Im September erfuhren wird, dass Sitzungsvorlagen für den Gemeinderat inzwischen mit Hilfe sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ angefertigt werden.
Das erinnert uns daran, dass Schorndorf sich vor wenigen Jahren als Modellkommune für das Experiment „Smart City“ beworben hat, aber leider (oder zum Glück?) für dieses Förderprogramm nicht ausgewählt wurde.
Mit den Worten „Wir lassen uns nicht einreden, dass Krieg normal ist“ wurde im gleichen Monat zu einer großen Friedenskundgebung in Stuttgart am „Tag der Deutschen Einheit“ aufgerufen. Denn: „Ein hochgerüstetes Deutschland hat nie Frieden gebracht“.
Gleichwohl kontaktierten bereits hochrangige Mitarbeiter der Bundeswehr, wie die „NachDenkSeiten“ berichteten, Rathäuser und Landratsämter, um beispielsweise zu erfahren, welche Brücken panzertauglich sind. Denn Deutschland ist ausersehen als Aufmarschgebiet für einen Krieg der NATO gegen Russland.
Die Militärs wollen mit Landräten und Oberbürgermeistern den „Operationsplan Deutschland“ besprechen. Schorndorfs OB Hornikel war aber nach Auskunft der hiesigen Pressestelle noch nicht angefragt worden.
Der Diplom Ingenieur Willy Fritz stellte seine Messdaten über die Stromausbeute der Windräder am Goldboden in Winterbach bei einem Vortrag (Video: hier) in Winnenden vor. Dort erklärte er auch, dass ein Hauptproblem des unregelmäßigen Windaufkommens, nämlich die Speicherung für eine verlässliche Stromlieferung, noch immer nicht gelöst sei.
Zu der Veranstaltung hatten die „Bürgerstimme Winnenden“ und die „Bürgerstimme Schorndorf“ gemeinsam eingeladen.
Interessante Einblicke in die kommunale Fördergeld-Praxis gab ein Bericht des Kommunal-Magazins aus der Gemeinde Traitsching in Bayern. Dessen Verwaltung hat ihr Freibad nämlich ohne Zuschüsse saniert – und zwar „schneller, größer und günstiger“. Weil dadurch Zeit für das Ausfüllen der Antragsformulare gespart wurde, die bei einem noch so kleinen Fehler ungültig würden.
Schon vier Jahre zuvor hatte ein Kämmerer dem Kommunal-Magazin die Tücken der Zuschuss-Praxis offenbart, wie etwa, dass man „eine größere und teurere Halle gebaut“ habe als notwendig, „weil wir noch Fördermittel nutzen wollten“.
Im Oktober gab die Verwaltung bekannt, dass CDU-Stadtrat Sven Lülfing als Geschäftsführer zu einer neuen Unterfirma der Stadtwerke für den Glasfaserausbau wechseln werde. Dem stimmte der Gemeinderat zu.
Die von der SPD-Fraktion beantragte Baumschutzordnung wurde hingegen abgelehnt. Mit dem Argument, dass sie zu viel Personal brauche. Wir kommentierten: Wenn so viele Ausnahmeanträge, wie demnach befürchtet, gestellt würden, dann wäre diese Verordnung zum Schutz der Bäume erst recht nötig – und das Personal dafür eine gute Investition.
Zur personellen Aufstockung der „Stabsstelle Klimaschutz“ hatte es allerdings keine öffentlichen Einwände des Gemeinderats gegeben. In der allgemeinen Wahrnehmung sticht diese Stabstelle mehr durch das Erstellen von Konzepten als durch konkreten Schutzmaßnahmen hervor.
Ein Selbstversuch mit dem neuen Chat-Bot auf der städtischen Homepage, der sich dort seit neuestem bereitwillig jeglichen Fragen stellt, endete mit einem vernichtenden Ergebnis. Was uns zu der Vermutung brachte, dass wir es dort nicht mit der vielgerühmten „Künstlichen Intelligenz“ sondern doch eher mit einer „Schwindelligenz“ zu tun haben.
Der städtische „Fachrat für Integration“ erklärte, dass die im Schornbacher Weg untergebrachten Flüchtlinge dort einen eigenen Fitnessraum bekommen sollen.
Und am 24. Oktober berichteten wir von dem historischen Ereignis eines Frauenstreiks vor 50 Jahren auf Island, an dem sich 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung beteiligten und somit das gesamte Leben im Land lahmlegten.
Im November erfuhren wir, dass der städtische „Eigenbetrieb Citymanagement“ aufgelöst wird und Teile seiner Aufgaben sowie MitarbeiterInnen nun vom Kulturamt übernommen werden.
Und in Oberberken fand eine „Infoveranstaltung“ zu den geplanten vier Windkraftanlagen auf dem Schurwald statt, bei der aber nicht, wie sonst üblich, öffentlich Fragen gestellt werden durften.
Historisch war auch die Initiative der in Althütte geborene SPD-Politikerin Anna Haag zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung am 7. November 1947 im Stuttgarter Landtag. Dort schilderte sie eindrücklich, wie Soldaten im Krieg zu menschlichen Wracks werden, die in den Lazaretten vor sich hin vegetieren.
Ebenso gedachten wir der am 13. November 1869 geborenen Pazifistin Dr. Helene Stöcker, die als Hauptproblem der Kriegstreiberei die weitverbreitete Meinung sah, „dass immer der Gegner es sei, der dies Verbrechen verursache“.
Sie war überzeugt: „Erst wenn wir erkennen, dass wir alle diese Verbrecher sind, werden wir dieses größte Verbrechen der Menschheit an der Menschheit auszulöschen vermögen.“
Auf der Baustelle der neuen Stadtbücherei am Archivplatz wurde am 19. November Richtfest gefeiert. Und im Rathaus fand eine „Demokratie-Konferenz“ statt, bei der Politikwissenschaftler Rolf Frankenberger (Uni Tübingen) die Ergebnisse einer Umfrage in Schorndorf vorstellte.
Hinsichtlich der „demokratischen Teilhabe“, so erklärte er den rund 40 TeilnehmerInnen, sei die Lage in Schorndorf „eigentlich gut“ und „noch halbwegs intakt“. Für diesen Befund habe sein Team 13 Personen befragt, die von der staatliche geförderten „Partnerschaft für Demokratie“ ausgewählt worden waren.
Im Dezember hat der Gemeinderat erneut die Aufwands-Entschädigung für Wahl-Helfer – diesmal für die Landtagswahl am 8. März 2026 – freiwillig erhöht. Außerdem genehmigte er 2,2 Millionen Euro für den barrierefreien Ausbau weiterer Bushaltestellen.
Durch die Wahlbeobachtungs-Initiative „Wabeo“ erfuhren wir, was bei Wahlen alles schiefgehen kann.
In der Manufaktur stellte der „Fachrat für Integration“ sein Video-Projekt „Sage nein!“ als „kraftvolles musikalisches und visuelles Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung, Sexismus und Hass“ vor.
Für Aufregung sorgte schließlich der Vorschlag der Rathausspitze, die ehemalige Lateinschule, in der das Stadtmuseum beheimatet ist, verkaufen zu wollen. Als Grund wurde genannt, dass man sich dessen Sanierung (für rund 10 Millionen Euro) nicht leisten könne.
Nachdem die Vorberatungen dazu unter Ausschluss der Bevölkerung in nicht-öffentlicher Sitzung stattfanden, wunderten wir uns nicht über das Misstrauen der Menschen gegenüber Amtsinhabern, wie eine Umfrage ergab.
Alt-Stadtrat Manfred Bantel (CDU) brachte seine Empörung darüber in einem offenen Brief zum Ausdruck. Woraufhin die Verwaltung ihren Antrag erst einmal zurückzog und den Beschluss nun im Februar herbeiführen will.

