Kurzmeldung«
Christel Riedel hielt – wie manch anderer auch – die Sache zunächst für einen Aprilscherz, als sie am 1. April in der Lokalzeitung las, dass in der Grauhalde ein Biomasse-Heizkraftwerk gebaut werden soll: mitten in einem Wohngebiet, dazu noch in einer Tallage und sogar direkt neben dem dortigen Schulzentrum.
Und: „Recht schnell haben sich dann Personen gefunden, die die Initiative „KEIN Biomasseheizkraftwerk in der Grauhalde“ gegründet haben.“ Diese eröffneten eine openPetition.
Sie ließen 2.000 Flyer drucken, die sie an die direkt betroffenen Haushalte verteilten um aufzuklären. Zu einem ersten Infoabend seien dann über 80 Personen gekommen, die „in sehr sachlicher und respektvoller Atmosphäre“ diskutierten.
Ziel der Initiative ist es, 2.100 Unterschriften zu sammeln, um einen Bürgerbegehren auszulösen.
Nicht zuletzt auch, weil durch den Bau des Heizkraftwerks die Schulen keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten mehr haben – „und das bei steigenden Zuzugszahlen (Neubauten BayWa, Frech-Gelände, Weilerstraße, Ecke Löwensee-/Konnenbergstraße u.v.a.m.)“, denn „dafür ist das Gelände tatsächlich da, und der gegenwärtige Bebauungsplan gibt dies so vor“.
Auch Gerti Lang hält das Vorhaben für „ein absolutes Unding“: eine „Art Müllverbrennungsanlage für Altholz mitten im Wohngebiet“. Deren Betrieb Lärm und Emission bedeute sowie einen nicht gerade schönen Anblick biete.
Besonders kritisiert sie, dass der Info-Abend nur deshalb zustande kam, weil sich „Bürger gewehrt hatten“. Erst recht ist sie entsetzt, dass aber, als dieser dann stattfand, keiner der beiden Bürgermeister anwesend war.
Die künftigen Kraftwerkbetreiber hätten durchblicken lassen, dass ihnen die Probleme des Standorts bekannt seien, aber jede andere Lösung sie viel teurer zu stehen komme.
Lang findet, diese Tatsache an sich, aber auch das Vorgehen der Stadt, sei „mal wieder unglaublich“.
Zudem erklärt Anita Gommers, dass Mütter um die Gesundheit ihrer Kinder, die dort zur Schule gehen, besorgt sind, da ihr gesagt wurde, dass dort eine Technik zum Einsatz komme, die „nicht mehr zeitgemäß“ sei.
Sie selbst hatte anfangs noch ironisch gemeint, dass, wenn es mit diesem Kraftwerk mitten in einem Wohngebiet klappt, sicherlich bald weitere folgen würden.
Als beim Info-Abend in der Künkelinhalle just ein solches Szenario aufgezeigt worden sei, sei ihr das Lachen vergangen.


