„Corona – Krise der Frauen“ im Frauenforum

An­kün­di­gung
Das Frau­en­fo­rum Schorn­dorf lädt am Mitt­woch, 14. Ok­to­ber, zu ei­nem Netz­werk­tref­fen ins „Zen­trum für in­ter­na­tio­nale Be­geg­nung“ (ZIB), ehe­mals Schlacht­haus­gast­stätte. Haupt­thema des Abends: „Co­rona – Krise der Frauen“.
„Ge­rade Frauen be­trifft die Pan­de­mie-Lage be­son­ders“, er­klärt Fo­rums­spre­che­rin An­drea Sie­ber. Das Tref­fen will da­her die Mög­lich­keit bie­ten, sich über diese neu­ar­ti­gen Pro­bleme un­ter­ein­an­der aus­zu­tau­schen, nicht zu­letzt auch mit hilf­rei­chen Tipps und Stra­te­gien.
An­dere Fra­gen sol­len da­durch frei­lich nicht un­ter­drückt wer­den. Herz­lich will­kom­men sind alle Frauen und alle Frau­en­the­men. Es wird um An­mel­dung vorab ge­be­ten un­ter .
Be­ginn ist um 19.30 Uhr.

Literatur-Nobelpreis für Louise Glück

Louise Glueck ca. 1977
Louise Glueck ca. 1977

Die ame­ri­ka­ni­sche Ly­ri­ke­rin Louise Glück (77) be­kommt den dies­jäh­ri­gen No­bel­preis für Li­te­ra­tur. Hier ein Aus­zug aus ih­rem Ge­dicht:
„Per­se­phone the Wan­de­rer“:

She does know the earth
is run by mo­thers, this much
is cer­tain. She also knows
she is not what is cal­led
a girl any lon­ger. Re­gar­ding
in­carce­ra­tion, she be­lie­ves
she has been a pr­i­so­ner since she has been a daugh­ter.
[…]
Scho­l­ars tell us
that there is no point in knowing what you want
when the for­ces con­t­en­ding over you
could kill you.
[…]

Der No­bel­preis 2020 für Che­mie geht an die Fran­zö­sin Em­ma­nu­elle Char­pen­tier (seit 2018 Lei­te­rin der Max-Planck-For­schungs­stelle für In­fek­ti­ons­bio­lo­gie in Ber­lin) und die US-ame­ri­ka­ni­schen Bio­che­mi­ke­rin Jen­ni­fer Doudn, mit der sie die von ihr ent­deckte Gen-Schere wei­ter­ent­wi­ckelte.
Vor den bei­den be­ka­men erst fünf Frauen die­sen Preis für Che­mie. Die be­kann­teste dar­un­ter ist Ma­rie Cu­rie so­wie de­ren Toch­ter Irène, die ihn 1911 bzw. 1935 er­hiel­ten. Ma­rie Cu­rie hatte sich durch ihre For­schung über „Strah­lungs­phä­no­mene“ be­reits im Jahr 1903 den No­bel­preis in Phy­sik er­wor­ben.

Solidarität statt Profite in der Pflege

Für die Pflege auf die Straße“ lau­tete das Motto der Kund­ge­bung vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) und Ver.di, zu der heute rund 50 Men­schen auf dem Obe­ren Markt­platz er­schie­nen.

„Nach Aus­bruch der Pan­de­mie wurde schnell klar, wie un­vor­be­rei­tet das Ge­sund­heits­sys­tem war“, sagte dort Sa­bine Die­ner, Be­triebs­rä­tin der Rems-Murr-Kli­ni­ken. Ob­wohl die Re­gie­rung dies be­reits seit 2012 ge­wusst habe, „wurde das Ge­sund­heits­sys­tem seit­her pri­va­ti­siert und aus­ge­schlach­tet“. Die Folge: Es habe nicht ge­nug Schutz­klei­dung ge­ge­ben: „Wir wur­den in die­sen Krieg ge­schickt ohne aus­rei­chende Waf­fen. Wir ha­ben uns wie Ka­no­nen­fut­ter ge­fühlt.

„So­li­da­ri­tät statt Pro­fite in der Pflege“ wei­ter­le­sen

Rosine Abel

Ge­denk­tag
Heute vor 211 Jah­ren starb Ro­sine Abel.
Sie war die Toch­ter des Schorn­dor­fer Stadt­schrei­bers Schmid und hei­ra­tete 1786 (mit 21 Jah­ren) Ja­kob Fried­rich Abel, der als Leh­rer von Fried­rich Schil­ler be­kannt ist.

Rosine Abel
Ro­sine Abels Por­trät hängt im Stadt­mu­seum

Luise Ro­sine Wil­hel­mine Schmid wurde am 2. Juni 1765 in Schorn­dorf ge­bo­ren. Als Toch­ter des Amts- und Stadt­schrei­bers hatte sie Zu­gang zu „männ­li­cher“ Bil­dung, d. h. ne­ben La­tein und Fran­zö­sisch auch zu Na­tur­wis­sen­schaf­ten. Sie nahm am Un­ter­richt ih­rer Brü­der teil und er­hielt zu­sam­men mit Ka­ro­line Pau­lus bei de­ren Cou­sin (und spä­te­ren Ehe­mann) H.E.G. Pau­lus Pri­vat­un­ter­richt. Die­ser be­schrieb sie als „nach sitt­li­cher Bil­dung stre­bend“.

„Ro­sine Abel“ wei­ter­le­sen

Info-Veranstaltung „Klima-Entscheid Schorndorf“

An­kün­di­gung
Da sie es als „ver­zagt und völ­lig un­zu­rei­chend“ an­sieht, wie die Po­li­tik den Kli­ma­wan­del ab­weh­ren will, hat sich in Schorn­dorf eine Gruppe ge­bil­det, die das nun selbst in die Hand nimmt. Zwölf Per­so­nen ha­ben sich nach dem Kon­zept von Ger​man​Zero​.org zu­sam­men­ge­schlos­sen, um „für un­sere Kin­der und En­kel eine le­bens­werte Zu­kunft zu ge­stal­ten“.
Ziel ist, die Stadt­ver­wal­tung per Bür­ger­ent­scheid zu mehr Ein­satz für die­ses Thema zu mo­ti­vie­ren. Ein „Kli­ma­stadt­plan“ soll auf­zei­gen, wel­che Maß­nah­men vor Ort not­wen­dig sind, da­mit der CO2-Aus­stoß ge­nü­gend re­du­ziert wird.
Am Frei­tag, 9. Ok­to­ber, wird die­ser Plan in der VHS im gro­ßen Saal vor- und zur Dis­kus­sion ge­stellt. Die Ver­an­stal­tung be­ginnt um 20 Uhr.

Zu­dem hält am Frei­tag, 16. Ok­to­ber, die Bio­lo­gin Dr. Mai­ken Win­ter ei­nen Vor­trag zu die­sem Thema in der Kün­kel­in­halle. Er be­ginnt um 19 Uhr. An­schlie­ßend soll auch dort eine Dis­kus­sion über das hie­sige Pro­jekt er­fol­gen.
Ein­ge­la­den sind alle, die sich in­for­mie­ren wol­len oder ak­tiv ein­brin­gen möch­ten, wie etwa bei der Um­set­zung (z.B. durch das Sam­meln von Un­ter­schrif­ten) und durch fi­nan­zi­elle Un­ter­stüt­zung.
(Mehr Info dazu: hier)

Dr. Ilse Beisswanger

Ge­denk­tag
Heute vor 35 Jah­ren starb Dr. Ilse Beiss­wan­ger. Sie war die erste Rich­te­rin in Würt­tem­berg und stammte aus der Fa­mi­lie der hie­si­gen Lö­wen­braue­rei.

Ihre Mut­ter Au­guste, geb. Riehle, wurde in der Stadt „d‘ Schul­tesse“ ge­nannt, weil sie den Schult­heiß von Ge­rad­stet­ten, Hein­rich Gott­lob Beiss­wan­ger, ge­hei­ra­tet hatte. Viel­leicht auch des­halb, weil ihr Mann sich im Jahr 1903 um das Amt des Stadt­schult­heiß hier in Schorn­dorf be­wor­ben hatte. Er be­kam auch die Mehr­heit der Stim­men, war aber der ört­li­chen Ob­rig­keit nicht ge­nehm, so dass diese so lange wäh­len ließ, bis er schließ­lich sei­nem Mit­be­wer­ber Raible un­ter­lag.
Mög­li­cher­weise war diese Er­fah­rung des Va­ters der Grund für seine Toch­ter Ilse, Rechts­wis­sen­schaft zu stu­die­ren.

„Dr. Ilse Beiss­wan­ger“ wei­ter­le­sen

Kein blindes Vertrauen

Kom­men­tar
Kaum zu glau­ben, aber tat­säch­lich wahr: Der Ge­mein­de­rat sollte am Don­ners­tag fest­stel­len, dass bei Sa­bine Ber­ger ein „wich­ti­ger Grund“ für ihr vor­zei­ti­ges Aus­schei­den als Stadt­rä­tin vor­liegt, ohne den Sach­ver­halt über­haupt zu ken­nen.
Es ist un­fass­bar: Das Gre­mium sollte et­was be­ur­tei­len, das es gar nicht be­ur­tei­len kann. Es sollte blind der Vor­gabe des Ober­bür­ger­meis­ters fol­gen. De­mo­kra­tie sieht an­ders aus.

„Kein blin­des Ver­trauen“ wei­ter­le­sen

Stadträtin Berger ausgeschieden

Kurz­mel­dung
Stadt­rä­tin Sa­bine Ber­ger (SPD) ge­hört mit Da­tum 1. Ok­to­ber nicht mehr dem Ge­mein­de­rat an. Ihr An­trag auf Aus­schei­den wurde in der Ge­mein­de­rats­sit­zung am Don­ners­tag mit 14 Stim­men an­ge­nom­men. Es gab 3 Ge­gen­stim­men und 11 Ent­hal­tun­gen.
Das Gre­mium be­schei­nigte ihr, dass für die­sen An­trag „ein wich­ti­ger Grund ge­mäß § 16 Abs. 1 der Ge­mein­de­ord­nung für Ba­den-Würt­tem­berg vor­liegt.“
In der Sit­zung wurde von ei­nem Stadt­rat kri­ti­siert, dass der Ge­mein­de­rat die­sen Grund nicht kenne.
Der Ober­bür­ger­meis­ter er­klärte, Sa­bine Ber­ger habe ihr An­lie­gen in ei­nem „Sechs-Au­gen-Ge­spräch“ mit ihm und der stell­ver­tre­ten­den Fach­be­reichs­lei­te­rin für Kom­mu­na­les, Sonja Schna­be­rich-Lang, „sehr be­gründ­bar“ dar­ge­legt.
Sa­bine Ber­ger ist die dritte Per­son, die seit der Wahl im Mai 2019 ihr Amt nicht mehr aus­übt. Im Sep­tem­ber 2019 war Pe­ter Erd­mann (FDP) ver­stor­ben, und ihr Ehe­mann Tho­mas Ber­ger (SPD) ver­ließ das Gre­mium im Mai 2020. Durch das Nach­rü­cken von Hans Ul­rich Schmid ist der Frau­en­an­teil im Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat von rund 44 Pro­zent auf knapp 41 Pro­zent ge­sun­ken.

dazu: Kom­men­tar „Kein blin­des Ver­trauen“

Am Rande bemerkt

Kurzglosse
Ge­mein­de­rats­sit­zung in der Kün­kel­in­halle un­ter „Co­rona-Be­din­gun­gen“ heißt nicht nur, dass dort alle An­we­sen­den Ab­stand zu­ein­an­der wah­ren müs­sen, son­dern auch, dass am Ein­gang eine Fie­ber­kon­trolle statt­fin­det.
Da rich­tet ei­nem also ein net­ter jun­ger Mann ein Ge­rät Rich­tung Stirn, und sagt kurz drauf: „Sie kön­nen rein.“ Man kommt sich vor wie bei Pe­trus an der Him­mels­tür. Man ist dank­bar, dass die Mes­sung nicht an an­de­rer Kör­per­stelle vor­ge­nom­men wird, wie man es noch aus Kind­heits­ta­gen kennt. Und man ist er­leich­tert. Denn ein ne­ga­ti­ver Be­scheid hätte si­cher­lich gro­ßes Un­ge­mach nach sich ge­zo­gen.
Dann aber staunt man: Da kommt ein Mann an, ord­nungs­ge­mäß mit Maske halb un­kennt­lich – und der muss sich of­fen­kun­dig die­sem Ri­tual nicht un­ter­zie­hen.
„Ich bin Stadt­rat“, sagt er.
Oh, denkt man, gibt es hier Men­schen 1. und 2. Klasse?!
Dann aber fällt ei­nem zum Glück ein, dass man mal was von ei­ner „po­li­ti­schen Im­mu­ni­tät“ ge­hört hat.
Of­fen­sicht­lich er­streckt sich die auch auf Co­rona.