Kurzmeldung«
Unter der Überschrift „Berühmter deutscher Porzellan-Hersteller macht dicht“ meldete die Bild-Zeitung in ihrer Regional-Ausgabe Thüringen am Mittwoch: „Die vielfach ausgezeichnete Porzellanmanufaktur Kahla stellt ihre Produktion nach 182 Jahren ein.“
Im Frühjahr dieses Jahres hatte das Traditions-Unternehmen aus der Schorndorfer Partnerstadt Insolvenz angemeldet. Die Aufträge seien zurückgegangen, „vor allem die Gastronomie habe deutlich weniger bestellt“.
Außerdem hatten sich die Energiekosten vervielfacht. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk berichtet, stiegen die Gaspreise Anfang des Jahres 2023 auf das Sechsfache.
Bis Jahresende werde der Betrieb nun ganz eingestellt. Von 250 MitarbeiterInnen sind derzeit noch 98 dort beschäftigt.
Auf der Internetseite des Online-Shops ist zu lesen: „Aufgrund des aktuell sehr hohen Auftragsvolumens können wir momentan leider keine neuen Bestellungen annehmen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die bestehenden Aufträge schnellstmöglich zu bearbeiten.“
Im Haushaltswaren-Geschäft Carl Max Meyer, das Kahla-Porzellan vertreibt (sogar im eigenen Design als „Schorndorfer Sequenz“ mit hiesigen Motiven der Künstlerin Renate Busse), ist die Reaktion verhalten: „Ich bin nicht total überrascht“, sagt die Geschäftsführerin des Familienbetriebs, Andrea Andresen.
Dies nicht zuletzt, weil es für den Porzellan-Hersteller bereits die 3. Insolvenz war, die Anfang dieses Jahres angemeldet worden war. So hatte sie gehofft, dass sich auch dieses Mal wieder ein neuer Investor findet.
Gleichwohl findet sie das Aus der Produktion schade. Nämlich weil die „Schorndorfer Sequenz“ sozusagen das „Baby“ ihres Vaters war.


