„Aufhören, unsere Feinde selbst zu schaffen“

An­kün­di­gung«
„Frie­dens­tüch­tig – Wie wir auf­hö­ren kön­nen, un­sere Feinde selbst zu schaf­fen“ ist der Ti­tel des Vor­trags, den der Jour­na­list Fa­bian Scheid­ler am mor­gi­gen Don­ners­tag, 19. März, in der „All­mende“ in Stet­ten hal­ten wird.

„Seit Jah­ren be­wegt sich die west­li­che Welt in Rich­tung ei­nes per­ma­nen­ten Aus­nah­me­zu­stan­des“, ist seine Be­ob­ach­tung. „Auf jede neue Krise re­agiert die Po­li­tik mit dra­ko­ni­schen Maß­nah­men und zu­neh­men­der Mi­li­ta­ri­sie­rung.“

Der Wohl­fahrts­staat mu­tiere zum „Kriegs­staat“. Die­sen stän­di­gen Aus­nah­me­zu­stand deu­tet Scheid­ler als Ver­such, die sich zu­spit­zen­den glo­ba­len Kri­sen „au­to­ri­tär zu be­herr­schen“.

In sei­nem 2025 er­schie­ne­nen Buch mit glei­chem Ti­tel zeigt er auf, wie jene Feinde, die be­kämpft wer­den sol­len, größ­ten­teils durch die Po­li­tik selbst­ge­schaf­fen wür­den.

Die Ver­wei­ge­rung von Di­plo­ma­tie schaffe im­mer neue Kriegs­an­lässe, so sein Ur­teil. Doch sei „der Ab­stieg in die selbst­zer­stö­re­ri­sche Kriegs­lo­gik“ kei­nes­wegs al­ter­na­tiv­los.

An­hand von vier Bei­spie­len legt er dar, wie durch an­dere po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen we­ni­ger ka­ta­stro­phale Ent­wick­lun­gen mög­lich ge­we­sen wä­ren und meint: „Nichts von al­le­dem war un­aus­weich­lich.“

Statt­des­sen habe es „schön ein­fa­che Nar­ra­tive“ ge­ge­ben: mit den „Gu­ten“ auf der ei­ge­nen Seite, und dem bö­sen Feind auf der an­de­ren,

Da­hin­ter steck­ten „vor al­lem he­ge­mo­niale, fi­nan­zi­elle und ter­ri­to­riale In­ter­es­sen“. Und er er­klärt, dass sich die „ka­pi­ta­lis­ti­sche Zi­vi­li­sa­tion“ so­mit seit 500 Jah­ren im­mer wie­der neue Feinde schaffe. Doch neige sich jetzt die „Epo­che west­li­cher Do­mi­nanz“ ih­rem Ende zu.

Denn „der Wes­ten“ werde zu­neh­mend nach in­nen in­sta­bil. Dar­auf re­agier­ten Re­gie­run­gen mit Kon­trolle, quasi ei­nem „nach in­nen ge­rich­te­ter Kriegs­zu­stand“, kon­kret: mit „Aus­spio­nie­rung der Bür­ger“, Ein­schrän­kun­gen der Mei­nungs­frei­heit so­wie ste­tig er­wei­ter­ten Be­fug­nis­sen der Exe­ku­tive.

Durch das Schü­ren von Angst und der Dif­fa­mie­rung An­ders­den­ken­der wür­den Sün­den­bö­cke ge­schaf­fen – was der Ab­len­kung von den wah­ren Pro­ble­men diene.

Fa­bian Scheid­ler ist Jahr­gang 1968, stu­dierte Ge­schichte und Phi­lo­so­phie so­wie Thea­ter­re­gie. Viele Jahre hat er als Dra­ma­turg für das Ber­li­ner Grips-Thea­ter ge­ar­bei­tet. Seine pu­bli­zis­tisch-künst­le­ri­sche Tä­tig­keit bei At­tac wurde 2009 mit dem Otto-Bren­ner-Me­di­en­preis für kri­ti­schen Jour­na­lis­mus ge­wür­digt.

„Nicht Ruhe und Un­ter­wür­fig­keit ge­gen­über der Ob­rig­keit ist die erste Bür­ger­pflicht, son­dern Kri­tik und stän­dige de­mo­kra­ti­sche Wach­sam­keit“, hat der Na­mens­ge­ber die­ses Prei­ses, der Ge­werk­schaf­ter Otto Bren­ner, 1968 ge­sagt.

Der Vor­trag in der Glo­cken­kel­ter in Ker­nen-Stet­ten be­ginnt um 19 Uhr. Ein­tritt: 7 Euro; für Ju­gend­li­che und Stu­den­tIn­nen kos­ten­los.

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