Kommentar«
Wenn Dörte Schnitzer zur Selbstjustiz greift, um jene zu strafen, die ihrer Meinung nach schuld daran sind, dass unsere Umwelt immer lebensfeindlicher wird, lassen Reaktionen aus der Lokalpolitik nicht lange auf sich warten. Da wird sich „distanziert“, da wird „Befremden“ geäußert, verurteilt, allenfalls ein bisschen gerätselt. Dies alles jedoch mit oberflächlichen Floskeln, die den Verdacht nähren, es gehe dabei vorrangig nur darum, selbst besser dazustehen, und alles ist gut, wenn das Böse verbannt wird.
Gewalt ist keine Lösung, da sind sich alle einig. Gleichwohl haben auch Suffragetten in Großbritannien Anfang des vorigen Jahrhunderts Bomben gelegt. Ihr Ziel war das Frauenwahlrecht. Geduldig hatten sie es jahrelang zuvor mit friedlichen Mitteln gefordert. Jahrelang wurde es ihnen von den Herren Politiker vorenthalten, die glaubten, Politik sei allein für sie als Spielwiese reserviert. Diese Arroganz der Macht führte zur Radikalisierung der Stimmrechtsbewegung. Deren Gewaltakte richteten sich jedoch nie gegen Menschen. Auch Dörte Schnitzers aktuelles Tun verursachte nur Blechschaden – selbst wenn dieses Blech manchen als heilig erscheint.
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