der Spie­gel der ein­fa­chen See­len“ lässt sie die Seele sa­gen: „Ich be­kenne es Euch, Frau Liebe: Es gab eine Zeit, da stand ich im Dienst der Tu­gen­den, aber jetzt hat Eure Vor­nehm­heit mich dar­aus be­freit.“

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Gegen Krieg und für Russland

Ge­denk­tag«
Heute vor 81 Jah­ren wur­den Hans und So­phie Scholl hin­ge­rich­tet, weil sie ab 1942 Flug­blät­ter mit Kri­tik an ih­rer Re­gie­rung ver­fasst und ver­teilt hat­ten. Im Burg Gym­na­sium Schorn­dorf ist aus die­sem An­lass eine Aus­stel­lung zu se­hen, und zwar noch bis 1. März.

Ne­ben den Scholls tö­tete der Staat da­mals fünf wei­tere Stu­den­ten aus der Gruppe der „Wei­ßen Rose“ un­ter dem Vor­wurf des „Volks­ver­rats“. Ei­nige Mit­strei­te­rin­nen ka­men mit Ge­fäng­nis-Stra­fen da­von, wie bei­spiels­weise Su­sanne Hir­zel, Gi­sela Schert­ling, Ka­tha­rina Schüd­de­kopf und Traute Laf­renz. Letz­tere be­kam im Jahr 2019 den Ver­dienst­or­den der Bun­des­re­pu­blik ver­lie­hen.

Zu ih­rer ak­ti­ven Zeit da­mals gal­ten diese po­li­ti­schen Ak­ti­vis­tin­nen al­ler­dings kei­nes­wegs als Hel­den der De­mo­kra­tie. So er­schie­nen etwa nach der Ver­ur­tei­lung der Ge­schwis­ter Scholl in den „Münch­ner Neu­es­ten Nach­rich­ten“ An­non­cen von Men­schen mit glei­chem Nach­na­men, de­nen es wich­tig war, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie mit den Ver­ur­teil­ten we­der ver­wandt noch be­kannt seien.

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Unsere hochmoderne Stadtverwaltung

Glosse«
Schorn­dorf ist mal wie­der Spit­zen­rei­ter im Lande. Dies­mal in Sa­chen Künst­li­cher In­tel­li­genz (KI). Diese se­gens­rei­che Er­fin­dung, so sagt man uns, werde künf­tig Wah­len über­flüs­sig ma­chen, weil sie von sich aus er­mit­teln kann, wie die Men­schen ab­stim­men wer­den.

In Schorn­dorf ist das be­reits Rea­li­tät. Im Tech­ni­schen Aus­schuss wird am heu­ti­gen Diens­tag über die „Be­rich­ti­gung des Flä­chen­nut­zungs­plans“ für die ge­plante Ob­dach­lo­sen­un­ter­kunft in der Alt­la­che be­ra­ten wer­den. Der Sit­zungs­vor­lage ist auf Seite 2 zu ent­neh­men, dass dies nö­tig sei, weil der Ge­mein­de­rat „in sei­ner öf­fent­li­chen Sit­zung am 14.03.2024 den Be­bau­ungs­plan ‚Alt­la­che‘ be­schlos­sen hat“.

Mo­ment: am 24. März die­sen Jah­res?

Das ist ja erst nächs­ten Mo­nat!

„Un­sere hoch­mo­derne Stadt­ver­wal­tung“ wei­ter­le­sen

Süße Verlockung

Kom­men­tar«
Drei FDP-Ab­ge­ord­nete aus dem Rems­tal stel­len sich so­li­da­risch ne­ben die Grü­nen-Vor­sit­zende Ri­carda Lang, die nach der Ascher­mitt­woch-Ver­an­stal­tung in der Ma­nu­fak­tur Be­schimp­fun­gen er­lebt hat. Doch die­ser Schuss geht nach hin­ten los.

Denn: Wie kön­nen sie sich zu et­was äu­ßern, bei dem sie nicht selbst da­bei wa­ren? Hat ir­gend­ei­ner die­ser drei Po­li­ti­ker zu­min­dest mit de­nen ge­spro­chen, die dort pro­tes­tiert ha­ben? Und vor al­lem: Wer die Be­völ­ke­rung da­für rügt, dass sie ihre Mei­nung kund­tut, ist nicht ge­rade ein vor­bild­li­cher De­mo­krat. Gut: Es kommt auf das Wie an, auch auf die Frage, wer pro­tes­tiert. Doch dazu spä­ter.

„Süße Ver­lo­ckung“ wei­ter­le­sen

Info-Abend zur „Sommermeile“

An­kün­di­gung«
Ab Mitte Mai soll die Fuß­gän­ger­zone in der West­stadt bis zum Stadt­mau­er­rest ver­län­gert wer­den. Diese tem­po­räre Ver­kehrs­be­ru­hi­gung ist auf zwei Jahre an­ge­legt. Dar­über, wie der Be­reich bau­lich ge­stal­tet und mit wel­chen Events er be­stückt wird, will das Ci­ty­ma­nage­ment ge­mein­sam mit dem West­stadt­ver­ein am Mon­tag, 19. Fe­bruar, um 18.30 Uhr im Rat­haus in­for­mie­ren.

Nicht nur die rund 150 Me­ter Daim­ler­straße sol­len zu ei­ner „Som­mer­meile“ mit „eine ganz neue Auf­ent­halts­qua­li­tät“ wer­den, son­dern auch die ers­ten etwa 100 Me­ter Schlich­te­ner Straße. Zu­sätz­li­cher po­si­ti­ver Ef­fekt dort: Dann darf man mit dem Rad auch ent­ge­gen der seit­he­ri­gen Ein­bahn­straße fah­ren, wo­durch „die Zu­gäng­lich­keit zur In­nen­stadt ver­bes­sert“ wird.

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Stimmung bei den Grünen am Aschermittwoch

An­kün­di­gung«
Zu sei­nem 9. „Po­li­ti­schen Ascher­mitt­woch“ lädt der Rems-Murr-Kreis­ver­band der Grü­nen am Mitt­woch, 14. Fe­bruar, in die Ma­nu­fak­tur nach Schorn­dorf ein. Be­ginn ist um 19 Uhr

Mit da­bei sein wer­den die Bun­des­vor­sit­zende von Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, Ri­carda Lang, und der ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Land­tags­ab­ge­ord­nete Er­win Köh­ler so­wie Mi­chael Bloss, Mit­glied des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und dort kli­ma­po­li­ti­scher Spre­cher.

Laut ei­ge­nen An­ga­ben werde dort „für noch mehr Stim­mung auf der Bühne“ die Mu­sik­gruppe „Er­pfen­Brass sor­gen.

Im Schoße der Familie

Kom­men­tar«
Als Diana Lutz vor­ges­tern zu Be­ginn der Ge­mein­de­rats­sit­zung in ihr Amt als nach­ge­rückte Stadt­rä­tin für die Grü­nen ver­pflich­tet wurde, ver­wen­dete OB Hornikel den Be­griff der „kom­mu­na­len Fa­mi­lie“, in die sie da­mit auf­ge­nom­men wor­den sei. Was von ihm gut ge­meint war, könnte frei­lich auch zu gro­ßer Sorge An­lass ge­ben.

Man braucht sich da­bei den Ge­mein­de­rat nicht gleich als „la fa­mi­glia“ im ma­fiö­sen Sinne vor­stell­ten. Es be­darf kei­ner krum­men Ge­schäfte, Be­stechun­gen oder Mord und Tot­schlag. Es reicht be­reits, sich eine stink­nor­male Fa­mi­li­en­zu­sam­men­kunft in deut­scher Tra­di­tion aus­zu­ma­len – das ganz all­täg­li­che Grauen.

„Im Schoße der Fa­mi­lie“ wei­ter­le­sen

Weiberregiment im Rathaus

An­kün­di­gung«
Seit 40 Jah­ren stür­men die „Schorn­dor­fer He­xen“ tra­di­tio­nell am „Schmot­zige Do’schdich“ das hie­sige Rat­haus. Kom­men­den Don­ners­tag, 8. Fe­bruar, ist es um 15 Uhr wie­der so weit. Bei die­ser Ge­le­gen­heit wer­den den Ver­wal­tungs-Spit­zen nicht nur die Le­vi­ten ge­le­sen we­gen der Pat­zer und Pein­lich­kei­ten, die sie sich in den ver­gan­ge­nen 12 Mo­na­ten ge­leis­tet ha­ben. In Schorn­dorf gibt es als be­son­dere Spe­zia­li­tät, dass die He­xen den Ober­bür­ger­meis­ter samt sei­ner lei­ten­den Be­am­ten nach ih­rer Pfeife tan­zen las­sen.

Für di­verse sport­li­che Auf­ga­ben ist der Markt­platz vor dem Rat­haus ab­ge­sperrt, so dass die Be­völ­ke­rung an die­sem Spek­ta­kel An­teil neh­men kann. Um­rahmt wird die Show durch Auf­tritte der Tanz­gar­den der „Schorn­dor­fer Mu­sik- und Tanz-Ver­ei­ni­gung“ (SMTV) und Gugga-Mu­sik von den „Donzdorf’r Noda-Biag’rn“.

„Wei­ber­re­gi­ment im Rat­haus“ wei­ter­le­sen
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schoblatt.de