Kommentar«
Wir alle lieben Robin Hood, diesen charmanten Gesetzlosen mit dem großen Gerechtigkeitssinn. Robin Hood, der dem gierigen Sheriff von Nottingham jene Steuereinnahmen abknöpft, die der zuvor dem hart arbeitenden Volk abgepresst hatte. Robin Hood, der diesen Menschen ihr Geld wieder zurückgab.
Unwillkürlich drängte sich der Gedanke an diesen Robin Hood auf, als vorige Woche am gebührenpflichtigen Parkplatz zwischen Schloss und Friedensstraße die Bezahlschranke abgebrochen worden war (s. Foto).
Etliche Autofahrer nutzten dadurch dankbar die Möglichkeit, dort kostenfrei parken zu können.
Sie freuten sich, dass dieser Platz wieder Allgemeingut war und nicht nur, wie vermeintlich angenommen, den Rathaus-Oberen gehört, die sich dessen Nutzung bezahlen lassen.
Also ein Allgemeingut, wie es vor über 500 Jahren die „Allmenden“ waren. Auch im Remstal. Jene Wälder, Wiesen, Bäche, die der Allgemeinheit gehörten.
Aus ihnen konnten sich alle ihr benötigtes Holz zum Heizen und Bauen besorgen, ihr Vieh weiden, aus den Bächen Fische und Krebse holen.
Dann aber kam der gierige Herzog Ulrich auf den Gedanken, den Dorfbewohnern für die Nutzung ihrer Allmenden eine Steuer aufzubrummen.
Weil er das Geld für eine Prunkbauten und Events, die damals noch Feste hießen, brauchte. Für seine Vergnügungen und eigenen Vorlieben. Um gegenüber anderen Fürsten anzugeben. Vorrangig also für seine Eitelkeit.
Das führte im Volk zu so viel Verdruss, dass sich die Menschen zusammenschlossen und im Aufstand des „Armen Konrad“ gegen die Obrigkeit protestierten.
Damals wurde dieser berechtigte Zorn mit Waffengewalt niedergeschlagen. Einige Beteiligte wurden geköpft.
Das geht heute nicht mehr.


