"Wieso den Klimawandel stoppen? Wenn es wärmer wird, brauchen wir doch im Winter weniger Gas zum Heizen."
Aufgeschnappt in der Fußgängerzone
Der OB fliegt nach Tuscaloosa

Am morgigen Montag fliegt OB Hornikel in Schorndorfs US-Partnerstadt Tuscaloosa. Anlass ist die nachgeholte Feier zum 25-jährigen Bestehen dieser Partnerschaft, die im Jahr 1996 begründet wurde. Mit an Bord sind Hornikels Lebensgefährtin Jil Rieth sowie Franziska Starz (Sachgebietsleitung „Kommunales und Repräsentationen“ im Rathaus) sowie als Vertreter des Gemeinderats die Vorsitzenden der beiden größten Fraktionen, Hermann Beutel (CDU) und Tim Schopf (SPD).
Stadträtin Kirsten Katz (Grüne) kritisiert dieses Auswahlkriterium, weil dadurch nur Männer den Gemeinderat repräsentierten. Zudem fragt sie sich, wie man im Rathaus einerseits viele Steuergelder für den Klimaschutz investiert, aber andererseits der CO2-Fußabdruck einer Flugreise von über 7.000 km Länge keine Rolle zu spielen scheine. Dass diese durch ein CO2-Zertifikat kompensiert wird. hält sie für Augenwischerei. Mit ihrer Kritik steht sie nicht allein da.
„Der OB fliegt nach Tuscaloosa“ weiterlesenSchorndorfer Salzhaus unter neuer Führung

Kurzmeldung
Marie Kechagias heißt die junge Frau, die das Salzhaus von Silke Koller in der Neuen Straße am 1. August übernommen hat. Ihr Großvater ist Grieche, doch sie selbst, die im Remstal geboren und aufgewachsen ist, spricht nicht mehr Griechisch – bis auf ein paar einzelne Wörter. Da sie aus Erfahrung weiß, dass manche Menschen sich schwertun, ihren Nachnamen auszusprechen, darf man sie, wie sie betont, gerne auch nur mit ihrem Vornamen anreden.
Vor sechs Jahren, Ende 2016, hat Silke Koller das Salzhaus eröffnet, und damit inzwischen einen großen Kundenkreis aufgebaut, der dort die Möglichkeit nutzt, mit ultraschallvernebelter Salzluft Atemwegs- und Hautprobleme zu lindern. Viel Eigenleistung und Liebe haben Silke Koller und ihr Mann Thomas in Aufbau und Einrichtung des Salzhauses gesteckt. Jetzt folgt die 58-Jährige ihrem Mann in den Ruhestand, und freut sich, somit wieder mehr Zeit für kreative Dinge wie Malen und Schneidern zu haben.
„Schorndorfer Salzhaus unter neuer Führung“ weiterlesenArtemisia-Bann aufgehoben
Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat mittels Vergleich den Rechtsstreit zwischen Landratsamt Rems-Murr und der Firma Teemana beigelegt. Somit wird deren Artemisia-Warenlager am heutigen Montag um 9.15 Uhr wieder geöffnet, das vor drei Monaten polizeilich versiegelt worden war. Dr. Hans-Martin Hirt, der Gründer von Anamed, betrachtet dies als Aufforderung, von nun an „gemeinsam an einem Strang zu ziehen“ und zu versuchen, „eine bessere Zukunft zu gestalten“. Als Sieger dieses Prozesses sieht er „eindeutig“ die Bevölkerung, „die nicht locker gelassen hat“, für die Anerkennung der Heilpflanze Artemisia annua einzutreten, und die gegen bürokratische Hürden („Zulasseritis“, s.u.) protestierte.
Hier Dr. Hans-Martin Hirts Pressemitteilung in vollem Wortlaut:
Was lange währt, nämlich 3 Jahre langer Rechtsstreit inklusive 3 Monate langer Versiegelung (ab dem 12.05.2022), hat ein gutes vorläufiges Ende gefunden.
„Artemisia-Bann aufgehoben“ weiterlesenSchorndorf verschuldet sich immer mehr
Kurzmeldung
Die Schulden von Schorndorfs Stadtverwaltung samt Eigenbetrieben sind Ende 2021 auf über 179 Millionen Euro gestiegen. Konkret: 13 Millionen Euro mehr gegenüber dem Vorjahr, als es rund 166 Millionen Euro waren. Dies entspricht einer Steigerung von 8 %. Zum Vergleich: Im Durchschnitt stieg die Verschuldung aller deutschen Gemeinden im vergangenen Jahr um 0,6 %, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Umgerechnet auf die Pro-Kopf-Verschuldung haben Schorndorfs Verwaltung und Gemeinderat somit inzwischen mit 4.524 Euro mehr als das Doppelte des Landesdurchschnitts (1.774 Euro) an Schulden angehäuft.
„Schau ich auf den Schuldenstand der Stadt Schorndorf in der Nacht, dann werde ich um den Schlaf gebracht“, erklärt dazu AfD-Stadtrat Lars Haise per Pressemitteilung. Im April hatte er gegen den Bücherei-Neubau gestimmt, weil dieser „mindestens 8,5 Millionen Euro Steuergeld versenken“ werde. Bürgermeister Englert hatte in jener Sitzung erklärt, dass der Gemeinderat „jederzeit zurückrudern könne, sollte der Preisrahmen überschritten werden“. Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung zu dem Bau-Projekt ist im Beschlussprotokoll zu finden.
„Stimmenkönigin“ Ursel Kamps wird 80
Viel hat nicht gefehlt, und Ursel Kamps wäre Schorndorfs erste Oberbürgermeisterin geworden: 44,8 Prozent der Stimmen errang sie bei der OB-Wahl im Jahr 1998 gegen Amtsinhaber Winfried Kübler, der 53,4 Prozent bekam. Beachtlich ist zudem, dass sie sogar noch zwei Prozentpunkte mehr als Reinhard Hanke acht Jahre zuvor – sogar seinerseits mit dem Amtsinhaberbonus – gegen Kübler auf sich hatte vereinigen können.
Als Grund, warum sie damals überhaupt kandidierte, nennt sie ihren Sohn Marek, der ihr erklärt hatte, die OB-Wahl mangels Kandidatenalternative boykottieren zu wollen. Als Tochter aus einem durch und durch politischen Haus war das für Ursel Kamps ein Unding.
Am 9. August 1942 kam Ursel Kamps in Schorndorf zur Welt. Ihre Eltern sind Rosa und Gottlob Kamm, beide aktive Sozialdemokraten und sportbegeistert. Ursels Geschwister Bertold, Anneliese und Walter waren zwischen 1926 und 1929 geboren, sie selbst also deutlich jünger als diese.
„„Stimmenkönigin“ Ursel Kamps wird 80“ weiterlesenMahnung wegen „nuklearer Teilhabe“
Ankündigung
Heute vor 77 Jahren, am 6. August 1945, warf amerikanisches Militär eine Atombombe auf Hiroshima, die sofort 75.000 Menschen tötete. An den Spätfolgen starben im darauf folgenden Jahr nach Schätzungen bis zu 166.000 weitere Menschen.
Wenn die Friedensinitiative Schorndorf für diese heute Abend von 18 bis 19 Uhr eine Mahnwache auf dem Marktplatz abhält, will sie nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch auf eine aktuell gesteigerte Aufrüstung aufmerksam machen.
„Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurden die Rüstungsausgaben in der Welt nochmals drastisch erhöht“, erklärt Doris Kommerell in ihrer Einladung zu dieser Mahnwache. Und: „Die im Rahmen der ‚nuklearen Teilhabe‘“ in Büchel stationierten US-Atombomben sollen modernisiert werden, und Deutschland will zudem neue Kampfjets anschaffen, welche die Atombomben ins Ziel fliegen können.“
„Mahnung wegen „nuklearer Teilhabe““ weiterlesenMinisterin Nicole Razavi kommt zu Besuch

Kurzmeldung
Am morgigen Donnerstag, 4. August, stattet Landesministerin Nicole Razavi (CDU) Schorndorf einen 2‑stündigen Besuch ab, um „städtebauliche Maßnahmen“ in Augenschein zu nehmen. Ihr Ministerium ist zuständig für „Landesentwicklung und Wohnen“. Die 57-Jährige hat Anglistik, Politologie sowie Sportwissenschaft auf Lehramt studiert und war am Wirtschaftsgymnasium Feuerbach angestellt. Sie wohnt in Salach und ist „leidenschaftliche Sportlerin“, wie ihrer offiziellen Vita zu entnehmen ist. Im Jahr 2021 wurde sie – als Chefin der obersten Denkmalbehörde des Landes – Vorsitzende der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.
So ließ sie denn auch kürzlich verlautbaren: „Der Erhalt und die Modernisierung denkmalgeschützter Gebäude ist Klimaschutz im besten Sinne.“ Daher gelte ab sofort, dass Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden durch die Regierung aktiv gefördert werden, indem die entsprechende Genehmigung „regelmäßig zu erteilen“ sei. Nur bei einer „erheblichen Beeinträchtigung“ des Kulturdenkmals dürfte sie abgelehnt werden.
In Schorndorf wird die Ministerin morgen den Sportpark Rems und die Kita Purzelbaum besichtigen.
Ein Zitat
Nach einem Bürgerentscheid 2019 sollte die Esslinger Stadtbücherei erweitert und modernisiert werden. Wegen deutlich gestiegener Kosten will der Oberbürgermeister nun „die Pausentaste drücken“.
Stuttgarter Zeitung vom 15. Juli 2022


