Kommentar«
Da geht OB Hornikel her und will unser Stadtmuseum an den Karlsplatz umsiedeln, was über 1 Millionen Euro kostet. Mindestens. Plus anschließend jährlicher Miete.
Er will dem Gemeinderat weismachen, dass man dadurch Geld spart. Er sagt, dass er somit die Sanierung des seitherigen Domizils von der Backe habe.
Doch erst müsste dafür ein Käufer gefunden werden. Was fraglich ist (siehe „Traube“ in Weiler, die seit 10 Jahren auf einen solchen wartet).
Wir erleben hier also das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Im Verwaltungsausschuss haben die meisten StadträtInnen diese Illusion geschluckt.
Nur ein Einzelner hat mir klarem Blick gesagt: Da ist überhaupt nichts gespart. Im Gegenteil!
Joe Saling von den Grünen war der Einzige, der gegen diesen irrwitzigen Plan gestimmt hat.
Das ist insofern bemerkenswert, als im Wahlprospekt der Grünen zur Kommunalwahl 2024 ein verantwortungsvoll geführter Stadt-Haushalt mit keiner Silbe als deren Ziel erwähnt war.
Die SPD ihrerseits machte dazu zwar ebenfalls keine konkreten Angaben, wollte aber zumindest „mit der Mär aufräumen“, dass die Sozis per se keine Ahnung von Finanzen haben.
Wohingegen die Fraktion FDP/Freie Wähler explizit die „Überprüfung der Investitionen nach Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit“ versprach, mit dem Ziel einer „soliden Haushaltspolitik“.
Die CDU warb gleichfalls: „Wir setzen uns ein für solide Finanzen und einen zukunftsorientierten Stadthaushalt“.
Steffen Krötz bat überdies um das Vertrauen der Wählerschaft, indem er seinen „gesunden Menschenverstand“ in die Waagschale warf. Mit „Mut“ und „Vernunft“ wollte er für die Probleme in der Kommunalpolitik die bestmöglichen Lösungen finden.
Ein anderer Neuling in dieser Fraktion hat bei der Abstimmung zum Thema Museumsumzug im Verwaltungsausschuss zumindest per Enthaltung mehr Rückgrat bewiesen: der Orthopäde Dr. Müller-Eißfeldt.
Gleiches tat die Grünen-Stadträtin Simone Höfer.
„Alte Hasen“ wie Beutel, Brennenstuhl und Reichle schlossen sich hingegen dem Antrag der Rathausspitze an, laut Lokalzeitung mit dem Argument, dass der Verkauf der alten Lateinschule damit noch nicht besiegelt wird.
Sie müssten es eigentlich besser wissen.
Sie haben es erlebt, wie man beim Neubau für die Leihbücherei die Skeptiker einlullte mit dem Argument, das Projekt könne ja später „immer noch“ gestoppt werden. Etwa dann, wenn sich herausstellt, dass die Kosten zu hoch werden.
Und als just dieser Fall eintrat, hieß es – ach! – auf einmal: Jetzt geht das nicht mehr. Wir haben inzwischen schon viel Geld dafür ausgegeben.
Doch es gab seinerzeit bereits acht StadträtInnen, die bei diesem bösen Spiel von vornherein nicht mitgemacht haben.
Etliche weitere StadträtInnen bedauern mittlerweile, dass sie damals Argumenten aufgesessen sind, die sich kurz darauf als falsch erwiesen haben.
Aus Schaden wird man klug, heißt es.
Aber bei den StadträtInnen geht es ja nicht um das eigene Geld.
Da hält sich der Schaden – mithin der Lerneffekt – für sie in Grenzen.

