„Ohrfeige für die Staatsanwaltschaft“

Im Ja­nuar 2021 sprach Mi­chael Ball­weg auf dem Schorn­dor­fer Markt­platz bei ei­ner Quer­den­ken-Demo vor an­nä­hernd 500 Leu­ten. Im Juni 2022 wurde er in Un­ter­su­chungs­haft ge­nom­men – der Vor­wurf: Ver­un­treu­ung von Spen­den­gel­dern.

Dass die­ser völ­lig halt­los war, habe nun auch das Land­ge­richt Stutt­gart fest­ge­stellt, legt Ball­wegs An­walt Chris­tian Mo­ser, in „Tichys Ein­blick“ dar. Das Ge­richt werde dem­nach die Haupt­ver­hand­lung erst gar nicht er­öff­nen, weil die Staats­an­walt­schaft nicht nur feh­ler­haft ge­ar­bei­tet habe, son­dern die ganze An­ge­le­gen­heit von vorn­her­ein auf Un­ter­stel­lun­gen ba­siert habe.

Ball­weg habe näm­lich die ihm über­wie­se­nen Spen­den gar nicht ver­un­treuen kön­nen. „Quer­den­ken“ sei keine Or­ga­ni­sa­tion mit ei­ge­nem Konto, von dem er sich pri­vat et­was hätte ab­zwei­gen kön­nen. „Quer­den­ken“ sei viel­mehr „ein Tä­tig­keits­feld der Pri­vat­per­son Ball­weg“. Und so­mit dürfe er über die Zu­wen­dun­gen, die auf sei­nem Pri­vat­konto ein­gin­gen, je­der­zeit frei ver­fü­gen.

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Geheimsache Schöffenwahl

Kom­men­tar«
Amts­ge­richts­lei­te­rin Do­ris Grei­ner möchte uns die Na­men der jüngst ge­wähl­ten Schöf­fIn­nen nicht ver­ra­ten. Ihre Be­grün­dung: Sie habe sich bei an­de­ren Ge­rich­ten rück­ver­si­chert, dass dies dort ebenso ge­hal­ten werde. Zu­dem stehe in der Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Durch­füh­rung der Wahl nicht, dass sie dazu ver­pflich­tet sei.

Ex­pli­zit un­ter­sagt sei die Ver­öf­fent­li­chung al­ler­dings auch nicht, er­klärt die Rich­te­rin auf te­le­fo­ni­sche An­frage hin. Und: Wenn sie von ih­rer vor­ge­setz­ten Stelle dazu auf­ge­for­dert würde, wäre sie zur Her­aus­gabe der Na­men be­reit.

Als ju­ris­ti­scher Laiin fragt man sich, wie es sein kann, dass die Emp­feh­lungs­liste des Ge­mein­de­rats für je­der­mann zur Ein­sicht im Rat­haus aus­lag – so­gar mit An­gabe von Ge­burts­jahr und Be­ruf der Kan­di­da­tIn­nen. Aber nun sol­len die Na­men je­ner Per­so­nen, die ge­wählt wur­den, die­ses öf­fent­li­che Amt zu be­klei­den und „im Na­men des Vol­kes“ Ur­teile fäl­len, un­ter Ver­schluss ge­hal­ten wer­den?

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Pflicht und Luxus im Stadthaushalt

An­kün­di­gung«
Um bes­ser zu er­ken­nen, wo man spa­ren kann, er­hal­ten die Ge­mein­der­rä­tIn­nen eine Über­sicht von „Hand­lungs­fel­dern“, die auf­zeigt, wie die Steu­er­ein­nah­men der Bür­ger­schaft für Pflicht- und für so­ge­nannte „Frei­wil­lig­keits­leis­tun­gen“ aus­ge­ge­ben wer­den.

In der Sit­zung des Tech­ni­schen Aus­schus­ses am mor­gi­gen Diens­tag, 10. Ok­to­ber, wird die ak­tu­elle Fas­sung die­ser Auf­lis­tung of­fi­zi­ell vor­ge­stellt. Sie kann aber be­reits hier ein­ge­se­hen wer­den.

Pflicht­auf­ga­ben sind per Ge­setz vor­ge­schrie­ben. Weil es frü­her noch kei­nen ge­setz­li­chen An­spruch auf ei­nen Kita-Platz gab, emp­fan­den Stadt­ver­wal­tun­gen die­sen Aspekt der Da­seins­vor­sorge als Lu­xus. Um­ge­kehrt wurde der Bau der neuen Bü­che­rei dem Ge­mein­de­rat als Pflicht­er­fül­lung ei­nes „Bil­dungs­auf­trags“ na­he­ge­legt. Jetzt fin­det man das Stich­wort „Bi­blio­thek“ auf Seite 15 un­ter „Frei­wil­lig­keits­auf­ga­ben“ wie­der. Und mit ei­nem Fi­nanz­be­darf von rund 1 Mil­lio­nen Euro jähr­lich – wo­für ge­nau, bleibt im Dun­keln.

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Von Planern und anderen Menschen

Wunsch und Wirk­lich­keit

Kom­men­tar«
Von ei­nem „gro­ßen Schritt für die Ent­wick­lung der In­nen­stadt“ ist im Rat­haus die Rede. Weil der Ge­mein­de­rat (mit Aus­nahme der AfD) be­schlos­sen hat, auf dem Spi­tal­hof zwei Drit­tel der Park­plätze zu strei­chen und den Markt­platz ganz „au­to­frei“ zu ma­chen. Das Pro­blem bei der Sa­che: Die we­nigs­tens kön­nen sich die Aus­wir­kun­gen die­ser Um­ge­stal­tung nicht ein­mal im An­satz vor­stel­len.

Der Plan klingt rich­tig, sieht gut aus. Aber die Rea­li­tät ist spä­ter eine an­dere, wie wir im Schloss­park se­hen. Für die Gar­ten­schau wurde dort der Weg, der vom Fi­nanz­amts­hof ab­geht, neu an­ge­legt. In ei­nem ex­akt ab­ge­zir­kel­ten rech­ten Win­kel. Auf dem Pa­pier ganz hübsch an­zu­se­hen, auch kurz nach der Ein­rich­tung. Aber dann kommt der Mensch. Und der be­wegt sich nicht in ei­nem rech­ten Win­kel. Er „schnei­det“ die Kurve.

„Von Pla­nern und an­de­ren Men­schen“ wei­ter­le­sen

Unser Schorndorf soll kühler werden

Vor­bild am Och­sen­berg

An­kün­di­gung«
Wie man durch mehr Fas­sa­den­be­grü­nung das Auf­hei­zen der In­nen­stadt im Som­mer ver­hin­dert und sie so­mit le­bens­wer­ter macht, er­klärt die Land­schafts­ar­chi­tek­tin Prof. Ni­cole Pfo­ser am mor­gi­gen Mitt­woch, 4. Ok­to­ber, auf Ein­la­dung des SPD-Orts­ver­eins in der Ma­nu­fak­tur. Be­ginn ist um 19.30 Uhr. Eine Ge­sprächs­runde schließt sich an, in der kon­kret ein­zelne Stel­len in Schorn­dorf auf­ge­zeigt wer­den, an de­nen sol­che öko­lo­gi­schen Maß­nah­men um­ge­setzt wer­den soll­ten. Der Ein­tritt ist frei, Spen­den wer­den er­be­ten.

Ni­cole Pfo­ser ist Jahr­gang 1970 und wurde 2016 zum Thema „Fas­sade und Pflanze – Po­ten­ziale ei­ner neuen Fas­sa­den­ge­stal­tung“ pro­mo­viert. Sie lehrt und forscht als Pro­fes­so­rin an der Hoch­schule für Wirt­schaft und Um­welt Nür­tin­gen-Geis­lin­gen. Au­ßer­dem schreibt sie für das im Jahre 2004 ge­grün­dete, in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­tete „Bio­tope City“-Journal.

Deutsche Einheit in der Moschee?

Der Freund­schafts­baum

An­kün­di­gung«
Am Diens­tag, 3. Ok­to­ber, dem „Tag der Deut­schen Ein­heit“, lädt die Ah­ma­di­yya-Ge­meinde zu ei­nem Tag der of­fe­nen Tür in ih­rer Mo­schee in Waib­lin­gen ein (s. Flyer). Ihre über 400 Mit­glie­der sind im ge­sam­ten Rems-Murr-Kreis be­hei­ma­tet. Vor zehn Jah­ren hat sie in Schorn­dorf auf dem Un­te­ren Markt­platz ei­nen Baum ge­pflanzt „als Zei­chen der Liebe, Freund­schaft und des fried­li­chen Mit­ein­an­ders“.

Dass Mos­lems lan­des­weit ihre Werbe-Ver­an­stal­tung seit 1997 just auf den höchs­ten deut­schen Fei­er­tag le­gen, wird laut Wi­ki­pe­dia „im­mer wie­der kri­ti­siert“. So be­zeich­net etwa der hes­si­sche Land­tags­ab­ge­ord­nete Chris­tean Wag­ner (CDU) den Ter­min als „un­sen­si­bel“ ge­wählt. Von mus­li­mi­scher Seite wird ar­gu­men­tiert, man nutze das Sym­bol der Ver­ei­ni­gung bei­der deut­schen Län­der, da­mit auch „Men­schen re­li­gi­ons­über­grei­fend bes­ser zu­sam­men­fin­den.“

„Deut­sche Ein­heit in der Mo­schee?“ wei­ter­le­sen

Warum Transsexualität in aller Munde ist

Kurz­mel­dung«
„Wer sich fragt, wie das Thema Trans­se­xua­li­tät in ei­nem so ra­san­ten Tempo eine sol­che Auf­merk­sam­keit be­kom­men konnte, sollte nicht ver­ges­sen, dass die Ge­schlechts­an­glei­chung ein Markt ist.“ So schreibt Ka­jsa Ekis Ek­man un­ter der Über­schrift „Wer ver­dient am Trans-Hype?“ in der ak­tu­el­len Aus­gabe in der Zeit­schrift „Emma“.

Pu­ber­täts­blo­cker zum Bei­spiel kos­te­ten 775 US-Dol­lar pro Mo­nat. Da wun­dere es we­nig, dass ver­stärkt Ju­gend­li­che auf die Mög­lich­keit auf­merk­sam ge­macht wer­den, ihre Pro­bleme könn­ten mög­li­cher­weise daran lie­gen, dass sie in ei­nem fal­schen Kör­per le­ben.

Die Jour­na­lis­tin zeigt in ih­rem Ar­ti­kel Zu­sam­men­hänge zwi­schen In­ves­to­ren, Lehr­stüh­len an Uni­ver­si­tä­ten und Wer­be­kam­pa­gnen auf. Etwa, dass ein Stra­te­gie­pa­pier un­ter an­de­rem rät, den Be­griff „Ope­ra­tion“ mög­lichst zu um­ge­hen, weil er mit schmerz­haf­ten As­so­zia­tio­nen ver­bun­den ist. Statt­des­sen solle das „Recht, man selbst zu sein“ in den Vor­der­grund ge­stellt wer­den.

„Warum Trans­se­xua­li­tät in al­ler Munde ist“ wei­ter­le­sen

Mehr Selbstbewusstsein!

Kom­men­tar«
Am Don­ners­tag soll der Ge­mein­de­rat be­schlie­ßen, dass ein Wett­be­werb zur Um­ge­stal­tung des Un­te­ren Markt­plat­zes aus­ge­ru­fen werde. Und kein Mensch er­in­nert sich mehr daran, wie vor Jah­res­frist sämt­li­che Lo­kal­po­li­ti­ker laut­hals ver­kün­det ha­ben, dass die hoch­ver­schul­dete Stadt nur noch Geld für Pflicht­auf­ga­ben hat, nicht aber für Dinge, die zwar schön wä­ren, wenn man sie hätte, aber nicht le­bens­not­wen­dig sind.

Kommt na­tür­lich auf die De­fi­ni­tion an. Wer der Mei­nung ist, dass alle Au­tos ver­bannt wer­den müs­sen, um den Pla­ne­ten zu ret­ten, wird die­ses An­sin­nen als ab­so­lute Pflicht ein­ord­nen. Wenn hin­ge­gen die Ge­win­nung von Frack­ing-Gas in den USA dem Klima weit­aus grö­ßere Schä­den zu­fügt als der CO2-Aus­stoß hie­si­ger Au­tos, wer­den starke Zwei­fel ge­nährt, ob die­ses Ar­gu­ment nicht nur vor­ge­scho­ben wird. Eine Re­por­tage des NDR zeigt dazu am 16. Ok­to­ber ent­spre­chend „er­schüt­ternde Er­geb­nisse“.

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Auf die Folter gespannt

Kurz­kom­men­tar«
Im Amts­ge­richt Schorn­dorf ver­steht man sich treff­lich dar­auf, die Leute auf die Fol­ter zu span­nen. Vor­ges­tern fand dort die Wahl der Schöf­fen statt, zu der mo­na­te­lang mit viel Auf­wand öf­fent­lich auf­ge­ru­fen wor­den war. Von 125 Be­wer­bun­gen al­lein aus Schorn­dorf hatte der Ge­mein­de­rat eine Vor­schlags­liste mit 23 Na­men er­stellt.

Auf das Er­geb­nis die­ser Wahl müs­sen wir nun aber noch zwei Wo­chen lang war­ten. Der Grund: Amts­ge­richts­lei­te­rin Do­ris Grei­ner ist heute just in Ur­laub ent­schwun­den. Ihre Stell­ver­tre­tung, so er­fährt man auf te­le­fo­ni­sche An­frage, könne in die­ser Sa­che keine Aus­kunft ge­ben, weil die Wahl ex­klu­siv in ih­ren Hän­den liege.

schoblatt.de