Jahresrückblick 2025 (Teil 1)

Bür­ger­meis­ter Eng­lert legte die­ses Jahr dem Ge­mein­de­rat ei­nen nicht aus­ge­gli­che­nen Haus­halt vor. Den die­ser be­schloss. Und den die Auf­sichts­be­hörde nicht ge­neh­migte. So dass man nach­ar­bei­ten musste. Aber der Reihe nach.

So wie das vor­he­rige Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung en­dete, be­gann das neue Jahr mit ei­ner miss­glück­ten Bür­ger­be­tei­li­gung. Wer im Ja­nuar den On­line-Fra­ge­bo­gen zur Stadt­ent­wick­lung aus­füllte, be­kam am Ende statt ei­ner po­si­ti­ven Be­stä­ti­gung und/​oder ei­nem Dank die Mel­dung: „Oops, das hätte nicht pas­sie­ren dür­fen.“ Die Stadt be­teu­ert, dass die An­ga­ben den­noch in die Ana­lyse ein­ge­flos­sen seien.

Im Hin­blick auf die vor­ge­zo­gene Bun­des­tags­wahl machte sich die hie­sige Frie­dens­in­itia­tive Sor­gen, weil „Verteidigungs“-Minister Pis­to­rius die Be­völ­ke­rung dazu auf­rief, „kriegs­tüch­tig“ zu wer­den. Die „Nach­Denk­Sei­ten“ brand­mark­ten dies üb­ri­gens als „Goeb­bels-Sprech“, weil es stark an­ge­lehnt ist an die Wort­wahl des NS-Pro­pa­ganda-Mi­nis­ters Goeb­bels.

„Jah­res­rück­blick 2025 (Teil 1)“ wei­ter­le­sen

Wie der Weihnachtsbaum nach Russland kam

Ge­denk­tag«
Dass auch in die­sem Jahr eine rie­sen­gro­ßer Tanne den Ro­ten Platz in Mos­kau zur Ad­vents­zeit ziert, geht auf eine Frau aus Deutsch­land zu­rück. Als diese im Jahr 1817 nach Russ­land hei­ra­tete, brachte sie den weih­nacht­li­chen Brauch aus ih­rer al­ten Hei­mat mit. Und die­ser eta­blierte sich dort schnell.

Ihr Name ist Char­lotte. Sie war die Toch­ter der preu­ßi­schen Kö­ni­gin Luise. In Russ­land kon­ver­tierte sie zur or­tho­do­xen Kir­che und ging als Za­rin Alex­an­dra Fjo­do­rowna in die Ge­schichts­bü­cher ein.

„Wie der Weih­nachts­baum nach Russ­land kam“ wei­ter­le­sen

Berechtigtes Misstrauen

Kom­men­tar«
Nur noch 28 Pro­zent der Men­schen im Land ver­trauen un­se­ren staat­li­chen In­sti­tu­tio­nen – und de­ren Ver­tre­tern. Den Me­dien ver­trauen ge­rade mal noch 22 Pro­zent, den Par­teien 17 Pro­zent.

Sprich: Fast drei Vier­tel der Be­völ­ke­rung miss­traut mitt­ler­weile de­nen, die un­sere Steu­er­gel­der ver­ant­wor­tungs­voll ver­wal­ten sol­len.

Da muss man sich ja mal fra­gen, warum das Volk noch nicht schon längst auf­be­gehrt hat, um die­sen Zu­stand zu än­dern. Fühlt es sich im­mer noch als Un­ter­tan der Ob­rig­keit?

Oder wirkt hier ein Ge­wöh­nungs­ef­fekt? Im Bun­des­tag er­hö­hen sich die Ge­häl­ter in­zwi­schen au­to­ma­tisch ana­log zur In­fla­tion. Wel­cher ein­fa­che An­ge­stellte kommt in den glei­chen Ge­nuss? Die Bun­des­re­gie­rung wirft un­sere Steu­er­gel­der zum Fens­ter raus, wäh­rend nö­tige Auf­ga­ben – auch auf kom­mu­na­ler Ebene – im­mer häu­fi­ger eh­ren­amt­lich ge­leis­tet wer­den müs­sen.

„Be­rech­tig­tes Miss­trauen“ wei­ter­le­sen

„Sage Nein“ zu Hass und Konstantin Wecker

An­kün­di­gung«
Eine „lo­kale Ver­sion“ von Kon­stan­tin We­ckers Song „Sage Nein!“ wird der „Fach­rat für In­te­gra­tion Schorn­dorf“ (FIS) am heu­ti­gen Sams­tag, 20. De­zem­ber, um 19 Uhr laut Pres­se­mit­tei­lung in der Ma­nu­fak­tur prä­sen­tie­ren.

Fast 100 Men­schen ha­ben sich an der Er­stel­lung die­ses Vi­deos be­tei­ligt: als „kraft­vol­les mu­si­ka­li­sches und vi­su­el­les Zei­chen ge­gen Ras­sis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung, Se­xis­mus und Hass“.

Nach­dem je­doch vor kur­zem be­kannt ge­wor­den sei, dass Kon­stan­tin We­cker „in der Ver­gan­gen­heit eine se­xu­elle Be­zie­hung zu ei­ner Min­der­jäh­ri­gen hatte“, sei im FIS eine „in­ten­sive und kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung“ dar­über ent­stan­den, ob man die­ses Lied wei­ter­hin ver­wen­den könne, „wenn sein Ur­he­ber schwe­res Fehl­ver­hal­ten ein­ge­steht“.

„„Sage Nein“ zu Hass und Kon­stan­tin We­cker“ wei­ter­le­sen

Das Stadtmuseum nicht „verhökern“

Gast­bei­trag«
Der ehe­ma­lige CDU-Stadt­rat Man­fred Ban­tel hat ges­tern ei­nen of­fe­nen Brief an die Stadt­rä­tIn­nen sei­ner Frak­tion so­wie die Vor­sit­zen­den der an­de­ren Frak­tio­nen im Ge­mein­de­rat ge­schrie­ben.

Er bit­tet sie ein­dring­lich, eine Ent­schei­dung über das Ge­bäude des Stadt­mu­se­ums, das die Ver­wal­tung ver­kau­fen will, zu ver­ta­gen und „auch die Bür­ger mit ein­zu­be­zie­hen“.
Hier sein Brief im Wort­laut:

„Liebe Ge­mein­de­räte der CDU, liebe Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Ge­mein­de­rats-Par­teien,
auf der mor­gi­gen Ge­mein­de­rats­sit­zung steht die Zu­kunft des Stadt­mu­se­ums zur De­batte.

Als al­ter Schorn­dor­fer möchte ich an Euch ap­pel­lie­ren, dem Vor­schlag der Ver­wal­tung über die Zu­kunft des Stadt­mu­se­ums in die­ser Form nicht zu fol­gen.

„Das Stadt­mu­seum nicht „ver­hö­kern““ wei­ter­le­sen

„Windpark“ Schurwald im Gemeinderat

An­kün­di­gung«
Der „städ­ti­sche Ver­tre­ter in der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung der Stadt­werke“ soll vom Ge­mein­de­rat am kom­men­den Don­ners­tag, 18. De­zem­ber, laut Sit­zungs­vor­lage be­auf­tragt wer­den, der Grün­dung der be­reits im Jahr 2016 be­schlos­se­nen Pro­jekt­ge­sell­schaft „Wind­park Schur­wald“ in der Rechts­form ei­ner GmbH zu­zu­stim­men.

Beim Ge­neh­mi­gungs­an­trag für die ge­plan­ten 4 Wind­kraft­an­la­gen (da­von 3 auf dem ehe­ma­li­gen Bun­des­wehr­de­pot bei Ober­b­er­ken) werde auf den vor neun Jah­ren be­reits ge­stell­ten An­trag zu­rück­ge­grif­fen, den man 2019 zu­rück­ge­zo­gen hatte.

Und dies, ob­wohl die An­la­gen in­zwi­schen grö­ßer aus­fal­len als da­mals. Zu­sam­men mit den Ro­tor­blät­tern kom­men sie auf eine Ge­samt­höhe von 261 Me­ter – sind da­mit also 4 mal so hoch wie der Turm un­se­rer Stadt­kir­che.

„„Wind­park“ Schur­wald im Ge­mein­de­rat“ wei­ter­le­sen

Schorndorfs IT-Chef wird Bürgermeister

Kurz­mel­dung«
Phil­ipp Stolz, der Lei­ter der „Stabs­stelle Di­gi­ta­li­sie­rung“ im Rat­haus, ist in Rei­chenau zum neuen Bür­ger­meis­ter ge­wählt wor­den. Der 32-Jäh­rige wird sein Amt am 1. Fe­bruar 2026 an­tre­ten.

Ins­ge­samt er­warb er 1.617 Stim­men, was 64,5 Pro­zent al­ler Wahl­be­rech­tig­ten ent­spricht. Sein Ge­gen­kan­di­dat Ma­rio Streib (fünf Jahre äl­ter und seit neun Jah­ren Haupt­amts­lei­ter in Rei­chenau) un­ter­lag mit 35,2 Pro­zent der Stim­men. Die Wahl­be­tei­li­gung be­trug 58,5 Pro­zent.

Be­reits Phil­ipp Stolz‘ Va­ter war Bür­ger­meis­ter, und zwar drei­ßig Jahre lang, näm­lich bis 2023, in Stock­ach. Sein Zwil­lings­bru­der Chris­toph ist seit 2023 Bür­ger­meis­ter in Bod­man-Lud­wigs­ha­fen. Alle drei Orte lie­gen im Kreis Kon­stanz.

„Schorn­dorfs IT-Chef wird Bür­ger­meis­ter“ wei­ter­le­sen

Die AfD und der Wehrdienst

Kurz­mel­dung«
Nach­dem die – seit 1956 be­stehende – Wehr­pflicht für Män­ner vor 13 Jah­ren „aus­ge­setzt“ wor­den war, hat der Bun­des­tag vo­rige Wo­che er­neut ihre Wie­der­ein­füh­rung be­schlos­sen.

Die AfD-Frak­tion stimmte da­ge­gen. Al­ler­dings steht in de­ren Grund­satz­pro­gramm: „Die AfD tritt da­für ein, für alle männ­li­chen deut­schen Staats­bür­ger im Al­ter zwi­schen 18 und 25 Jah­ren den Grund­wehr­dienst wie­der ein­zu­set­zen.“

Wir ba­ten den Schorn­dor­fer AfD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Lars Haise, die­sen Wi­der­spruch zu er­klä­ren. Hier seine Ant­wort:

„Die AfD und der Wehr­dienst“ wei­ter­le­sen

Was bei Wahlen schief gehen kann

Kurz­mel­dung«
Um das Ver­trauen in den Wahl­pro­zess zu stär­ken, hat sich vor ei­ni­gen Mo­na­ten die Platt­form „Wa­beo“ ge­grün­det, um ein Auge auf den kor­rek­ten Ab­lauf von Wah­len zu wer­fen. Bei der Bun­des­tags­wahl im Fe­bruar seien be­reits knapp 4.000 Wahl­be­ob­ach­te­rIn­nen da­für im Ein­satz ge­we­sen, da­von auch wel­che in Schorn­dorf.

An­schlie­ßend stellte „Wa­beo“ fest, dass die Er­geb­nisse aus die­sen be­ob­ach­te­ten Wahl­lo­ka­len sich „von Durch­schnitt der Wahl­lo­kale, in de­nen keine Wahl­be­ob­ach­ter wa­ren“, un­ter­schei­den, und zwar „ko­mi­scher­weise im­mer zum Vor­teil der Re­gie­rungs­par­teien im Bun­des­land“, mit­hin zum Nach­teil der Op­po­si­ti­ons­par­teien.

„Was bei Wah­len schief ge­hen kann“ wei­ter­le­sen
schoblatt.de