Gedenktag
Gestern war Wintersonnwende, also die längste Nacht des Jahres. Sie wurde in vorchristlicher Zeit als „Nacht der Mütter“ gefeiert, wie der angelsächsische Mönch und Chronist Beda Venerabilis um das Jahr 700 n. Chr. festhielt: „Sie beginnen aber das Jahr mit dem achten Kalender des Januars, an dem wir die Geburt des Herrn feiern. Und diese selbe Nacht, die uns besonders heilig ist, wird von den Heiden Modranicht genannt, was Nacht der Mütter bedeutet.“
Als die Menschen noch im Einklang mit dem Jahreskreislauf lebten, sahen sie diese Nacht als den Zeitpunkt an, da die Natur das neue „Sonnenkind“ gebiert. Je nach Auslegung fand die Mütternacht entweder direkt vor oder nach dem Tag des 21. Dezember statt. Auch heute freut sich – trotz elektrischen Lichts – so mancher, dass die Tage von nun an wieder länger werden.
Die Journalistin Andrea Dechant gewinnt der Dunkelheit jedoch durchaus auch positive Seiten ab, und will darin gern noch ein wenig verweilen, wenn sie sagt: „Ich finde, wir sollten diese Wende im Jahreskreis nicht zum triumphalen Sieg des Lichts über die Finsternis verkommen lassen, wie dies in patriarchalen Traditionen nur allzu oft geschehen ist, wo alles Dunkle, Erdige als negativ und alles strahlend Helle, Himmlische als positiv verstanden wird.“
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