
Neujahrsgruß«
„Nie wieder Krieg!“ mahnte Käthe Kollwitz schon im Jahr 1924 mit einer ihrer bekanntesten Zeichnungen: dem Schwur eines jungen Mannes.
„Nie wieder Krieg!“ sagten die Menschen vor fast 80 Jahren, die die Schrecken und Leiden desselben am eigenen Leib erfahren hatten: durch den Verlust lieber Angehöriger, der Heimat, der zerbombten Wohnung oder auch einzelner Gliedmaßen an der Front.
„Nie wieder – jedenfalls nicht gleich“ relativierte der Dichter Günter Kunert aber dann bereits 1949 in seinem Gedicht „Über einige Davongekommene“.
Und dieses „nicht gleich“ scheint offenbar eben jetzt vorbei zu sein, angesichts unserer Regierung, die immer intensiver die Kriegstrommeln schlägt.
Weil jedoch kein Mensch das unsägliche Leid und Elend eines Kriegs erleben will, müssen freilich jene wenigen, die von einem Krieg profitieren, uns dessen vermeintliche „Notwendigkeit“ einreden.
Das nennt man Propaganda. Und die beginnt bereits, bevor der erste Panzer rollt. Also jetzt.
Das oberste Gebot dieser Politiker-PR lautet: Wir selbst sind ja völlig friedliebend, aber der Gegner…!
Konkret: Er ist a) gierig auf unser Land, b) sowieso ein Unmensch, c) immer an allem schuld. Außerdem kann man mit ihm nicht reden. Deshalb müssen wir – leider, leider – unsere Waffen sprechen lassen.
Die mutigen PazifistInnen, die in Schorndorf immer montags mit ihrer Schilderaktion auf der Straße an Vernunft und Friedenswillen appellieren, können davon ein Lied singen.
Als häufigste Reaktion bekommen sie z.B. auf ihr Plakat mit der Aufschrift „Frieden mit Russland“ zu hören: „Sag das dem Putin!“
Und dies wird ja tatsächlich zu Recht gefordert: Denn Reden ist ganz ohne Frage immer besser als totschießen. Aus diesem Grund bekommen wir genau das auch von klein auf in Kita und Schule beigebracht: „Gewalt ist keine Lösung“.
Blöd nur, dass es Politiker gibt, die meinen, sie bräuchten sich nicht mehr an solche grundlegenden Regeln den friedlichen Miteinanders zu halten.
Freilich ist so ein Feindbild für sie aber auch wirklich zu verführerisch: ein praktischer Sündenbock für sämtliches Regierungsversagen. Selbst der hiesige Oberbürgermeister begründet den Bau riesiger Windkraftanlagen auf dem Schurwald mit dem bösen Putin.
Von Anna Haag aus Althütte wissen wir, dass sie während der NS-Zeit nicht zur Mitläuferin wurde. Geholfen hat ihr dabei vor allem, dass sie den englischen Radiosender BBC hörte, bei dem sie andere Informationen bekam als nur das, was die deutsche Regierung die Bevölkerung wissen lassen wollte.
BBC wurde deshalb von den Polit-Mächtigen als „Feindsender“ bezeichnet. Und wer diesen hörte, konnte ins KZ kommen. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.
Allerdings wird aktuell vor „Desinformationen“ gewarnt, und zwar vorrangig aus Russland kommend. Überbehütende Regierungen wollen uns davor schützen. Gerade so, als wären wir unmündige Kinder und könnten nicht selbst denken.
Das hat natürlich auch seine total komische Seite: Wenn Politiker, die selbst Meister der Lüge sind, uns plötzlich vor Falschmeldungen bewahren wollen.
Bestes Beispiel dafür ist der historische Satz des DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. Zwei Monate später wurde mit dem Bau begonnen.
Unser aktueller Kanzler versprach vor der Wahl, keine Schulden zu machen. Kaum im Amt, tat er das Gegenteil.
Und die Vertreter von „Stuttgart 21“ schworen vor der Volksabstimmung Stein und Bein, dass das Projekt nicht teurer würde als 5 Milliarden. Inzwischen sind wir schon bei dem Dreifachen dieser Summe: 15 Milliarden. Und das ist immer noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Im Mathematikunterricht hat man uns beigebracht: Minus mal Minus gibt Plus. Logische Schlussfolgerung: Wenn verlogene Politiker vor Desinformationen warnen, müssen diese demnach gut und richtig sein.
Die tiefe Weisheit, die in den alten Volksmärchen steckt, bestätigt uns dies. Wenn da beispielsweise die junge Ehefrau des zwielichtigen Blaubarts gegen dessen Verbot verstößt und eben doch nachschaut, was in der verbotenen Kammer verborgen ist. Wodurch sie ihr Leben rettet.
Nehmen wir sie uns als Vorbild und schauen also, was die heutigen „Feindsender“ so zu sagen haben. Fangen wir an bei der Homepage des russischen Staatssenders RT (also dem Pendant zur „Deutschen Welle“, die mit unseren Steuern finanziert wird).
Und/oder wir lesen mal, was der in Russland lebende Deutsche Thomas Röper in seinem „Anti-Spiegel“ schreibt.
Er wurde – wie auch die Bloggerin Alina Lipp – von der EU „sanktioniert“, d.h. er darf nicht mehr in die EU einreisen und seine Konten wurden „eingefroren“. Ohne Gerichtsurteil, ohne Anhörung.
Die „NachDenkSeiten“ werten das als Skandal und meinen: „Wenn der Koloss EU angeblich Angst vor einer ‚Destabilisierung‘ durch die beiden Blogger hat, dann sagt das auch viel über die innere Verfassung des Staatenbündnisses und dessen offensichtlich bröckelnde Stabilität.“
Es versteht sich von selbst, dass Thomas Röper auch als Verbreiter von „Verschwörungsmythen“ bezeichnet wird. Wobei sich diese Zuschreibung zunehmend zum Prädikat für gutes Gespür entpuppt.
Spätestens seit Ex-Gesundheitsminister Spahn erklärte, dass die Corona-Impfung nie als Schutz vor Ansteckung gedacht gewesen sei.
Wer genau das vor 4 Jahren äußerte, war sofort als Verschwörungstheoretiker verschrien. Tja, so ändern sich die Zeiten – und die Menschen mit ihnen.
Mein Wunsch für dieses Jahr lautet also: Lassen wir uns nicht das Denken verbieten. Vertrauen wir unserem gesunden Menschenverstand.
Gehen wir für den Frieden auf die Straße: immer montags, Treffpunkt 18 Uhr Oberer Marktplatz Schorndorf oder auch in Reutlingen am Samstag, 10. Januar, zusammen mit den „Müttern für Frieden“ um 14 Uhr im Bürgerpark.
Vor allem: Lasst uns neugierig bleiben!

