Das Stadtmuseum nicht „verhökern“

Gast­bei­trag«
Der ehe­ma­lige CDU-Stadt­rat Man­fred Ban­tel hat ges­tern ei­nen of­fe­nen Brief an die Stadt­rä­tIn­nen sei­ner Frak­tion so­wie die Vor­sit­zen­den der an­de­ren Frak­tio­nen im Ge­mein­de­rat ge­schrie­ben.

Er bit­tet sie ein­dring­lich, eine Ent­schei­dung über das Ge­bäude des Stadt­mu­se­ums, das die Ver­wal­tung ver­kau­fen will, zu ver­ta­gen und „auch die Bür­ger mit ein­zu­be­zie­hen“.
Hier sein Brief im Wort­laut:

„Liebe Ge­mein­de­räte der CDU, liebe Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Ge­mein­de­rats-Par­teien,
auf der mor­gi­gen Ge­mein­de­rats­sit­zung steht die Zu­kunft des Stadt­mu­se­ums zur De­batte.

Als al­ter Schorn­dor­fer möchte ich an Euch ap­pel­lie­ren, dem Vor­schlag der Ver­wal­tung über die Zu­kunft des Stadt­mu­se­ums in die­ser Form nicht zu fol­gen.

Aus fol­gen­den Grün­den:
Die alte La­tein­schule ist ein für Schorn­dorf his­to­ri­scher Ort, der ge­nau für den Zweck als Stadt­mu­seum ein­ge­rich­tet und in mo­der­ner Zeit auch für die­sen Zweck bei­be­hal­ten wer­den sollte.

Es kann nicht sein, dass die Stadt daran denkt die­sen stadt­bild­prä­gen­den Ort  zu ver­hö­kern, weil für viele an­dere Pro­jekte zu viel Geld aus­ge­ge­ben wurde, oder noch wird.

Ich denke da nur an das neue Feu­er­wehr­haus und ins­be­son­dere die gi­gan­tisch über­teu­erte und über­zo­gene Stadt­bü­che­rei und de­ren Um­feld den Spi­tal­platz.

Die Stadt und der Ge­mein­de­rat sind be­reit sich diese Stadt­bü­che­rei jähr­lich 1.000.000  Euro kos­ten zu las­sen ein­schließ­lich er­geb­nis­re­le­van­ter AfA des Baus und der Be­triebs­kos­ten!

Es ist eine Ver­pflich­tung der Stadt ei­gene Bau­ten zu er­hal­ten, in­dem man recht­zei­tig die Ge­bäude pflegt und in Schuss hält!

Vor Jah­ren ist durch den Mu­se­ums­för­der­ver­ein un­ter der Re­gie des uns al­ten Schorn­dor­fern all­seits be­kann­ten Leh­rers Wal­ter Rieg ein ge­wal­ti­ger Be­trag für die Er­wei­te­rung und Re­no­vie­rung die­ses Stadt­mu­se­ums ge­sam­melt wor­den und der Stadt Schorn­dorf zu­ge­wen­det wor­den.

Auch ich habe da­mals ei­nen fünf­stel­li­gen Be­trag ge­spen­det weil mir die Ge­schichte mei­ner Ge­burts­stadt Schorn­dorf sehr am Her­zen lag.

Der „ neue“ Stand­ort Karlstraße/​Schulstraße ist ein Pro­jekt, das in sei­ner ge­sam­ten Ge­stalt und Nut­zungs­kon­zep­tion noch über­haupt nicht aus­ge­reift und zu Ende ge­dacht ist.

Ins­be­son­dere die Kos­ten und die da­mit ver­bun­de­nen Miet­kos­ten für even­tu­elle Räum­lich­kei­ten lie­gen noch über­haupt nicht auf dem Tisch.

Der In­ves­tor soll mei­nes Wis­sens auch ein öf­fent­li­cher In­ves­tor in Form der Kreis­bau sein. „ Linke Ta­sche rechte Ta­sche?“ Was da ge­baut wird und in wel­cher Form im De­tail und wann und zu wel­chen Kos­ten ist noch nicht öf­fent­lich be­kannt.

Es ist auch nicht so sehr be­ein­fluss­bar, wie man­che in der Stadt und im Ge­mein­de­rat sich gerne wün­schen würde. Am Schluss ist es die blanke Zahl der Ren­ta­bi­li­tät, was geht und vor al­lem was nicht geht, ohne Rück­sicht auf die In­nen­stadt­ent­wick­lung.

Es ist ein Blick in eine Glas­ku­gel. Gleich­zei­tig wird an die­ser Stelle städ­ti­sches Ei­gen­tum ver­kauft, das jahr­zehn­te­lang brach lag und städ­ti­schen Mit­ar­bei­tern als Park­platz diente.

Fakt ist, dass das Ei­gen­tum der Stadt Schorn­dorf in Form des Stadt­mu­se­ums an ei­nen Dritt­in­ves­tor ver­hö­kert wer­den soll, der zum jet­zi­gen Zeit­punkt we­der be­kannt, noch des­sen Nut­zungs­kon­zept  be­kannt ist und noch über­haupt nicht ge­klärt ob des­sen Kon­zep­tion in den Stadt­raum Schorn­dorf passt.

Weg ist weg und dann muss man schlu­cken, was ein In­ves­tor vor­hat.

Mit Vor­schrif­ten aus dem Ge­mein­de­rat ha­ben wir und ich Er­fah­rung in den vie­len Run­den und Schei­tern im Breu­nin­ger Are­als ge­macht, wo letzt­lich was An­de­res ent­stand als sich der Ge­mein­de­rat frü­her und dann zum Zeit­punkt der Ent­schei­dung vor­ge­stellt hatte.

Man wollte dort mehr in­nen­stadt­re­le­vante Ein­zel­han­dels­flä­chen für ei­nen Su­per­markt und hat das nicht er­reicht, weil das ein un­rea­lis­ti­scher Quar­tiers-Traum war!

Die da­ma­lige Wirt­schafts­för­de­rung hat sich nicht aus­rei­chend be­müht, das zu er­rei­chen! Es ist ein stadt­re­le­van­tes Un­ter­neh­men und Ar­beit­ge­ber ver­schwun­den ohne Er­in­ne­rungs­kul­tur.

Diese Er­in­ne­rungs­kul­tur wurde dem Ge­mein­de­rat ver­spro­chen und es gibt ent­spre­chende Ge­mein­de­rats-Be­schlüsse, die von der Ver­wal­tung nicht ein­ge­for­dert bzw. um­ge­setzt wur­den.

Ich bitte darum, diese mor­gige Ent­schei­dung noch­mal zu ver­ta­gen und auch die Bür­ger mit ein­zu­be­zie­hen, was mit dem Stadt­mu­seum ge­sche­hen soll und vor al­len Din­gen was die Bür­ger mei­nen zu den Plä­nen in der Karlstrasse/​Schulstraße.

Das ist Bür­ger­be­tei­li­gung bei so wich­ti­gen Stadt­bild­prä­gen­den Ent­schei­dun­gen!“

OHNE MOOS NIX LOS!

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