Kommentar
Bücher sind Grundnahrungsmittel. Ohne sie können wir nicht leben. Sie vermitteln Wissen, sie nähren die Seele mit Poesie, sie helfen durch mutmachende Geschichten, dass wir uns solcherart gestärkt für das Gute im Alltag einsetzen können. Wenn der Gemeinderat demnächst über den Neubau der Stadtbücherei entscheiden soll, gilt es, dies zu bedenken. Dabei muss freilich sauber unterschieden werden zwischen Büchern und Bauwerk.
Dass angesichts starker Preissteigerungen für Rohstoffe und Energie die veranschlagten Kosten für den Bau keinesfalls gehalten werden können, ist ja inzwischen wohl so klar wie das Amen in der Kirche. Was wird also passieren? Es müssten, um das auszugleichen, notgedrungen billigere Materialien verwendet werden. Dass man diese dann nach kurzer Zeit ersetzen muss, wäre die Konsequenz. Das Problem wäre nur verschoben. Die Zeche zahlen wir mit unseren Steuern.
Die andere Schraube, an der ein Generalübernehmer drehen kann, sind die Handwerker. Um den Fixpreis zu halten, führt kein Weg dran vorbei, dass er sie ausbeuten muss. Dass er keinen Cent von den Mehrkosten, die diesen hart arbeitenden Menschen entstehen, übernehmen wird. Können unsere StadträtInnen allen Ernstes, kann unsere Verwaltungsspitze sehenden Auges eine solche Behandlung moralisch verantworten?
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