Corona – Chance und grüne Herausforderung

Stadt­rä­tin Kirs­ten Katz

Gast­bei­trag
Mit die­ser Über­schrift hatte Stadt­rä­tin Kirs­ten Katz ei­nen Bei­trag ih­rer Grü­nen-Frak­tion ver­fasst, der für den 14. Ja­nuar in „Schorn­dorf ak­tu­ell“ vor­ge­se­hen war. Weil das Amts­blatt in der Wo­che zu­vor co­ro­nabe­dingt nicht er­schien, musste er ge­scho­ben wer­den.
Die Ru­brik, in der Stadt­rä­tIn­nen das Wort ha­ben, ent­fällt al­ler­dings we­gen der be­vor­ste­hen­den Land­tags­wahl ab so­fort. Da die­ser Bei­trag je­doch ak­tu­ell Be­zug nimmt auf die Haus­halts­rede des Ober­bür­ger­meis­ters, wird er er­satz­weise hier ver­öf­fent­licht:

„Der Sta­tus­be­richt Kom­mu­na­ler Kli­ma­schutz in BaWü zeigt: Bis­lang ha­ben nur 380 von 1.101 Kom­mu­nen ein kom­mu­na­les En­er­gie Ma­nage­ment ein­ge­führt. Auch Schorn­dorf hängt da weit hin­ter­her und lässt bis­lang ein ziel­ori­en­tier­tes und/​oder sys­te­ma­ti­sches Vor­ge­hen ver­mis­sen. Mit der von uns Grü­nen neu ge­for­der­ten Stab­stelle „Nach­hal­tige Stadt­ent­wick­lung, Kli­ma­schutz und Mo­bi­li­tät“ ist ein ers­ter wich­ti­ger Schritt ge­tan. Und jetzt macht der Ober­bür­ger­meis­ter in sei­ner Haus­halts­rede auch noch eine kli­ma­po­li­ti­sche Kehrt­wende.

Un­sere Ver­wal­tungs­spitze, die bis dato we­nig Sinn für die Er­hal­tung und Be­wah­rung der Schöp­fung ge­zeigt hat, er­kennt die Dring­lich­keit ei­nes nach­hal­ti­gen Um­welt­schut­zes. Die IBA 2027 lässt da­bei in der öko­lo­gi­schen Neu­ge­stal­tung des ehe­ma­li­gen Bau­hof­are­als grü­ßen. Schorn­dorf soll kli­ma­neu­tral bis 2035 wer­den und da­bei mehr preis­wer­ten Wohn­raum bie­ten. Wun­der ge­sche­hen im­mer wie­der.

Die Co­rona-Krise er­schüt­tert in die­sen Ta­gen auch un­sere Stadt-Ge­sell­schaft. So­fort­hil­fen und weit­rei­chende Kon­junk­tur­maß­nah­men his­to­ri­schen Aus­ma­ßes wer­den plat­ziert – auch um un­se­ren Ein­zel­han­del und die Gas­tro­no­mie zu ret­ten. Die ge­plan­ten Hil­fen für ei­nen wirt­schaft­li­chen Neu­start könn­ten die Wei­chen stel­len für die not­wen­dige Trans­for­ma­tion zur Wer­te­um­kehr – weg vom ir­re­füh­ren­den Glau­ben an ein un­be­grenz­tes Wachs­tum hin zu qua­li­ta­ti­ven Wer­ten, wie Um­welt, Ge­nera­tio­nen-Ver­ant­wor­tung und nach­hal­ti­gem Kli­ma­schutz. Die­ser kann und muss da­bei Trei­ber der wirt­schaft­li­chen Ge­sun­dung sein und ist die Grund­lage für un­se­ren lang­fris­ti­gen Wohl­stand.

Die Be­bau­ung muss sich ori­en­tie­ren am tat­säch­li­chen Be­darf. Da­bei liegt das große Ein­spar­po­ten­tial für CO2 beim Bauen und in der Re­ge­ne­ra­ti­ons­fä­hig­keit der Kalt­luft­pro­duk­ti­ons­flä­chen. Im Be­reich Kli­ma­schutz und En­er­gie­ef­fi­zi­enz sind uns da­bei die ei­ge­nen Lie­gen­schaf­ten wich­tig. Hier kön­nen wir di­rek­ten Ein­fluss neh­men, um den ho­hen An­teil an Strom-und Wär­me­kos­ten mit öko­lo­gi­scher Bau­weise und, wo es geht, mit Fo­to­vol­taik zu re­du­zie­ren.

Dut­zende Park­plätze zu ver­nich­ten, die au­to­fah­rende Käufer*Innen aus der ge­beu­tel­ten Kern­stadt voll­ends ab­zu­zie­hen, sie so­mit an an­dere Orte zu zwin­gen und gleich­zei­tig die „Kul­tur der In­nen­stadt“ ka­putt zu ma­chen, ist da­her si­cher nicht der Weg, den wir ge­hen soll­ten. Zu­erst muss die not­wen­dige In­fra­struk­tur be­reit­ge­stellt wer­den, da­mit die Bür­ger­schaft das Auto ste­hen las­sen kann. D.h.  al­lem voran der kon­se­quente Aus­bau des öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs mit per­fek­ten An­schluss­zei­ten an ei­nen mo­der­nen Bus-und Bahn­hof. Vor al­lem zu und in den sie­ben Teil­or­ten! Ein wei­te­res Etap­pen­ziel könnte auch hei­ßen: Die Wies­lauf­tal­bahn mit dem „Wie­sel“ in den VVS mit­ein­zu­bin­den.

Die Men­schen schauen dar­auf, ob un­sere Kom­mune in punkto Kli­ma­schutz han­delt – oder ob sie nur pre­digt und an­dere tun lässt. Als Schorn­dor­fer Grüne wol­len wir die Be­völ­ke­rung auf diese Reise des Wer­te­wan­dels mit­neh­men. Die Grü­nen-Frak­tion hat den An­trag auf ein städ­ti­sches Kli­ma­schutz­kon­zept zur Er­rei­chung der Kli­ma­schutz­ziele weg­wei­send vor­an­ge­stellt.“

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