„Unerwartet und schwer erklärlich“

Kurz­mel­dung«
Als Grund für die Haus­halts­sperre nennt die Stadt­ver­wal­tung, dass die Ge­wer­be­steuer, die bei der Pla­nung mit Ein­nah­men in Höhe von 31 Mil­lio­nen Euro be­zif­fert war, bis Jah­res­ende um 3 Mil­lio­nen Euro nied­ri­ger aus­fal­len werde, näm­lich nur noch 28 Mil­lio­nen Euro be­tra­gen werde.

Wie es dazu kam, kann man im Haus­halts­plan für 2025/​26 nach­le­sen: Dem­nach la­gen die Ge­wer­be­steuer-Ein­nah­men jah­re­lang stets un­ter der 20 Mil­lio­nen Euro Marke, be­vor sie im Jahr 2023 plötz­lich auf knapp 27 Mil­lio­nen Euro an­stie­gen: „Un­er­war­tet und schwer er­klär­lich“, wie die Fi­nanz­ver­wal­tung be­kennt, den­noch mit Freu­den auf­ge­nom­men.

Als die­ser Ein­nah­me­pos­ten im Jahr 2024 dann so­gar rund 30 Mil­lio­nen Euro be­trug, hielt der Käm­me­rer dies für „ver­wun­der­lich“, und zwar „in  An­be­tracht der ge­gen­lau­ten­den Pres­se­be­richte zur Kon­junk­tur und zur Ge­wer­be­steu­er­ent­wick­lung in an­de­ren Kom­mu­nen“. Frei­lich „neh­men wir sie den­noch gerne hin“.

Mehr noch: Die­ser Wert wurde so­gleich als zu er­war­tende Ein­nah­men für die Jahre 2025 und fol­gende in den Haus­halts­plan ge­schrie­ben.

Dies nicht zu­letzt vor dem Hin­ter­grund, dass der Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat „eine Viel­zahl an frei­wil­li­gen Leis­tun­gen“ nach An­sicht der Rat­haus­spitze „kaum ab­schaf­fen“ könne, „so­lange  Städte ver­gleich­ba­rer Grö­ßen­klasse“ sol­che Aus­ga­ben ih­rer Ein­woh­ner­schaft (auf­grund ih­rer hö­he­ren Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men) eben­falls bö­ten (S. 31).

Der ak­tu­elle Zu­stand des Haus­halts, so Eng­lert, re­sul­tiere „un­mit­tel­bar aus den vie­len un­ter­jäh­rig ge­trof­fe­nen Be­schlüs­sen des Ge­mein­de­rats“, der sei­ner An­sicht nach „der Sou­ve­rän über die Stadt“ sei.

Auf Seite 51 wird schließ­lich als mög­li­che Er­klä­rung für die un­ver­hofft ge­stie­ge­nen Ge­wer­be­steuer-Ein­nah­men ge­nannt, „dass die Schorn­dor­fer Ge­wer­be­struk­tur un­ab­hän­gig von der schwä­cheln­den Au­to­mo­bil­in­dus­trie  ist“ und „mit  vie­len  klei­ne­ren  Steu­er­zah­lern“ über­dies „kri­sen­re­sis­ten­ter“  auf­ge­stellt  sei. 

Eine „stich­pro­ben­ar­tige Über­prü­fung“ er­gab zu­dem, dass der Ein­nah­men-An­stieg auf „hohe Nach­zah­lun­gen aus den Pan­de­mie­jah­ren“ zu­rück­zu­füh­ren sei.

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