Kurzmeldung«
Als Bürgermeister Thorsten Englert den Gemeinderat vorige Woche um die Absegnung des neuen Stadtentwicklungskonzept bat, betonte er als Erstes: „Sie sind selbstverständlich immer Herr des Verfahrens.“
Sprich: Stets sei es der Gemeinderat, der entscheide, welche Investition aus den vielen Vorschlägen dort dann auch tatsächlich umgesetzt würde. Derer gebe es ja viele, wie etwa die Umgestaltung der Archiv- und des Karlsplatzes sowie das Feuerwehrhaus und der Bahnhofsvorplatz, den neu gestaltet werde, also: „Wir drehen da ein ganz, ganz großes Rad.“
SPD-Stadtrat Peter Hutzel bedankte sich „ganz herzlich“ für das erarbeitete Werk und lobte dieses Stadtentwicklungskonzept als „hervorragendes Beispiel basisdemokratischer Beteiligung“.
Dies, obwohl die Einwohnerschaft zu einem denkbar unglücklichen Termin aufgerufen war, sich bei einem „World Café“ einzubringen, nämlich zwei Wochen vor Weihnachten. Weshalb mit rund 35 Personen gar nicht so sehr viel „Basis“ anwesend war.
Inhaltliche Kritik übte CDU-Stadtrat Ingo Sombrutzki, der nach eingehender Lektüre des Konzepts zu dem Schluss kam, dass es „zu viel Wunschdenken“ enthalte, und weil auch „viel Unsinniges dabei“ sei. .
Als Beispiele dafür nannte er ein „Klimawäldchen am Dueviller Platz“ sowie eine zweite Remsbrücke oder gar ein Eiscafé am Schornbacher Weg. Er fürchtet, dass Bürger, die dies lesen, sich fragen, „ob wir den Bezug zur Realität verloren haben“.
Nichts gegen Visionen, meinte er, „aber sie müssen in die Zeit passen“ und er frage sich, ob die vielen aufgeführten Ideen „wirklich gewollt und gebraucht werden“. Ganz konkret schlug er daher vor, die gesammelten Wünsche erneut der Bevölkerung vorzulegen, damit sie dann darüber entscheiden, welche sie umgesetzt sehen möchte.
Stattdessen stimmte der Gemeinderat dem Konzept mehrheitlich zu. Ingo Sombrutzki enthielt sich mit zwei weiteren Gremiumsmitgliedern der Stimme.
Das Stadtentwicklungskonzept kann hier heruntergeladen werden.

