Solidarität statt Profite in der Pflege

Für die Pflege auf die Straße“ lau­tete das Motto der Kund­ge­bung vom Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) und Ver.di, zu der heute rund 50 Men­schen auf dem Obe­ren Markt­platz er­schie­nen.

„Nach Aus­bruch der Pan­de­mie wurde schnell klar, wie un­vor­be­rei­tet das Ge­sund­heits­sys­tem war“, sagte dort Sa­bine Die­ner, Be­triebs­rä­tin der Rems-Murr-Kli­ni­ken. Ob­wohl die Re­gie­rung dies be­reits seit 2012 ge­wusst habe, „wurde das Ge­sund­heits­sys­tem seit­her pri­va­ti­siert und aus­ge­schlach­tet“. Die Folge: Es habe nicht ge­nug Schutz­klei­dung ge­ge­ben: „Wir wur­den in die­sen Krieg ge­schickt ohne aus­rei­chende Waf­fen. Wir ha­ben uns wie Ka­no­nen­fut­ter ge­fühlt.

„So­li­da­ri­tät statt Pro­fite in der Pflege“ wei­ter­le­sen

Rosine Abel

Ge­denk­tag
Heute vor 211 Jah­ren starb Ro­sine Abel.
Sie war die Toch­ter des Schorn­dor­fer Stadt­schrei­bers Schmid und hei­ra­tete 1786 (mit 21 Jah­ren) Ja­kob Fried­rich Abel, der als Leh­rer von Fried­rich Schil­ler be­kannt ist.

Rosine Abel
Ro­sine Abels Por­trät hängt im Stadt­mu­seum

Luise Ro­sine Wil­hel­mine Schmid wurde am 2. Juni 1765 in Schorn­dorf ge­bo­ren. Als Toch­ter des Amts- und Stadt­schrei­bers hatte sie Zu­gang zu „männ­li­cher“ Bil­dung, d. h. ne­ben La­tein und Fran­zö­sisch auch zu Na­tur­wis­sen­schaf­ten. Sie nahm am Un­ter­richt ih­rer Brü­der teil und er­hielt zu­sam­men mit Ka­ro­line Pau­lus bei de­ren Cou­sin (und spä­te­ren Ehe­mann) H.E.G. Pau­lus Pri­vat­un­ter­richt. Die­ser be­schrieb sie als „nach sitt­li­cher Bil­dung stre­bend“.

„Ro­sine Abel“ wei­ter­le­sen

Info-Veranstaltung „Klima-Entscheid Schorndorf“

An­kün­di­gung
Da sie es als „ver­zagt und völ­lig un­zu­rei­chend“ an­sieht, wie die Po­li­tik den Kli­ma­wan­del ab­weh­ren will, hat sich in Schorn­dorf eine Gruppe ge­bil­det, die das nun selbst in die Hand nimmt. Zwölf Per­so­nen ha­ben sich nach dem Kon­zept von Ger​man​Zero​.org zu­sam­men­ge­schlos­sen, um „für un­sere Kin­der und En­kel eine le­bens­werte Zu­kunft zu ge­stal­ten“.
Ziel ist, die Stadt­ver­wal­tung per Bür­ger­ent­scheid zu mehr Ein­satz für die­ses Thema zu mo­ti­vie­ren. Ein „Kli­ma­stadt­plan“ soll auf­zei­gen, wel­che Maß­nah­men vor Ort not­wen­dig sind, da­mit der CO2-Aus­stoß ge­nü­gend re­du­ziert wird.
Am Frei­tag, 9. Ok­to­ber, wird die­ser Plan in der VHS im gro­ßen Saal vor- und zur Dis­kus­sion ge­stellt. Die Ver­an­stal­tung be­ginnt um 20 Uhr.

Zu­dem hält am Frei­tag, 16. Ok­to­ber, die Bio­lo­gin Dr. Mai­ken Win­ter ei­nen Vor­trag zu die­sem Thema in der Kün­kel­in­halle. Er be­ginnt um 19 Uhr. An­schlie­ßend soll auch dort eine Dis­kus­sion über das hie­sige Pro­jekt er­fol­gen.
Ein­ge­la­den sind alle, die sich in­for­mie­ren wol­len oder ak­tiv ein­brin­gen möch­ten, wie etwa bei der Um­set­zung (z.B. durch das Sam­meln von Un­ter­schrif­ten) und durch fi­nan­zi­elle Un­ter­stüt­zung.
(Mehr Info dazu: hier)

Dr. Ilse Beisswanger

Ge­denk­tag
Heute vor 35 Jah­ren starb Dr. Ilse Beiss­wan­ger. Sie war die erste Rich­te­rin in Würt­tem­berg und stammte aus der Fa­mi­lie der hie­si­gen Lö­wen­braue­rei.

Ihre Mut­ter Au­guste, geb. Riehle, wurde in der Stadt „d‘ Schul­tesse“ ge­nannt, weil sie den Schult­heiß von Ge­rad­stet­ten, Hein­rich Gott­lob Beiss­wan­ger, ge­hei­ra­tet hatte. Viel­leicht auch des­halb, weil ihr Mann sich im Jahr 1903 um das Amt des Stadt­schult­heiß hier in Schorn­dorf be­wor­ben hatte. Er be­kam auch die Mehr­heit der Stim­men, war aber der ört­li­chen Ob­rig­keit nicht ge­nehm, so dass diese so lange wäh­len ließ, bis er schließ­lich sei­nem Mit­be­wer­ber Raible un­ter­lag.
Mög­li­cher­weise war diese Er­fah­rung des Va­ters der Grund für seine Toch­ter Ilse, Rechts­wis­sen­schaft zu stu­die­ren.

„Dr. Ilse Beiss­wan­ger“ wei­ter­le­sen

Kein blindes Vertrauen

Kom­men­tar
Kaum zu glau­ben, aber tat­säch­lich wahr: Der Ge­mein­de­rat sollte am Don­ners­tag fest­stel­len, dass bei Sa­bine Ber­ger ein „wich­ti­ger Grund“ für ihr vor­zei­ti­ges Aus­schei­den als Stadt­rä­tin vor­liegt, ohne den Sach­ver­halt über­haupt zu ken­nen.
Es ist un­fass­bar: Das Gre­mium sollte et­was be­ur­tei­len, das es gar nicht be­ur­tei­len kann. Es sollte blind der Vor­gabe des Ober­bür­ger­meis­ters fol­gen. De­mo­kra­tie sieht an­ders aus.

„Kein blin­des Ver­trauen“ wei­ter­le­sen

Stadträtin Berger ausgeschieden

Kurz­mel­dung
Stadt­rä­tin Sa­bine Ber­ger (SPD) ge­hört mit Da­tum 1. Ok­to­ber nicht mehr dem Ge­mein­de­rat an. Ihr An­trag auf Aus­schei­den wurde in der Ge­mein­de­rats­sit­zung am Don­ners­tag mit 14 Stim­men an­ge­nom­men. Es gab 3 Ge­gen­stim­men und 11 Ent­hal­tun­gen.
Das Gre­mium be­schei­nigte ihr, dass für die­sen An­trag „ein wich­ti­ger Grund ge­mäß § 16 Abs. 1 der Ge­mein­de­ord­nung für Ba­den-Würt­tem­berg vor­liegt.“
In der Sit­zung wurde von ei­nem Stadt­rat kri­ti­siert, dass der Ge­mein­de­rat die­sen Grund nicht kenne.
Der Ober­bür­ger­meis­ter er­klärte, Sa­bine Ber­ger habe ihr An­lie­gen in ei­nem „Sechs-Au­gen-Ge­spräch“ mit ihm und der stell­ver­tre­ten­den Fach­be­reichs­lei­te­rin für Kom­mu­na­les, Sonja Schna­be­rich-Lang, „sehr be­gründ­bar“ dar­ge­legt.
Sa­bine Ber­ger ist die dritte Per­son, die seit der Wahl im Mai 2019 ihr Amt nicht mehr aus­übt. Im Sep­tem­ber 2019 war Pe­ter Erd­mann (FDP) ver­stor­ben, und ihr Ehe­mann Tho­mas Ber­ger (SPD) ver­ließ das Gre­mium im Mai 2020. Durch das Nach­rü­cken von Hans Ul­rich Schmid ist der Frau­en­an­teil im Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat von rund 44 Pro­zent auf knapp 41 Pro­zent ge­sun­ken.

dazu: Kom­men­tar „Kein blin­des Ver­trauen“

Am Rande bemerkt

Kurzglosse
Ge­mein­de­rats­sit­zung in der Kün­kel­in­halle un­ter „Co­rona-Be­din­gun­gen“ heißt nicht nur, dass dort alle An­we­sen­den Ab­stand zu­ein­an­der wah­ren müs­sen, son­dern auch, dass am Ein­gang eine Fie­ber­kon­trolle statt­fin­det.
Da rich­tet ei­nem also ein net­ter jun­ger Mann ein Ge­rät Rich­tung Stirn, und sagt kurz drauf: „Sie kön­nen rein.“ Man kommt sich vor wie bei Pe­trus an der Him­mels­tür. Man ist dank­bar, dass die Mes­sung nicht an an­de­rer Kör­per­stelle vor­ge­nom­men wird, wie man es noch aus Kind­heits­ta­gen kennt. Und man ist er­leich­tert. Denn ein ne­ga­ti­ver Be­scheid hätte si­cher­lich gro­ßes Un­ge­mach nach sich ge­zo­gen.
Dann aber staunt man: Da kommt ein Mann an, ord­nungs­ge­mäß mit Maske halb un­kennt­lich – und der muss sich of­fen­kun­dig die­sem Ri­tual nicht un­ter­zie­hen.
„Ich bin Stadt­rat“, sagt er.
Oh, denkt man, gibt es hier Men­schen 1. und 2. Klasse?!
Dann aber fällt ei­nem zum Glück ein, dass man mal was von ei­ner „po­li­ti­schen Im­mu­ni­tät“ ge­hört hat.
Of­fen­sicht­lich er­streckt sich die auch auf Co­rona.

Rekord-Frauenanteil im Gemeinderat

Kurz­mel­dung
Heute vor ei­nem Jahr er­reichte der Frau­en­an­teil im Schorn­dor­fer Ge­mein­de­rat ei­nen his­to­ri­schen Höchst­wert von fast 44 Pro­zent.
Sissi Lamm war an die­sem Tag für den ver­stor­be­nen Pe­ter Erd­mann in der FDP/FW-Frak­tion nach­ge­rückt.
Da­mit be­fin­den sich seit­her 14 Frauen un­ter den 32 Mit­glie­dern die­ses Gre­mi­ums – ein ein­ma­li­ger Wert im ge­sam­ten Rems-Murr-Kreis.
Bei der Ge­mein­de­rats­wahl im Mai vo­ri­gen Jah­res wurde be­reits mit knapp 41 Pro­zent ein bis dato nie da­ge­we­sen ho­her An­teil an Stadt­rä­tin­nen ge­wählt. Pro­zen­tual am meis­ten Rä­tin­nen weist die Grü­nen-Frak­tion mit 3 von 5 Mit­glie­dern auf, keine ein­zige die 3‑köpfige AfD-Frak­tion.
Al­ler­erste Ge­mein­de­rä­tin in Schorn­dorf war die Apo­the­kers­gat­tin Klara Palm. Sie hatte 1919, als das Frau­en­wahl­recht frisch ein­ge­führt wor­den war, auf der Liste der Bür­ger­par­tei auf Platz 3 kan­di­diert. Sie er­hielt al­ler­dings nicht ge­nü­gend Stim­men, um so­fort ei­nen der da­mals 20 Sitze im Ge­mein­de­rat ein­zu­neh­men. Doch rückte sie am 18. Mai 1922 für den ver­stor­be­nen Stadt­rat Jo­han­nes Abele nach.

Mahnwache fürs Klima

Die ört­li­chen „Par­ents for fu­ture“ er­in­ner­ten heute auf dem Obe­ren Markt­platz daran, den Schutz des Kli­mas im Auge zu be­hal­ten. Sie folg­ten da­mit dem Auf­ruf der Kli­ma­schutz-Be­we­gung “Fri­days for Fu­ture”, die den 25. Sep­tem­ber zum ers­ten welt­wei­ten Klima-Streik seit Aus­bruch der Co­rona-Krise aus­ge­ru­fen hatte.
Gut zwei Dut­zend Men­schen ver­sam­mel­ten sich in Schorn­dorf bei ei­ner Mahn­wa­che am Markt­brun­nen. Un­ter ih­nen war auch Wil­helm Pesch. Zu­sam­men mit Dörte Schnit­zer for­dert er als Ver­tre­ter von „Ger­man Zero“ ei­nen Klima-Ent­scheid vom hie­si­gen Ge­mein­de­rat.
Das Ziel der Kli­ma­neu­tra­li­tät könne vor Ort durch die Summe ein­zel­ner klei­ner Maß­nah­men er­reicht wer­den. Als Bei­spiel nennt Pesch So­lar­pa­neele auf Ge­bäu­den oder auch – zur Ver­min­de­rung des Au­to­ver­kehrs – ein kos­ten­lo­ses Bus­ti­cket an Sams­ta­gen.

schoblatt.de