„Bürger sind keine Versuchskaninchen“

Kurz­mel­dung«
Dass die Wind­kraft­an­lage „Kö­nigs­ei­che“ bei Uhin­gen Brumm­töne ver­ur­sacht, hat die DEKRA (im Auf­trag der Stadt Uhin­gen) im Juni be­stä­tigt. Mit ih­rer Schall-Im­mis­si­ons­mes­sung be­legt sie da­mit, was An­woh­ner, die von die­sem ge­pei­nigt wer­den, seit In­be­trieb­nahme der An­lage be­kla­gen.

Der Be­richt liegt nach An­ga­ben der Bür­ger­initia­tive (BI) „Pro Schur­wald“ be­reits seit ei­nem Mo­nat im Land­rats­amt Göp­pin­gen vor, ohne dass dar­aus die Kon­se­quenz der Still­le­gung ge­zo­gen würde.

Die BI ver­mu­tet, dass Her­stel­ler und Be­trei­ber der An­lage „of­fen­sicht­lich keine Vor­stel­lung von der Ur­sa­che der Lärm­pro­bleme“ ha­ben, und da­her „auch kei­nen Plan zu de­ren Behe­bung.“

Was je­doch nicht ak­zep­ta­bel sei: „Die Bür­ger von Bai­er­eck sind nicht die Ver­suchs­ka­nin­chen von Nordex, Uhl-Wind­kraft und dem Land­rats­amt Göp­pin­gen.“

Hier die Pres­se­mit­tei­lung im Wort­laut:
„Im Auf­trag der Stadt Uhin­gen hat die DEKRA Schall-Im­mis­si­ons­mes­sun­gen in Uhin­gen – Bai­er­eck durch­ge­führt.

Die Er­geb­nisse sind ein­deu­tig: Die bei­den Wind­kraft­an­la­gen am Stand­ort GP-05 Kö­nigs­ei­che sind zu laut, sie sind ton­hal­tig und im­puls­hal­tig und es gibt starke tief­fre­quente Ge­räu­sche.

Seit fast ei­nem Mo­nat liegt der Ab­schluss­be­richt der DEKRA beim Land­rats­amt Göp­pin­gen. Aber dort herrscht Funk­stille!

Laut Ge­neh­mi­gungs­be­scheid hätte 12 Mo­nate nach der In­be­trieb­nahme am 21.12.2024 eine Ab­nah­me­mes­sung durch­ge­führt wer­den müs­sen, also spä­tes­tens bis zum 22.12.2025.

Das Land­rats­amt Göp­pin­gen hat diese 12-Mo­nats­frist nach dem Wech­sel der Ge­triebe am 30.09.2025 kur­zer­hand neu ge­star­tet.

Aber auch diese zweite 12-Mo­nats­frist läuft in we­ni­gen Ta­gen ab. Eine Ab­nah­me­mes­sung hat im­mer noch nicht statt­ge­fun­den.

Statt­des­sen ver­sucht der Be­trei­ber Uhl-Wind­kraft nun mit dem Ein­bau von Schwin­gungs­til­gern die Brumm­ge­räu­sche in den Griff zu be­kom­men. Dies wurde in der Ver­gan­gen­heit schon ein­mal ver­sucht – ohne Er­folg!

Of­fen­sicht­lich ha­ben der Her­stel­ler Nordex und der Be­trei­ber Uhl-Wind­kraft keine Vor­stel­lung von der Ur­sa­che der Lärm­pro­bleme und so auch kei­nen Plan zu de­ren Be­he­bung.

Die Bür­ger von Bai­er­eck sind aber nicht die Ver­suchs­ka­nin­chen von Nordex, Uhl-Wind­kraft und dem Land­rats­amt Göp­pin­gen.

Wei­tere Un­stim­mig­kei­ten wa­ren die Ein­stel­lung ei­nes nicht ge­neh­mig­ten schall­re­du­zier­ten Be­triebs­mo­dus bei der Schall-Im­mis­si­ons­mes­sung im März 2026 (Bai­er­eck-Krimi) und die Zu­nahme der tief­fre­quen­ten Ge­räu­sche nach dem Ge­trie­be­tausch (Bai­er­eck – Ge­triebe-Flop).

Die DEKRA stellt auch fest, dass die gän­gi­gen Schall­pro­gno­sen nach DIN ISO 9613–2 (inkl. In­te­rims­ver­fah­ren) die rea­len Schallim­mis­si­ons­ver­hält­nisse nur un­zu­rei­chend ab­bil­den.

Dies dürfte nicht nur für das Nas­sach­tal gel­ten, son­dern ge­ne­rell für hü­ge­li­ges Ge­lände. So­mit sind alle Schall­pro­gno­sen für Wind­kraft­pro­jekte in Süd­deutsch­land zu hin­ter­fra­gen!“

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