"Pippi Langstrumpf wusste schon: 'Faul sein ist wunderschön! Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.'
Ankündigung der Nautilus Kaffeerösterei zur SchoWo
In diesem Sinne wollen wir in unserer Rösterei eine Slow Wo ausrichten."
Konflikte auf kreative Weise lösen!
Kurzmeldung
Die Mahnwache der Friedensinitiative am morgigen Freitag muss wegen der SchoWo entfallen. Ersatzweise daher hier ein kleiner Gedankenimpuls von Dorothy Thompson: “Frieden bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt, sondern dass man diese auf kreative Weise löst.“
Dorothy Thompson, 1893 geboren, war eine amerikanische Journalistin, die unter anderem aus Nazi-Deutschland berichtete. Adolf Hitler, den sie im Frühjahr 1932 persönlich interviewte, empfand sie als den „Prototypen des kleines Mannes“ und als „erschreckend blasse Figur“.
Im Jahr 1946 hielt sie eine Rede vor dem UN-Sicherheitsrat „im Namen aller Frauen und Mütter der Welt“. Dabei schrieb sie den Staatschefs Harry S. Truman, Winston Churchill und Josef Stalin ins Stammbuch: Es sei eine Lüge, wenn diese den Frauen sagten, ihre Männer und Söhne seien dafür gestorben, dass die Welt auf ewige Zeiten Frieden fände.
Die SchoWo – „eine riesige Brust“
Am Freitag beginnt die SchoWo, unser 5‑tägiges Stadtfest, das so mancher zwei Jahre lang schmerzlich vermisst hat. Aber nicht alle. Einen etwas anderen Blick auf diese Art Vergnügung hat der Sozialpsychologe Erich Fromm bereits 1956 formuliert, als er erklärte, der moderne Mensch konsumiere Spaß, um ein Gefühl von Angst und Unsicherheit zu betäuben, weshalb Fromm solcherlei Konsumangebote wie „eine riesige Brust“ ansieht, von der man sich die entsprechende Befriedigung erhoffe.
In seinem Bestseller „Die Kunst des Liebens“ schreibt er: „Der moderne Mensch ist sich selbst, seinen Mitmenschen und der Natur entfremdet. Er hat sich in eine Gebrauchsware verwandelt und erlebt seine Lebenskräfte als Kapitalanlage, die ihm unter den jeweils gegebenen Marktbedingungen den größtmöglichen Profit einzubringen hat. Die menschlichen Beziehungen sind im Wesentlichen die von entfremdeten Automaten.
Jeder glaubt sich dann in Sicherheit, wenn er möglichst dicht bei der Herde bleibt und sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht von den anderen unterscheidet. Während aber jeder versucht, den übrigen so nahe wie möglich zu sein, bleibt er doch völlig allein und hat ein tiefes Gefühl der Unsicherheit, Angst und Schuld, wie es immer dann entsteht, wenn der Mensch sein Getrenntsein nicht zu überwinden vermag.
„Die SchoWo – „eine riesige Brust““ weiterlesenStadtwerke-Bau öffnet seine Türen
Ankündigung
Ob die neue Residenz der Stadtwerke tatsächlich so ein „Prachtbau“ ist, wie Dieter Schützenauer vor zwei Jahren in einem Leserbrief in der Lokalzeitung geschrieben hat, kann jede und jeder am Samstag, 9. Juli, mit eigenen Augen beurteilen. Von 10 bis 18 Uhr laden die Stadtwerke nämlich zu einem „Tag der offenen Tür“ in die Robert-Bosch-Straße 9 ein.
Auslöser für jenen Leserbrief aus dem Jahr 2020 war ein Bericht in der Lokalzeitung gewesen, nach dem sich die Baukosten von ursprünglich veranschlagten 17 Millionen Euro auf 33 Millionen Euro fast verdoppelt hatten.
Laut Pressemitteilung der Stadt präsentieren beim „Tag der offenen Tür“ auch die Zentralen Dienste dort ihren neuen Arbeitsplatz. Für Groß und Klein werde „ganz viel geboten: Kinderschminken, Blumen pflanzen, Holzarbeiten, Feuerlöschen, Führungen, eine Infomeile, Essens- und Getränkeangebot sowie Musik“.
Vortrag: „Mehr Stolz, ihr Frauen!“
Ankündigung
Warum ein Traumprinz für manches Mädchen vor 100 Jahren als Wachtmeister oder Beamter daherkam, und wie sich Wissenschaftler damals bemühten, die geistige Überlegenheit des Mannes mit „objektiven“ Fakten zu beweisen, wird am Donnerstag, 7. Juli, bei einem Vortrag in Weinstadt erklärt. Dieser gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Frauenalltag um 1900“. Das Kulturamt Weinstadt teilt mit:
Im Württemberg-Haus Beutelsbach, spricht die Schorndorfer Politologin und Leiterin der dortigen Frauengeschichtswerkstatt, Gabriela Uhde M.A., über Wegbereiterinnen, die um 1900 lebten und wirkten. Sie stellt ihren Vortrag unter das berühmte Zitat von Hedwig Dohm aus dem Jahr 1902: „Mehr Stolz, ihr Frauen!“ und wird dabei anschauliche Beispiele auch aus der Umgebung von Weinstadt vorstellen: Frauen, die beherzt und kreativ Bemerkenswertes auf die Beine stellten. Außerdem wird sie darlegen, warum schon damals engagierte Aktivistinnen erklärten, dass man Politik nicht allein den Männern überlassen darf.
„Vortrag: „Mehr Stolz, ihr Frauen!““ weiterlesenAusstellung „Frauenalltag um 1900“

Ankündigung
In Weinstadt wird am morgigen Sonntag, 3. Juli, um 11.15 Uhr eine Ausstellung mit dem Titel „Arbeit. Bildung. Chancen. Frauenalltag um 1900 – und heute?“ eröffnet. Auch wenn im Hinblick auf die Gleichberechtigung inzwischen viel erreicht wurde, gebe es unbestreitbar noch „enormen Handlungsbedarf in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht“, meint Kuratorin Kerstin Müller Philipps Sohn.
Ein Vergleich mit der Situation von Frauen vor rund 100 Jahren, als sie noch nicht einmal das Wahlrecht besaßen, helfe, heutige Positionen besser zu erkennen und Perspektiven zu entwickeln. Egal, ob Haushalt, Landwirtschaft, Industrie oder Freizeit: Fast jeder Lebensbereich der Frauen wird in der Ausstellung mit originalen Objekten illustriert. Im Begleitprogramm finden sich zudem Führungen, Vorträge, Vorführ- und Mitmachaktionen sowie eine interaktive Rallye zu allen Standorten.
Neben der Kuratorin kommen zur Eröffnung zwei Männer zu Wort: Thomas Deißler (Erster Bürgermeister von Weinstadt) und Dr. Jörg Schmidt, Präsident des Schwäbischen Chorverband. Denn die Ausstellung ist eine Kooperation der Stadtverwaltung mit letzterem.
„Ausstellung „Frauenalltag um 1900““ weiterlesenFassadengrün: Wein oder Gemüse?
Ein Beispiel für Klimaschutz durch Fassadenbegrünung ist das Haus der Familie Kieß am Ochsenberg, direkt am Eingang zum Schlosspark. Dort hat sich seit Jahren ein wilder Wein über die gesamte Hausfront ausgebreitet und schützt sie im Sommer davor, sich zu sehr aufzuheizen. Im Inneren des Hauses steige die Temperatur nie höher als 25 Grad, sagt Cornelia Kieß.
Eine andere Idee für mehr Grün in der Stadt kennt Cornelia Kieß aus Hann. Münden in Niedersachsen. Dort begann die Verwaltung im Jahr 2015 „amtlich anerkannte Blühstellen“ in der Stadt auszuweisen. Das sind kleine Fleckchen direkt an Hauswänden in der Stadt, wo das Pflaster aufgebrochen wurde, so dass sich die Natur dort entfaltet und auch dem Insektensterben etwas entgegengesetzt werden kann.
„Fassadengrün: Wein oder Gemüse?“ weiterlesenStadtentwicklung ohne Schuster
Kurzmeldung
Wie der CDU-Stadtverband mitteilt, musste Wolfgang Schuster seine Teilnahme bei der morgigen Veranstaltung in der Barbara-Künkelinhalle zum Thema Stadtentwicklung wegen eines Trauerfalls absagen. Einen Ersatz habe man so kurzfristig nicht finden können. Daher werde Osiander-Chef Rietmüller als einziger ein Impulsreferat halten, bevor OB Hornikel und Centro-Chefin Claudia Maurer-Bantel auf dem Podium miteinander diskutieren, wie Schorndorfs Innenstadt der Zukunft aussehen soll.
3 Männer und die Stadtentwicklung
Ankündigung
„Wie sieht die Innenstadt der Zukunft aus?“ fragt sich der CDU-Stadtverband und lädt deshalb am Montag, 27. Juni, um 19 Uhr in die Barbara-Künkelin-Halle. Zwei „ausgewiesene Experten“ werden dort das Thema beleuchten: Wolfgang Schuster und Christian Riethmüller. Ersterer war OB in Schwäbisch Gmünd und Stuttgart, jetzt leitet er das private „Institut für nachhaltige Stadtentwicklung“. Letzterer ist Geschäftsführer der Osiander-Buchhandlungen und Präsidiumsmitglied beim VfB. Im anschließenden Podiumsgespräch wird neben OB Hornikel Claudia Maurer-Bantel als einzige Frau das Wort ergreifen. Sie ist Vorsitzende von SchorndorfCentro.
Stadtplanung diskriminiere Frauen und Mädchen nicht aktiv und bewusst, erklärt Mary Dellenbaugh-Losse, Leiterin des Urbact-Projekts, einem „europäischen Unterstützungsprogramm für nachhaltige Stadtentwicklung“. Vielmehr ist es historisch gewachsen, dass diese aus männlicher Sicht erfolgt und daher der Fokus vornehmlich auf den Bedürfnissen der Männer liegt. Vielen Planern ist noch nicht einmal klar, dass Frauen andere Ansprüche an die Gestaltung des öffentlichen Raums stellen. Diese im Vorfeld stärker zu erfassen, sei unverzichtbar für eine saubere Grundlage jeglicher Planung.
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