
Gedenktag
Heute ist „Internationaler Tag der Partnerstädte“. Der letzte Sonntag im April wurde 1963 erstmals für diese Form praktizierter Völkerverständigung ausgerufen. Ihr Ziel ist die Aussöhnung und der Frieden zwischen Menschen, die sich einst im Krieg gegenüberstanden. In Schorndorf besteht beispielsweise die Partnerschaft mit dem französischen Tulle seit 1969. Auf diese Weise haben die Menschen beider Städte erfolgreich die Parolen aus dem Krieg überwunden und stattdessen freundschaftliche Bande über Grenzen hinweg geknüpft. Frieden und Völkerverständigung erscheinen inzwischen ganz normal. Dies ist ein Erfolg, den man nicht gering schätzen sollte. Immerhin wurden unsere französischen Nachbarn früher per Kriegspropaganda als „Erzfeind“ bezeichnet.
Wie das damals war, kann man im „Schorndorfer Anzeiger vom 6. Dezember 1918 nachlesen: Der 1. Weltkrieg war beendet, und in Schorndorf hängten die Menschen voller Freude an allen Häusern Fahnen aus den Fenstern. Die Zeitung schreibt dazu: „Unglaublich aber wahr ist es, daß an einem hiesigen Haus unter den Dekorationsfähnchen sich auch ein blau-weiß-rotes (französische Trikolore) befunden hat.“ Auf offenbar sehr entrüstete Kritik hin wurde es dann wieder entfernt.
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