Mehr als 400 Menschen nahmen gestern Abend an der Demonstration von Querdenken-718 teil. Um 17 Uhr zogen sie mit Lautsprecherwagen, Trommeln und Plakaten über eine Stunde lang eine große Runde um den Stadtkern, skandierten dabei „Frieden!“ und „Freiheit“ sowie „Schließt Euch an!“.
Bei der anschließenden Kundgebung füllten sie den gesamten Marktplatz – unter Wahrung der geforderten Abstandsregeln. Einige von ihnen hielten Kerzen in der Hand. Am Mikrofon sprachen unter anderem der Gastronom Stefan Schmidt über seine Erfahrungen im Lockdown sowie der Impfkritiker Hans-Ulrich Tolzin, Initiator des „Netzwerks für unabhängige Impfaufklärung“.
Barbara Künkelin

Bild an der Rathausfassade
Gedenktag
Heute vor 279 Jahren starb Barbara Künkelin. Der Überlieferung nach hat sie zusammen mit den „Schorndorfer Weibern“ im Jahr 1688 die Stadt vor der kampflosen Übergabe an die französischen Soldaten unter General Mélac bewahrt.
Historisch gesichert ist, dass es Frauen waren, die den hiesigen Magistrat mitsamt den Gesandten aus Stuttgart im Rathaus festsetzten, so dass Schorndorf als einzige der sieben württembergischen Festungen ungeschoren davonkam.
Als ihre Anführerin wurde Barbara Künkelin erst rund 100 Jahre später hervorgehoben. Zum Zeitpunkt der Stadtrettung hieß sie tatsächlich noch mit Nachnamen Walch, als Ehefrau des 1688 amtierenden Bürgermeisters Heinrich Walch.
„Barbara Künkelin“ weiterlesenRuth Vogtenberger

Gedenktag
Heute vor 126 Jahren kam Ruth Vogtenberger in Ostpreußen zur Welt. Ihre letzte Ruhe fand sie hier auf dem Alten Friedhof.
Im Jahr 1919 war sie bei den Pariser Friedensverhandlungen dabei, an jenem Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde. Möglicherweise schrieb sie diese im wahrsten Sinne des Wortes sogar selbst – als Dolmetscherin und Sekretärin, die sie war.
„Ein unvergeßlicher Lebenskreis hat sich geschlossen“ steht über ihrer Todesanzeige im Jahr 1984. Leider ist über sie nicht mehr allzu viel bekannt. Doch das Wenige, das zu erfahren ist, klingt spannend.
„Ruth Vogtenberger“ weiterlesenSchwund bei Intensivbetten
Kurzmeldung
Bezüglich der Kapazitäten in den Kreiskrankenhäusern war vor zwei Tagen in der Lokalzeitung zu lesen: „61 Intensivbetten gibt es in Schorndorf und Winnenden“.
„Vor der Krise“ gab es nur 32 Intensivbetten mit Beatmungsapparaten, und deren Bestand sei dann auf 85 solcher Betten aufgestockt worden, stand in der Zeitungsausgabe vom 31. März.
Der am 23. März begonnene Lockdown, der den Kliniken Zeit geben sollte, eine ausreichende Versorgung aufzubauen, war im Rems-Murr-Kreis also innerhalb einer Woche erfolgreich genutzt worden.
Wenn, grob gerechnet, drei Viertel aller Intensivbetten mit Beatmungsgeräten ausgestattet sind, hat sich dieser Bestand im Rems-Murr-Kreis inzwischen offenbar auf 42 Betten halbiert.
s. a. Artikel „Rätsel um Betten-Schwund gelöst“ vom 21. Juni 2021
Anamed-Tee für Rems-Murr-Klinik

Kurzmeldung
Der Winnender Apotheker Dr. pharm. Hans-Martin Hirt ist bereit, seinen Artemisia-Tee der Rems-Murr-Klinik zur Verfügung zu stellen, „wenn sie sehen will, wie der Tee die Corona-Krankheit verkürzen kann“.
Aus Asien habe ihm ein Pater entsprechende Erfolge berichtet: „Die Genesung von Covid-Patienten, die in den Krankenhäusern mit A‑3‑Tee behandelt werden, ist echt erstaunlich.“ Laut Protokoll gebe es in seiner Klinik bereits 87 Patienten, die man auf diese Weise nach 4 bis 5 Tagen wieder habe entlassen können.
Auch von einer Missionarin aus Tansania, wo die Heilpflanzen-Medizin von Präsident Magufuli aktiv unterstützt werde, sei ihm berichtet worden, dass es dort „so gut wie keine Corona Fälle gibt“. Fast keiner trage eine Maske, in der Kirche sitze man stundenlang eng zusammen, singe und lache, schreibt er in seinem aktuellen Aktionsbrief. Auch in Schulen säßen bis zu 200 Schüler in einem Klassenzimmer dicht an dicht, ohne sich anzustecken.
Pflanzen hätten gegenüber einem Impfstoff den Vorteil, dass sie ein ganzes Wirkstoffbündel besäßen, erklärt der Apotheker. Somit blieben sie auch gegenüber mutierten Viren noch effektiv. „Der Herr lässt die Arznei aus der Erde wachsen, und ein Vernünftiger verachtet sie nicht“, zitiert er dazu aus der Bibel. Aktuell bestätigt wird dieses Wissen in Bezug auf Artemisia durch eine Studie der Freien Universität Berlin: „Extrakte des Beifuss sind gegen SARS-CoV‑2 aktiv“.
Betonierte Denkweise
Gastbeitrag von Eve Gideon
Wie kann das angehen? Da greift sich ein Ort wie Winterbach sogar heute noch ein ordentliches Stück Boden zum Verbrauch: die Riedwiesen als Bauland für bis zu 244 Häuser und Etagenwohnungen.
Grad so, als hätten wir keine Bedrohungen durch Klimawandel, Artensterben, Verlust von Nahrungssicherheit, Wasserknappheit. Grad so, als lebten wir noch in der Vergangenheit, sorglos und im Glauben, uns stünde alles endlos zur Verfügung.
Vielleicht sind wir seit Jahrzehnten geradezu darauf dressiert, immer weiter zu wachsen, unbeirrbar.
„Betonierte Denkweise“ weiterlesenSteuergelder für Sonnenschirm-Sockel
Ankündigung
Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag die Idee der Rathausverwaltung absegnen, Sockel für Sonnenschirme an Restaurants im Stadtzentrum durch Steuergelder zu finanzieren, konkret: mit 50.000 Euro.
Punkt 3 der Tagesordnung lautet: „Unterstützung von Gastronomiebetrieben in der Innenstadt zur Aufrechterhaltung der Außenbewirtschaftung und zur Abwendung der coronabedingten, existenzbedrohlichen Lage“.
Der Beschlussvorschlag im Wortlaut: „Zustimmung zur Unterstützung von Gastronomiebetrieben in der historischen Altstadt durch Übernahme der Kosten für die Herstellung von Fundamenten für große Gastronomieschirme auf Sondernutzungsflächen mit einem Gesamtbudget von 50.000 Euro“.
Die Sitzung findet in der Künkelinhalle statt und beginnt um 18.30 Uhr.
Am Rande bemerkt
Kurzglosse
Was können wir uns doch glücklich preisen, in unserem Oberbürgermeister einen so tapferen Kämpfer gegen die Pandemie zu haben:
Zwar konnte er die Demonstration der Querdenker am Freitag auf dem Marktplatz nicht verhindern.
Zwar konnte er nicht verhindern, dass sie dort behaupten, die Infektionszahlen seien nur Testergebnisse, keine Kranken, keine Toten, und nur durch Massentest erzielt, behaftet mit hoher Fehlerquote.
Zwar konnte er nicht verhindern, dass sich dort über 500 Menschen versammelt haben.
Er konnte das nicht verhindern, weil die Versammlungs- und Meinungsfreiheit im Grundgesetz garantiert sind.
Aber er sorgte kurzentschlossen für einen Ausgleich.
Er ließ die historische Führung auf dem Alten Friedhof mit Stadträtin Kirsten Katz absagen.
Die sollte am Sonntag stattfinden.
Noch vor Inkrafttreten der neuen Schutzverordnung.
Dort wären wahrscheinlich nicht mehr als 12 TeilnehmerInnen im Freien zusammengekommen.
Nicht gerade viel im Vergleich zu der Kundgebung.
Doch was zählt, ist die löbliche Absicht.
Auch der Oberbürgermeister bringt Opfer mit diesem Erlass.
Denn er nimmt den „Bildungsauftrag“ der Stadt, wie er stets in Bezug auf den Neubau der Stadtbücherei betont, sehr ernst.
Und nun lässt er eine Führung, in welcher Stadtgeschichte vermittelt wird, ausfallen. Geschichte von Frauen. Von starken Frauen. Also: sein favorisiertes Thema. Und vermittelt von seiner – vermutlich – Lieblingsstadträtin, da sie bekanntlich immer kritisch nachhakt.
Was für ein Kämpfer gegen die Pandemie!
Sophie Scholls Neffe liest in Schorndorf
Ankündigung
Julian Aicher wird am Freitag, 30. Oktober, aus dem Buch „Die sanfte Gewalt“ lesen, in dem Erinnerungen an seine Mutter Inge Aicher-Scholl zusammengetragen wurden. Diese war zeit ihres Lebens, wie schon zuvor ihre Geschwister Sophie und Hans, politisch engagiert. In den 1960-er Jahren organisierte sie Ostermärsche in Ulm und nahm in den 80-er Jahren an Sitzstreiks in Mutlangen teil.
Seine Mutter habe sich dabei auf das „Weiße-Rose“-Flugblatt bezogen, in dem es heißt: „Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt“, sagt ihr Sohn Julian Aicher und sieht sich dieser Tradition ebenfalls verpflichtet.
Die Lesung findet in der Gaststätte „Platzhirsch“ statt und beginnt um 20 Uhr.

