Jahresrückblick 2025 (Teil 3)

Im Sep­tem­ber er­fuh­ren wird, dass Sit­zungs­vor­la­gen für den Ge­mein­de­rat in­zwi­schen mit Hilfe so­ge­nann­ter „Künst­li­cher In­tel­li­genz“ an­ge­fer­tigt wer­den.

Das er­in­nert uns daran, dass Schorn­dorf sich vor we­ni­gen Jah­ren als Mo­dell­kom­mune für das Ex­pe­ri­ment „Smart City“ be­wor­ben hat, aber lei­der (oder zum Glück?) für die­ses För­der­pro­gramm nicht aus­ge­wählt wurde.

Mit den Wor­ten „Wir las­sen uns nicht ein­re­den, dass Krieg nor­mal ist“ wurde im glei­chen Mo­nat zu ei­ner gro­ßen Frie­dens­kund­ge­bung in Stutt­gart am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ auf­ge­ru­fen. Denn: „Ein hoch­ge­rüs­te­tes Deutsch­land hat nie Frie­den ge­bracht“.

Gleich­wohl kon­tak­tier­ten be­reits hoch­ran­gige Mit­ar­bei­ter der Bun­des­wehr, wie die „Nach­Denk­Sei­ten“ be­rich­te­ten, Rat­häu­ser und Land­rats­äm­ter, um bei­spiels­weise zu er­fah­ren, wel­che Brü­cken pan­zertaug­lich sind. Denn Deutsch­land ist aus­er­se­hen als Auf­marsch­ge­biet für ei­nen Krieg der NATO ge­gen Russ­land.

Die Mi­li­tärs wol­len mit Land­rä­ten und Ober­bür­ger­meis­tern den „Ope­ra­ti­ons­plan Deutsch­land“ be­spre­chen. Schorn­dorfs OB Hornikel war aber nach Aus­kunft der hie­si­gen Pres­se­stelle noch nicht an­ge­fragt wor­den.

Der Di­plom In­ge­nieur Willy Fritz stellte seine Mess­da­ten über die Strom­aus­beute der Wind­rä­der am Gold­bo­den in Win­ter­bach bei ei­nem Vor­trag (Vi­deo: hier) in Win­nen­den vor. Dort er­klärte er auch, dass ein Haupt­pro­blem des un­re­gel­mä­ßi­gen Wind­auf­kom­mens, näm­lich die Spei­che­rung für eine ver­läss­li­che Strom­lie­fe­rung, noch im­mer nicht ge­löst sei.

Zu der Ver­an­stal­tung hat­ten die „Bür­ger­stimme Win­nen­den“ und die „Bür­ger­stimme Schorn­dorf“ ge­mein­sam ein­ge­la­den.

In­ter­es­sante Ein­bli­cke in die kom­mu­nale För­der­geld-Pra­xis gab ein Be­richt des Kom­mu­nal-Ma­ga­zins aus der Ge­meinde Trait­sching in Bay­ern. Des­sen Ver­wal­tung hat ihr Frei­bad näm­lich ohne Zu­schüsse sa­niert – und zwar „schnel­ler, grö­ßer und güns­ti­ger“. Weil da­durch Zeit für das Aus­fül­len der An­trags­for­mu­lare ge­spart wurde, die bei ei­nem noch so klei­nen Feh­ler un­gül­tig wür­den.

Schon vier Jahre zu­vor hatte ein Käm­me­rer dem Kom­mu­nal-Ma­ga­zin die Tü­cken der Zu­schuss-Pra­xis of­fen­bart, wie etwa, dass man „eine grö­ßere und teu­rere Halle ge­baut“ habe als not­wen­dig, „weil wir noch För­der­mit­tel nut­zen woll­ten“.

Im Ok­to­ber gab die Ver­wal­tung be­kannt, dass CDU-Stadt­rat Sven Lül­fing als Ge­schäfts­füh­rer zu ei­ner neuen Un­ter­firma der Stadt­werke für den Glas­fa­ser­aus­bau wech­seln werde. Dem stimmte der Ge­mein­de­rat zu.

Die von der SPD-Frak­tion be­an­tragte Baum­schutz­ord­nung wurde hin­ge­gen ab­ge­lehnt. Mit dem Ar­gu­ment, dass sie zu viel Per­so­nal brau­che. Wir kom­men­tier­ten: Wenn so viele Aus­nah­me­an­träge, wie dem­nach be­fürch­tet, ge­stellt wür­den, dann wäre diese Ver­ord­nung zum Schutz der Bäume erst recht nö­tig – und das Per­so­nal da­für eine gute In­ves­ti­tion.

Zur per­so­nel­len Auf­sto­ckung der „Stabs­stelle Kli­ma­schutz“ hatte es al­ler­dings keine öf­fent­li­chen Ein­wände des Ge­mein­de­rats ge­ge­ben. In der all­ge­mei­nen Wahr­neh­mung sticht diese Stab­stelle mehr durch das Er­stel­len von Kon­zep­ten als durch kon­kre­ten Schutz­maß­nah­men her­vor.

Ein Selbst­ver­such mit dem neuen Chat-Bot auf der städ­ti­schen Home­page, der sich dort seit neu­es­tem be­reit­wil­lig jeg­li­chen Fra­gen stellt, en­dete mit ei­nem ver­nich­ten­den Er­geb­nis. Was uns zu der Ver­mu­tung brachte, dass wir es dort nicht mit der viel­ge­rühm­ten „Künst­li­chen In­tel­li­genz“ son­dern doch eher mit ei­ner „Schwin­del­li­genz“ zu tun ha­ben.

Der städ­ti­sche „Fach­rat für In­te­gra­tion“ er­klärte, dass die im Schorn­ba­cher Weg un­ter­ge­brach­ten Flücht­linge dort ei­nen ei­ge­nen Fit­ness­raum be­kom­men sol­len.

Und am 24. Ok­to­ber be­rich­te­ten wir von dem his­to­ri­schen Er­eig­nis ei­nes Frau­en­streiks vor 50 Jah­ren auf Is­land, an dem sich 90 Pro­zent der weib­li­chen Be­völ­ke­rung be­tei­lig­ten und so­mit das ge­samte Le­ben im Land lahm­leg­ten.

Im No­vem­ber er­fuh­ren wir, dass der städ­ti­sche „Ei­gen­be­trieb Ci­ty­ma­nage­ment“ auf­ge­löst wird und Teile sei­ner Auf­ga­ben so­wie Mit­ar­bei­te­rIn­nen nun vom Kul­tur­amt über­nom­men wer­den.

Und in Ober­b­er­ken fand eine „In­fo­ver­an­stal­tung“ zu den ge­plan­ten vier Wind­kraft­an­la­gen auf dem Schur­wald statt, bei der aber nicht, wie sonst üb­lich, öf­fent­lich Fra­gen ge­stellt wer­den durf­ten.

His­to­risch war auch die In­itia­tive der in Alt­hütte ge­bo­rene SPD-Po­li­ti­ke­rin Anna Haag zum Recht auf Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rung am 7. No­vem­ber 1947 im Stutt­gar­ter Land­tag. Dort schil­derte sie ein­drück­lich, wie Sol­da­ten im Krieg zu mensch­li­chen Wracks wer­den, die in den La­za­ret­ten vor sich hin ve­ge­tie­ren.

Ebenso ge­dach­ten wir der am 13. No­vem­ber 1869 ge­bo­re­nen Pa­zi­fis­tin Dr. He­lene Stö­cker, die als Haupt­pro­blem der Kriegs­trei­be­rei die weit­ver­brei­tete Mei­nung sah, „dass im­mer der Geg­ner es sei, der dies Ver­bre­chen ver­ur­sa­che“.

Sie war über­zeugt: „Erst wenn wir er­ken­nen, dass wir alle diese Ver­bre­cher sind, wer­den wir die­ses größte Ver­bre­chen der Mensch­heit an der Mensch­heit aus­zu­lö­schen ver­mö­gen.“

Auf der Bau­stelle der neuen Stadt­bü­che­rei am Ar­chiv­platz wurde am 19. No­vem­ber Richt­fest ge­fei­ert. Und im Rat­haus fand eine „De­mo­kra­tie-Kon­fe­renz“ statt, bei der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Rolf Fran­ken­ber­ger (Uni Tü­bin­gen) die Er­geb­nisse ei­ner Um­frage in Schorn­dorf vor­stellte.

Hin­sicht­lich der „de­mo­kra­ti­schen Teil­habe“, so er­klärte er den rund 40 Teil­neh­me­rIn­nen, sei die Lage in Schorn­dorf „ei­gent­lich gut“ und „noch halb­wegs in­takt“. Für die­sen Be­fund habe sein Team 13 Per­so­nen be­fragt, die von der staat­li­che ge­för­der­ten „Part­ner­schaft für De­mo­kra­tie“ aus­ge­wählt wor­den wa­ren.

Im De­zem­ber hat der Ge­mein­de­rat er­neut die Auf­wands-Ent­schä­di­gung für Wahl-Hel­fer – dies­mal für die Land­tags­wahl am 8. März 2026 – frei­wil­lig er­höht. Au­ßer­dem ge­neh­migte er 2,2 Mil­lio­nen Euro für den bar­rie­re­freien Aus­bau wei­te­rer Bus­hal­te­stel­len.

Durch die Wahl­be­ob­ach­tungs-In­itia­tive „Wa­beo“ er­fuh­ren wir, was bei Wah­len al­les schief­ge­hen kann.

In der Ma­nu­fak­tur stellte der „Fach­rat für In­te­gra­tion“ sein Vi­deo-Pro­jekt „Sage nein!“ als „kraft­vol­les mu­si­ka­li­sches und vi­su­el­les Zei­chen ge­gen Ras­sis­mus, Dis­kri­mi­nie­rung, Se­xis­mus und Hass“ vor.

Für Auf­re­gung sorgte schließ­lich der Vor­schlag der Rat­haus­spitze, die ehe­ma­lige La­tein­schule, in der das Stadt­mu­seum be­hei­ma­tet ist, ver­kau­fen zu wol­len. Als Grund wurde ge­nannt, dass man sich des­sen Sa­nie­rung (für rund 10 Mil­lio­nen Euro) nicht leis­ten könne.

Nach­dem die Vor­be­ra­tun­gen dazu un­ter Aus­schluss der Be­völ­ke­rung in nicht-öf­fent­li­cher Sit­zung statt­fan­den, wun­der­ten wir uns nicht über das Miss­trauen der Men­schen ge­gen­über Amts­in­ha­bern, wie eine Um­frage er­gab.

Alt-Stadt­rat Man­fred Ban­tel (CDU) brachte seine Em­pö­rung dar­über in ei­nem of­fe­nen Brief zum Aus­druck. Wor­auf­hin die Ver­wal­tung ih­ren An­trag erst ein­mal zu­rück­zog und den Be­schluss nun im Fe­bruar her­bei­füh­ren will.

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