Gedenktag«
Dass auch in diesem Jahr eine riesengroßer Tanne den Roten Platz in Moskau zur Adventszeit ziert, geht auf eine Frau aus Deutschland zurück. Als diese im Jahr 1817 nach Russland heiratete, brachte sie den weihnachtlichen Brauch aus ihrer alten Heimat mit. Und dieser etablierte sich dort schnell.
Ihr Name ist Charlotte. Sie war die Tochter der preußischen Königin Luise. In Russland konvertierte sie zur orthodoxen Kirche und ging als Zarin Alexandra Fjodorowna in die Geschichtsbücher ein.
Obwohl ihre Verbindung zur Stärkung des Bündnisses zwischen Preußen und Russland gedacht war, wurde die Ehe zwischen ihr und dem Zaren Nikolaus als glücklich angesehen. Das Paar verbrachte viel Zeit miteinander und lebte für damalige Verhältnisse eher bescheiden und zurückgezogen im Schloss Peterhof.
Eine ihrer Töchter, und zwar Olga, hat dann wiederum in Stuttgart nachhaltig Spuren hinterlassen, nachdem sie 1846 den württembergischen Thronfolger Karl geheiratet hatte: zum Beispiel im Kinderkrankenhaus „Olgäle“.
Sie war es, die einer entsprechenden Initiative zweier Ärzte der Kinderheilkunde bereits ab 1847 zu Räumen und finanziellem Rückhalt verhalf. Zwei Jahr später hieß die Klinik dann offiziell „Olga-Heilanstalt für kranke Kinder, Lehrlinge und jugendliche Arbeiter“.
Die Kronprinzessin wählte höchstpersönlich die Chefärzte aus und legte deren Honorare fest. Vor allem aber finanzierte sie den weiteren Ausbau der Klinik, als der Bedarf stieg, aus ihrer Mitgift.
Eine im Jahr 1872 gegründete Krankenpflegeschule in Heilbronn stand ebenfalls unter dem Patronat der Königin, weshalb sich deren Absolventinnen „Olga-Schwestern“ nennen durften. Das von Olga gestiftete silberne Ehrenkreuz gehört heute noch zu deren Tracht.
Im Jahr 1873 wurde dann das Königin-Olga-Stift in Stuttgart gegründet: ein Gymnasium für Mädchen. 166 Schülerinnen gab es im ersten Jahr. Fünf Lehrer unterrichteten sie, und jede Klasse hatte eine eigene Gouvernante.
Übrigens: Der diesjährige Weihnachtsbaum vor dem Kreml ist eine 100 Jahre alte Tanne aus dem Dorf Zemlino. Sie wurde am 10. Dezember in die russische Hauptstadt gebracht und bleibt dort noch bis 25. Dezember stehen.
Mit ihrer Höhe von 26 Metern überragt sie den berühmten Chrismastree vom New Yorker Times Square um 3 Meter.
Und: Der Förster Mukhtar Magomedow, der diesen Weihnachtsbaum entdeckt hatte, erhielt als Geschenk dafür einen neuen Dienstwagen vom Typ „Niva“.
Wir wünschen allen „Schoblatt“-Leserinnen und Lesern fröhliche und entspannte Weihnachtstage und bedanken uns für jegliche Unterstützung, die sie der Redaktion in diesem Jahr haben zukommen lassen, von Herzen!

