Gedenktag«
Ihrem bemerkenswert mutigem Engagement verdanken wir es, dass das Gift „DDT“ 1972 in Deutschland verboten wurde: Rachel Carson. Heute vor 62 Jahren, am 14. April 1964, starb sie.
Ihre Beobachtung, dass Vögel nach dem Besprühen von Bäumen mit DDT tot von den Ästen fielen und andere Vögel Eier legten, deren Schalen zu dünn waren, beschrieb diese amerikanische Biologin in ihrem Buch „Silent Spring“: einen stummen Frühling, weil ohne Vogelgezwitscher und ‑gesang.
Dieses Buch erklomm 1962 gleich nach seinem Erscheinen umgehend die Spitze der Bestseller-Liste in den USA. Nicht zuletzt, weil Rachel Carson zusätzlich das Talent einer lebendigen Schreibe hatte.
Weil ihr Werk ein drastisches Umdenken in Sachen Umweltschutz auslöste, wird es in den USA verglichen mit Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte“, das seinerseits die Abschaffung der Sklaverei vorantrieb.
Das Insektizid DDT war 1942 auf den Markt gekommen und wurde mit dem Slogan „DDT is good vor me“ beworben. Es galt als Wundermittel, war frei verkäuflich in Drogerien und wurde weit verbreitet in der Landwirtschaft und im Privathaushalt eingesetzt gegen Ungeziefer.
Auch das Militär nutzte DDT für seine Soldaten und imprägnierte damit etwa deren Unterhosen. Und vor Bodeneinsätzen in Malaria-Gebieten wurden diese vorab vom Flugzeug aus mit DDT besprüht.
Der Hersteller hatte behauptet, dass nur diese unliebsamen Schädlinge sterben, aber für alle anderen Lebewesen keine Gefahr bestünde. Heute weiß man, dass es krebserregende Stoffe enthält.
Rachel Carson wagte es, sich in ihrem Buch mit der einflussreichen Chemie-Industrie anzulegen, indem sie nicht nur den schnellen Erfolg des Mittels, sondern das große Ganze und den Schaden für Mensch und Umwelt aufzeigte.
Dafür wurde sie von der Chemie-Industrie und deren Vertretern wahlweise als Kommunistin oder Saboteurin beschimpft, von anderer Seite hingegen als Pionierin, ja sogar Begründerin der Umweltbewegung geehrt.
Nachdem sie diesen öffentlich aufgedeckt hatte, dauerte es tatsächlich noch 10 Jahre, bis DDT ganz verboten wurde.
Die Geschichte von Rachel Carson hat Theresia Graw voriges Jahr in Romanform unter dem Titel „In uns der Ozean“ veröffentlicht.



