Ein Schorndorfer in Berlin

Her­mann Gun­ßer 1912

Kurz­mel­dung«
Lars Haise ist nicht der erste Schorn­dor­fer Stadt­rat, der zu­dem als Ab­ge­ord­ne­ter im Ber­li­ner Reichs­tags­ge­bäude sitzt.

Vor über 100 Jah­ren war es der „Kro­nen­wirt“ Her­mann Gun­ßer, der diese bei­den Äm­ter in­ne­hatte: seit 1907 im Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat und von 1912 bis 1918 Ab­ge­ord­ne­ter des Wahl­krei­ses 10 (Gmünd, Göp­pin­gen, Welz­heim, Schorn­dorf) – als ei­ner von ins­ge­samt 397 Män­ner im da­ma­li­gen Reichs­tag.

Dort setzte er sich anno 1917 u.a. da­für ein, dass bei der Be­schlag­nah­mung von Kup­fer für Kriegs­zwe­cke die Brenn­kes­sel für Obst­brand nicht ein­ge­zo­gen wer­den soll­ten. Er plä­dierte da­für, dass zu­min­dest in je­dem Dorf eine sol­che Brenn­ein­rich­tung er­hal­ten bleibe, da­mit „Kir­schen und sons­ti­gen Früch­ten, die sonst leicht ver­der­ben wür­den“ ge­brannt wer­den könn­ten, und „in die­ser schwe­ren Zeit nichts ver­lo­ren geht“.

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Ein Zitat

„Die Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, die eventuell geopfert werden für das Gemeinwesen…"

…be­klagt Alt­his­to­ri­ker Eu­gen Flaig in der Sen­dung „Kul­tur­zeit“ auf 3sat vom 2. Juni 2025 („Wehr­pflicht-De­batte: Frauen an die Front?“) ab Mi­nute 3:22.
Schuld daran sei ein jahr­zehn­te­lan­ger Pa­zi­fis­mus. Wes­halb er eine ent­spre­chende „kul­tu­relle Um­pro­gram­mie­rung“ der Ge­sell­schaft für nö­tig er­ach­tet.

Warum sie weg wollen von hier

Kurz­mel­dung«
Es le­ben nicht nur zu­neh­mend mehr Mi­gran­ten in Ba­den-Würt­tem­berg, es wan­dern auch im­mer mehr Ein­hei­mi­sche ins Aus­land ab. Im Jahr 2023 wa­ren es 26 400 Men­schen, die ih­rem Hei­mat­land den Rü­cken keh­ren, teilte das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt vo­ri­gen Sep­tem­ber mit.

Als Haupt­grund für Ab­wan­de­rungs­pläne er­mit­telte die „Schwä­bi­sche Zei­tung“ vor kur­zem in ei­ner nicht re­prä­sen­ta­ti­ven Um­frage „die ak­tu­elle Si­cher­heits­lage“, ge­folgt von „aus­ufern­der Bü­ro­kra­tie“ und „ho­hen En­er­gie­prei­sen“ so­wie „schlech­ter Mi­gra­ti­ons­po­li­tik“.

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Ein Zitat

„… das ist schon sehr kanaken-lastig.
Ich als Frau mit Migrationshintergrund kann das sagen.“

Auf­ge­schnappt in der Fuß­gän­ger­zone

Ringen um Ganztagsbetreuung an Schulen

An­kün­di­gung«
Ab 1. Au­gust 2026 ha­ben be­rufs­tä­tige Müt­ter ei­nen Rechts­an­spruch dar­auf, dass ihr Kind an ei­ner Grund­schule ganz­tags be­treut wird. In Schorn­dorf will die Ver­wal­tung dies „je­doch nicht an je­der Schule um­set­zen“.

So ist es in der Vor­lage zur Sit­zung des Ge­mein­de­rats am kom­men­den Don­ners­tag, 5. Juni, zu le­sen. Das Thema stand be­reits bei der vor­he­ri­gen Sit­zung Ende April auf der Ta­ges­ord­nung. Da be­an­tragte je­doch der CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zende Her­mann Beu­tel eine Ver­ta­gung, weil es mit Schu­len und Ort­schafts­rä­ten noch „ei­nige Un­stim­mig­kei­ten“ ge­ge­ben habe.

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Trinkbrunnen gibt endlich wieder Wasser

Kurz­mel­dung«
Am Trink­brun­nen ne­ben dem Rat­haus kann seit kur­zem wie­der Was­ser ge­schöpft, ge­trun­ken, ab­ge­füllt wer­den. Zur Gar­ten­schau im Jahr 2019 an der West­seite des Rat­hau­ses auf­ge­stellt, war be­reits schon früh im Jahr 2020 zur Co­rona-Pan­de­mie das Was­ser dort wie­der ab­ge­stellt wor­den.

Nun mel­det die städ­ti­sche Pres­se­stelle, dass der Was­ser­spen­der er­neut in Be­trieb ge­nom­men wurde und man dort kos­ten­los seine Trink­fla­schen auf­fül­len könne. „Zu­vor fan­den selbst­ver­ständ­lich Rei­ni­gungs­ar­bei­ten, so­wie alle not­wen­di­gen Be­pro­bun­gen statt, um ein Ge­sund­heits­ri­siko aus­zu­schlie­ßen.“

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Bücherei-Anbau dichtgemacht

Kurz­mel­dung«
Vo­rige Wo­che sind die bei­den gro­ßen Fens­ter in den Be­ton-An­bau der neuen Bü­che­rei ein­ge­setzt wor­den. Gleich­zei­tig wurde die Fas­sade mit ei­ner Dämm­schicht ver­se­hen.

Auf diese wird dann mit ei­nem ge­wis­sen Be­lüf­tungs­ab­stand die Au­ßen­fas­sade ge­setzt, die als Re­lief Bü­cher­re­gale dar­stel­len soll.

Aus Kos­ten­grün­den ent­steht die Fas­sade nicht aus Sicht­be­ton, wie ur­sprüng­lich vor­ge­se­hen, son­dern mit­hilfe von Fa­ser­ze­ment­plat­ten von der Stange, wie die Ar­chi­tek­tin Con­stanze Rö­di­ger vom Wein­städ­ter Ar­chi­tek­tur­büro „a+b“, die mit der Pla­nung be­auf­tragt ist, er­läu­tert: „Das ur­sprüng­li­che Kon­zept musste preis­lich op­ti­miert wer­den.“

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Versöhnung in Russland

Le­ser­brief«
Die Worte von Eva-Ma­ria Gi­deon spre­chen mir aus der Seele.

Da ich kürz­lich auf ei­ner Russ­land­reise war, kann ich dazu an­mer­ken, dass es in Russ­land selbst, durch­aus eine ge­mein­same Er­in­ne­rungs­kul­tur zu den Gräu­el­ta­ten des 2. Welt­kriegs und den zahl­rei­chen To­des­op­fern auf bei­den Sei­ten gibt.

Wir ha­ben mit un­se­rer Gruppe, be­stehend aus 18 Teil­neh­mern aus Deutsch­land, Ös­ter­reich und Russ­land (die bei­den Or­ga­ni­sa­to­ren wa­ren Rus­sen), meh­rere Er­in­ne­rungs- und Ge­denk­stät­ten und Sol­da­ten­fried­höfe, deut­sche und rus­si­sche, be­sucht und Blu­men nie­der­ge­legt, so­wie Be­frei­ungs­ri­tuale durch­ge­führt.

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Wie schön wäre es

Gast­bei­trag«
Die ehe­ma­lige Schorn­dor­fe­rin Eva-Ma­ria Gi­deon hat bei der Ge­denk­ver­an­stal­tung zu 80 Jahre Kriegs­ende am 8. Mai in Schwä­bisch Gmünd für die dor­tige Frie­dens­in­itia­tive eine Rede ge­hal­ten.

Sie be­zeich­nete ih­ren Bei­trag als „Er­gän­zung“ zur vor­aus­ge­gan­ge­nen Rede des Ober­bür­ger­meis­ters, die sie als „sehr gut“ emp­fand und dem sie ent­spre­chend Bei­fall ge­zollt hatte.

Hier der volle Wort­laut:

„Die Er­in­ne­rung an die Gräuel der Na­zi­zeit, an die Kriege Na­zi­deutsch­lands, an das Leid und den Schmerz, den un­ser Land an­de­ren Men­schen und Na­tio­nen zu­ge­fügt hat, diese Er­in­ne­rung ist not­wen­dig in ei­ner Zeit, in der schon wie­der eine er­schre­ckende Hetze ge­gen „den Feind“ zu er­le­ben ist.

„Wie schön wäre es“ wei­ter­le­sen
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