Zum „Geburtstag“ des Grundgesetzes am 23. Mai haben Schorndorfer SchülerInnen Kunstwerke angefertigt, die sich mit dem Thema Grund- und Menschenrechte auseinandersetzen. Bis 31. Mai sind sie im Foyer des Rathauses ausgestellt.
Die Jugendlichen folgten damit dem Aufruf von Bundespräsident Steinmeier, den „Ehrentag“ zu würdigen, mit dessen Ablauf anno 1949 das Grundgesetz um Mitternacht in Kraft trat. Es war ein vorläufiges Konstrukt, weil die DDR-Gebiete damals noch nicht dazugehörten.
Der Artikel 146 des Grundgesetztes sah deshalb seine eigene Selbstabschaffung vor – und tut es immer noch, nämlich „an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist“.
Diese Volksabstimmung war nach der Wiedervereinigung von der damaligen CDU-Regierung versäumt worden, obwohl damals die Opposition von SPD, Grünen und Linke sie forderten.
Zur Eröffnung der Ausstellung im hiesigen Rathaus sangen Schülerinnen und Schüler des Max-Planck-Gymnasiums ein „Happy Birthday“, wie der Pressesprecher berichtet.
Unter ihren Beiträgen zur Ausstellung findet sich beispielsweise die Auswertung einer Umfrage von Gleichaltrigen an ihrem Gymnasium in Form von Tortendiagrammen, etwa zum Thema, welche Werte des Grundgesetzes „für ein gutes Miteinander am wichtigsten“ sind.
Demnach halten fast zwei Drittel von ihnen „alle Werte für gleich wichtig“, gefolgt von „Respekt“ und „Gleichberechtigung“. Schlusslicht ist die Meinungsfreiheit mit ca. 10 Prozent.
Die Klasse 4 c der Gemeinschaftsschule Rainbrunnen (GMS) hatte aus Verpackungsmaterialien „Menschenrechtler“ gebastelt, die ihr Recht auf Protest, auf Religionsfreiheit, auf Staatsangehörigkeit und sogar das „Recht auf Sport“ darstellen.
Maria Silvestrou aus der Klasse 6 c der GMS illustriert in ihrer Arbeit das „Recht auf Liebe und gewaltfreie Beziehung“ mit den Schlagworten „Auch Worte sind Gewalt“ und „Mein Körper gehört mir“ sowie der Forderung: „Keine Belästigung von Frauen!“
Und ihre Klassenkameradin Israa Almosou malte das Bild einer vom Krieg zerstörten Welt mit dem Titel „Recht auf Frieden“.
„Das Rathaus soll bewusst ein Ort sein, an dem die Gedanken und Ideen von Kindern und Jugendlichen Raum bekommen“, betonte Oberbürgermeister Bernd Hornikel in seinem Grußwort zur Einweihung.
Zudem erklärte er, dass Demokratie „nicht nur in Parlamenten und Sitzungssälen verhandelt“ werde, sondern „auch dort“ beginne, wo junge Menschen lernen, „ihre Meinung zu äußern, zuzuhören und Verantwortung füreinander zu übernehmen“.
Laut MPG-Umfrage braucht es für ein „besseres Miteinander an unserer Schule“ vor allem „mehr Respekt“, gefolgt von „mehr Aktionstagen/Projekten/Workshops“ und „mehr Verständnis füreinander“ sowie „mehr Mitbestimmung“.






