Mit 17 zu 10 Stimmen hat der Gemeinderat beschlossen, den Archivplatz in einen Park umzuwandeln. Kosten: 2,5 Millionen Euro. Geschlossen dagegen stimmte die CDU.
Deren Fraktionschef Hermann Beutel erklärte: Durch geplante Streichungen im sozialen Bereich, wie etwa der Familienpass, bei gleichzeitiger Erhöhung von Gebühren gebe es sehr viel, „was wir den Bürgern zumuten“. Daher dürfe der Gemeinderat nicht Geld ausgeben für „Dinge, die zwar schön wären, aber nicht unbedingt notwendig“ sind.
Grünen-Stadträtin Simone Höfer kam zum gegenteiligen Schluss. Ja, bekannte sie, die Liste an Zumutungen für die Einwohnerschaft sei lang, aber „dann geben wir den Leuten wenigstens diesen schönen Platz.“
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Tim Schopf ist zudem davon überzeugt, dass „wir“ damit auch den Innenstadt-Geschäftstreibenden „was Gutes tun.“ Nämlich: „Kunden in die Innenstadt holen, indem wir sie attraktiv machen.“
CDU-Stadtrat Ingo Sombrutzki berichtete demgegenüber von Marktbeschickern, die schon jetzt wegen der fehlenden Parkplätze „extrem leiden“, denn „Großeinkäufe bleiben aus“. Schon beim Thema Stadtentwicklung hatte er zuvor angemerkt, dass Bürger sich inzwischen fragen, „ob wir den Bezug zur Realität verloren haben“.
Sein Fraktionskollege Thorsten Leiter sah im Antrag der Verwaltung sogar eine Missachtung des Gemeinderats, da dieser eindeutig beschlossen hatte, die Hälfte der Parkplätze vor der Bücherei zu erhalten: „Der Gemeinderat muss sich drauf verlassen können, dass seine Beschlüsse ernstgenommen und nicht aufgeweicht“ werden.
Es habe einen eindeutigen Auftrag zur Umgestaltung gegeben, der ignoriert worden sei. Der jetzt von der Verwaltung vorgelegte „Kompromiss vom Kompromiss“ mit neun Parkplätzen (davon zwei für Behinderte) plus drei Plätzen entlang der Archivstraße sei „ein vergifteter“.
Sabine Brennenstuhl (FDP/FW) erklärte ihm, dass man von dieser Vorgabe, die Hälfte der Parkplätze zu erhalten, deshalb abgerückt sei, weil sämtliche Landschaftsarchitekten gesagt hätten: „Das funktioniert nicht.“ Ihr Fazit: „Dieser Park ist eigentlich alternativlos.“
Friderike Köstlin, Fraktionsvorsitzende der Grünen, bezeichnete den seitherigen Zustand des Archivplatzes als „Hinterhof“ und „Schmuddel-Ecke“. Zwar „haben wir alle Bauchweh wegen der Finanzierung“, aber man habe A gesagt und müsse nun auch B sagen, denn sonst „haben wir keine Oase in der Stadt“.
Der Wunsch von OB Hornikel („Ich will keine Abstimmung, die 16:17 ausgeht.“) ging in Erfüllung. Nicht zuletzt, da in der AfD-Fraktion drei Mitglieder sowie die beiden CDU-Rätinnen fehlten.
Übrigens: Als der Gemeinderat im Jahr 2022 den Bau der Bücherei beschloss, war ihm ein Bibliothekskonzept vorgelegt worden, in dem stand, dass für auswärtige Nutzer der Bücherei und SchorndorferInnen aus den Teilorten „Parkmöglichkeiten in Bibliotheksnähe wichtig“ seien.
Das war damals sogar für manches Mitglied des Gemeinderats der Hauptgrund, diesem Bau zuzustimmen.
Obwohl CDU-Stadtrat Thomas Schaal in der gleichen Sitzung bereits prophezeite, dass „der Parkplatz komplett plattgemacht wird“. Wobei er forderte, dass dies „klar kommuniziert werden“ müsse.

