In der Tradition von Pazifistinnen wie Frida Perlen und Helene Stöcker setzen sich aktuell vermehrt wieder Frauen für den Frieden ein. Und wie jene damals werden auch sie heute beschimpft. Das erlebte im Mai Eva-Maria Gideon, die ehemalige Schorndorferin, als sie in Schwäbisch Gmünd eine Rede zu 80 Jahre Kriegsende hielt.
Ihr Wunsch, aus diesem Krieg zu lernen, wurde in der dortigen Lokalzeitung verzerrt wiedergegeben, weshalb wir ihre Rede mit dem Titel „Wie schön wäre es“ als Gastbeitrag im Wortlaut veröffentlichten.
Daraufhin erreichte uns ein Leserbrief von Dorothea Niewienda, die von herzergreifenden Versöhnungsszenen bei ihrer Reise nach Russland berichtete, bei der Menschen beider Nationen an dortigen Gedenkstätten und Soldatenfriedhöfen gemeinsam trauerten.
Im Beton-Anbau für Schorndorfs neue Leihbücherei wurden die Fenster eingesetzt und der Trinkbrunnen am Rathaus spendet nach jahrelanger Dürre wieder Wasser – bevor er aktuell wieder dichtgemacht wurde.
Im Juni lobte Uwe Glund, Gründungsmitglied der örtlichen Friedensinitiative, dass prominente Genossen der SPD mit einem Manifest an die Öffentlichkeit gegangen sind, in dem sie „die hemmungslosen Aufrüstungspläne der Bundesregierung scharf kritisieren“.
Parallel dazu monierte Althistoriker Eugen Flaig in der Sendung „Kulturzeit“ auf 3sat am 2. Juni „die Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, die eventuell geopfert werden für das Gemeinwesen“.
Dem Schorndorfer Gemeinderat wurde seitens der Stadtverwaltung erklärt, dass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung nicht an allen der hiesigen Schulen umgesetzt werden könne, weil dazu das Geld fehle.
Gleichzeitig erklärte die Rathaus-Pressestelle, dass mithilfe eines „begleitenden Fachbüros“ ein 10 Meter langer und 2 Meter breiter Durchgang zwischen der Straßenbestuhlung vor dem Café Moser am Bahnhof eingerichtet wurde.
Dadurch würden die Menschen „zum Flanieren eingeladen“, und somit der Handel und samt Gastronomie „florieren“. Dass StadtplanerInnen nur wenig vertraut wird, wie eine repräsentative Umfrage ergab, erstaunte wenig.
Dass das Regierungspräsidium den Schorndorfer Haushalt nicht genehmigte, erstaunte ebenso wenig. Unser Kommentar dazu war überschrieben mit „Endlich!“.
Im Juli meldete die Stadtverwaltung Vollzug: Sie hatte den Antrag der SPD-Fraktion aus dem Jahr 2023 umgesetzt und zusätzliche Fahrradabstellplätze in der Altstadt geschaffen – zum Teil mit ausgeliehenen Ständern, zum Teil mithilfe von Fördergeldern.
Solche finanziellen Zuwendungen betrachtet der Chefredakteur des Kommunal-Magazins, Christian Erhardt-Maciejewski als demokratiegefährdend. Weil es dem Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung widerspreche, dass deren Vertreter wie „Bittsteller“ Anträge bei der Regierung einreichen müssten und von dort Geld in Form von „Almosen“ empfingen.
Besser wäre, so meint er, ihnen diesen Anteil der Steuergelder pauschal auszuzahlen. So könne jede Kommune genau das finanzieren, was dort grad dringend nötig ist – statt dem, was der Regierung in Berlin wichtig ist.
Ein solches Beispiel ist das Förderprogramm „Demokratie leben“ des Bundesfamilienministeriums. Aus diesem erhielt die Stadt Schorndorf 140.000 Euro. Nun sucht sie Projekte, für die sie das ausgeben kann.
Der Gemeinderat beschloss den Bau eines neuen Feuerwehrhauses – wie schon bei der Bücherei zu einem „Festpreis“ von knapp 22 Millionen Euro. Wir warten gespannt darauf, welche „unvorhersehbaren“ Umstände auch diese Preisgarantie platzen lassen werden.
„Wir haben alles richtig gemacht“, verkündete Bürgermeister Englert im August, als der Gemeinderat den gekürzten Haushalt verabschiedete, damit er schließlich doch noch genehmigt wird.
Das Statistische Landesamt veröffentlichte den offiziellen Schuldenstand der Stadt zum Jahresende 2024, und man sieht, dass die Schulden immer schneller steigen. Über 209 Millionen Euro betragen sie, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 5.048 Euro entspricht.
An der ehemaligen Meierei begann der Neuaufbau des abgerissenen Fachwerks für die Leihbücherei. Zudem beschloss der Gemeinderat einen „Lärmaktionsplan“. Mangels Geld kann die Verwaltung den Lärm nicht durch „Flüsterasphalt“ reduzieren, weshalb man den innerstädtischen Verkehrt auf Tempo 30 runterbremst.
Unser Kommentar dazu trug die Überschrift: „Bedenke die Folgen“. Und weil das Abstimmungs-Ergebnis im Gemeinderat dem Oberbürgermeister Hornikel nicht behagte, legte er Widerspruch gegen den Beschluss des Gremiums ein.
Die „Sommermeile“ in der Weststadt, die zur Belebung dieses Areals durch Veranstaltungen eingerichtet wurde, teilte mit, dass sie bis September Sommerpause mache.
Ein Lichtblick waren definitiv die wunderbaren Rückmeldungen auf die Frage „Was schätzen Sie am Schoblatt?“ anlässlich dessen fünfjährigen Bestehens.
Beispielsweise: „Ich lese das Schoblatt, weil es mit einem untrüglichen Blick für das Wesentliche schreibt, ohne die schrillen Aufgeregtheiten der heutigen Medienlandschaft. Weil das Schoblatt gelegentlich spitzzüngig daherkommt, jedoch nie bösartig; intelligent, jedoch nie bevormundend oder gar belehrend.“

